{"id":500,"date":"2020-01-12T21:13:07","date_gmt":"2020-01-12T21:13:07","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?page_id=500"},"modified":"2020-03-11T15:01:47","modified_gmt":"2020-03-11T15:01:47","slug":"die-geschite-der-vargberg-ottajasko","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vargberg.de\/?page_id=500","title":{"rendered":"Unser ist das Meer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-large-font-size has-very-dark-gray-color wp-block-paragraph\">Die Geschichte der Vargberg-Ottajasko<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n<div id='u_i_d_M' class='widgets_on_page wop_tiny1  wop_small1  wop_medium1  wop_large1  wop_wide1'>\n\t\t\t<ul><li id=\"category-posts-3\" class=\"widget cat-post-widget\"><ul id=\"category-posts-3-internal\" class=\"category-posts-internal\">\n<li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=502\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 1<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/vo_1_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Schon beim letzten Mal war ihm der Aufstieg anstrengend vorgekommen, doch diesmal war es sogar noch schwieriger. Als Faenwulf das Plateau erreichte, ging sein Atem schnell und kleine Schwei\u00dftropfen gl\u00e4nzten auf seiner Stirn, doch er war froh diesen Ort zu besuchen. Einen Ort den er nur mit guten Erinnerungen verband. Warme Abende am Feuer, heldenhafte Geschichten, k\u00f6stliche Eint\u00f6pfe und hei\u00dfer Met. Sein Ziel war ein Berg in einer Biegung des Merek, im Norden Thorwals. Ein Ort im Nirgendwo, an dem es im Sommer unangenehm warm und feucht und im Winter so kalt war, dass die Tiere im Wald erfroren und der Merek komplett mit einer dicken Eisschicht bedeckt war. Dieser Berg aus Kalkstein, war das Zuhause seines Freundes und Faenwulf nahm diesen Weg nur gerne auf sich. Nichts hatte sich in all den Jahren ver\u00e4ndert und jetzt im Fr\u00fchling war es hier fast idyllisch sch\u00f6n. Als Faenwulf n\u00e4her an das Grassodenhaus herantrat, \u00f6ffnete sich die T\u00fcr und ein alter Mann schritt heraus. Auf einen Stock gest\u00fctzt, blinzelte er mit zusammengekniffenen Augen in die Sonne. Er ging geb\u00fcckt, so dass sein langer Bart, der mit Perlen und Talismanen geschm\u00fcckt war, fast bis zum Boden reichte. Sein Kopf war kahl und seine Glatze mit verschlungenen Runen verziert. An seinem Ohr baumelte ein Ohrring mit dem Fangzahn eines Wolfs. Zuerst musterte er den j\u00fcngeren Mann skeptisch, dann erstrahlte sein Gesicht zu einem breiten Grinsen, das etliche Zahnl\u00fccken sehen lie\u00df. \u201eFaenwulf\u201c, rief der Alte aus. \u201eWie lange ist es her, seit du mich das letzte Mal besucht hast? F\u00fcnf Jahre? Zehn?\u201c Auch Faenwulf grinste jetzt breit und lief auf seinen alten Freund zu. \u201eEher f\u00fcnfzehn\u201c, sagte er lachend und schloss den alten Mann in die Arme. Die Umarmung des Alten war \u00fcberraschend kr\u00e4ftig und kurz wich Faenwulf s\u00e4mtliche Luft aus seinen Lungen. Er untersch\u00e4tzte seinen alten Freund immer wieder, sah man ihm doch die Zeit an, die er auf Dere verbracht hatte. Doch w\u00e4re Ingibj\u00f6rg ein schwacher alter Mann, h\u00e4tte er hier nicht so lange \u00fcberlebt. Die Winter wurden kalt, die Raubtiere waren zahlreich und nur selten verirrte sich ein H\u00e4ndler hierher. Ingibj\u00f6rg wusste jedoch wie er f\u00fcr sich sorgen konnte und tat dies bereits seit vielen Jahren. Faenwulf blickte auf, als eine Frau aus dem Haus trat. Auch sie erkannte er sofort. \u201eKarva\u201c, rief er fr\u00f6hlich aus. \u201eDu bist immer noch hier.\u201c Ein Kommentar, den er sich nicht verkneifen konnte. Die Frau blickte ihn w\u00fcrdevoll an. Ihr rotbraunes Haar war mit wei\u00dfen Str\u00e4hnen durchzogen und hing in einem dicken, mit Perlen geschm\u00fcckten, Zopf fast bis in ihre Kniekehlen. \u201eIch werde immer hier sein\u201c, sagte sie wohlwollend und schloss Faenwulf nun auch in ihre Arme. Sie war die Letzte hier am Berg. Alle anderen waren ausgezogen, um nach Abenteuer, Gold und Liebe zu suchen. Von den vielen Kindern Ingibj\u00f6rgs des Alten war nur noch Karva geblieben. Sie lebten hier zu zweit mit ein paar H\u00fchnern und Ziegen. Es war ein sch\u00f6ner, jedoch auch ein rauer Ort, mit einem Wald, in dem es vor W\u00f6lfen nur so wimmelte und auch Schwarzpelze waren hier, durch die N\u00e4he zur gro\u00dfen Olochtai, keine Seltenheit. Schon h\u00e4ufig hatte Faenwulf den Alten gefragt, wieso er gerade hier seine H\u00fctte erbaut hatte und immer hatte Ingibj\u00f6rg geantwortet: Weil es mir hier gef\u00e4llt. Diese Antwort war so gut wie jede Antwort, fand Faenwulf, und hatte irgendwann aufgeh\u00f6rt zu fragen. Ingibj\u00f6rg schritt zum Brunnen neben dem Haus und hievte den Eimer nach oben. Darin schwamm eine gro\u00dfe Tonflasche, die der Alte heraushob. \u201eSo bleibt er sch\u00f6n kalt\u201c, sagte er wissend, zog den Korken und nahm einen tiefen Schluck. Gen\u00fcsslich leckte er sich die Lippen und reichte die Flasche an Faenwulf weiter, der sofort wusste was ihm angeboten wurde. Dieser k\u00f6stliche Kr\u00e4uterschnaps war die Spezialit\u00e4t des Alten und w\u00e4re durchaus eine Kaperfahrt wert gewesen. Faenwulf nahm zwei gro\u00dfe Schlucke, wobei die Perlen in seinem rot-blonden Bart am kalten Ton der Flasche klickten. \u201eWie sehr habe ich das vermisst\u201c, schmatzte er und nahm direkt noch einen Schluck, bevor er die Flasche an Karva weiter reichte, die den Rest in zwei gro\u00dfen Z\u00fcgen leerte. Noch lange w\u00fcrden sie die Kr\u00e4uter und den Honig auf ihren Lippen schmecken. \u201eSehr gut, sehr gut\u201c, lachte Ingibj\u00f6rg und nahm seiner Tochter die leere Flasche ab. \u201eIch werde wohl bald neue Kr\u00e4uter sammeln m\u00fcssen. Vor dem Winter m\u00fcssen noch einige Schank fertig werden. Doch lasst uns jetzt rein gehen. Ich habe gerade ein fettes Kaninchen \u00fcber dem Feuer und es soll nicht verbrennen. Erz\u00e4hl uns von deinen Reisen, Faenwulf.\u201c Mit diesen Worten verschwand der Alte im Haus, stets auf seinen mit Runen verzierten Stock gest\u00fctzt. Faenwulf und Karva folgten ihm ins Innere des Hauses. Es war schummerig und Faenwulf konnte die seltsamen Kr\u00e4uter riechen, die sein alter Freund sammelte. An den W\u00e4nden prangten verschiedene Runen, einige auch nicht-thorwalschen Ursprungs und zahllose Talismane hingen von der Decke oder an den W\u00e4nden. Kurz schaute Faenwulf her\u00fcber zu Ingibj\u00f6rgs Schlafplatz, doch er wandte den Blick schnell wieder ab. B\u00fccher standen dort und noch mehr Runen waren in das Holz geritzt, einige, die Faenwulf schnell wieder vergessen wollte. Er bekam eine G\u00e4nsehaut, f\u00fcrchtete er sich doch wie der Rest seines Volkes vor allem was irgendwie magisch war. Er konzentrierte sich auf die Mitte des Raumes in dem ein gem\u00fctliches Feuer brannte \u00fcber dem ein Kaninchen schmorte, das Ingibj\u00f6rg nun gewissenhaft drehte. \u201eHab keine Angst, Faenwulf\u201c, kicherte der Alte, als h\u00e4tte er die Gedanken seines jungen Freundes gelesen und wirklich fiel die Anspannung von Faenwulf ab, als er das v\u00e4terliche L\u00e4cheln des Alten sah. Er trat ans Feuer, setzte sich auf ein gem\u00fctliches Schaffell und streifte seine hohen Stulpenstiefel ab. Seine F\u00fc\u00dfe schmerzten vom langen Marsch zum Berg. Das Kaninchen duftete k\u00f6stlich und Faenwulf merkte wie ihm langsam das Wasser im Mund zusammen lief. Karva kam herein mit einem Laib Brot und einem Horn Met. L\u00e4chelnd nahm sie neben Faenwulf Platz und reichte ihm das Horn. Und schon war jeglicher Zweifel verschwunden. Er f\u00fchlte sich wieder wie Zuhause und alte Erinnerungen an diesen Ort w\u00e4rmten <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=529\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 2<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_2_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Das Kaninchen war wie versprochen sehr fett gewesen und jeder hatte eine gute Portion Fleisch, ges\u00fc\u00dft mit R\u00fcbensirup, bekommen. Dazu hatte es gebratene R\u00fcben gegeben, mit frisch gebackenem Brot. Jetzt sa\u00dfen sie zusammen am Feuer, schon leicht benebelt von einer weiteren Flasche Ingibj\u00f6rgs und einem mehrere Male neu aufgef\u00fcllten Horn Met. Faenwulf leckte sich das Fett von den Fingern, w\u00e4hrend Karva schweigend hinter ihm sa\u00df und sein langes rot-blondes Haar zu vielen Z\u00f6pfen flocht. \u201eIch plane auf Heerfahrt zu gehen\u201c, begann Faenwulf und reichte das Horn an Ingibj\u00f6rg weiter, bei dem der Alkohol noch keine Wirkung zu haben schien. \u201eMein Drakkar liegt im Olporter Hafen und wird repariert, aber bald wird er fertig sein und die Fahrt kann beginnen. In einigen N\u00e4chten ist bereits Faramond. Es wird Zeit.\u201c Der Alte nickte nachdenklich und blickte seine Tochter an, die wortlos weiter Faenwulfs Haar flocht. \u201eWas suchst du, Faenwulf?\u201c, fragte der Alte und nahm einen tiefen Schluck Met. \u201eDu hast keine Ottajasko. Niemand braucht deine Herferd.\u201c Faenwulf verzog das Gesicht zu einem bitteren Grinsen. Der Alte konnte verletzend ehrlich sein. Es stimmte. Faenwulf hatte keine Ottajasko und keine Familie. Niemand war von ihm abh\u00e4ngig, was gut, aber auch bedr\u00fcckend war. Er war nicht mehr der J\u00fcngste und schon bald w\u00fcrden sich wei\u00dfe Str\u00e4hnen unter sein rot-blondes Haar mischen. \u201eSie werden meinen Namen singen\u201c, erwiderte er dann. \u201eDas ist mein Ziel. Ich werde tapfere Rekker suchen und die Skalden werden unser aller Namen singen.\u201c Die Antwort kam fast trotzig heraus, doch der Alte wollte ihn nur \u00e4rgern, ihn zum Nachdenken anregen, wusste er doch, dass Faenwulf dies manchmal zu wenig tat. Er dachte an Swafnir, den gro\u00dfen Krieger, an dessen Seite er stehen wollte, wenn er seinen letzten Atemzug ausgehaucht hatte, doch daf\u00fcr musste er sich beweisen. So manch schwere Schlacht hatte er geschlagen, doch das gen\u00fcgte Faenwulf nicht. Er wollte mehr k\u00e4mpfen, mehr pl\u00fcndern, er wollte, dass Swafnir ihn sah. \u201eIch werde dich begleiten\u201c, warf Karva ein. \u201eDies soll meine letzte Herferd sein.\u201c Dann erhob sie sich und zog sich in ihren Teil des Hauses zur\u00fcck, wahrscheinlich, um ihre Sachen zusammenzupacken. Das letzte Wort war also gesprochen. Karva hatte ihm die Entscheidung abgenommen, war er doch her gekommen, um sich den Rat und den Segen des Alten abzuholen. Dieser erhob sich nun auch, leerte das Horn und warf es dann achtlos neben das Feuer. Kurz ging er zu seinem Schlafplatz und legte Faenwulf dann ein Amulett um den Hals. Es war ein aus Elfenbein geschnitzter Pottwal, dessen K\u00f6rper mit feinen Runen \u00fcbers\u00e4t war. Der Gottwal. Swafnir, die alte Flosse, Besch\u00fctzer aller Thorwaler. Eine G\u00e4nsehaut breitete sich von der Stelle aus, an der das Amulett Faenwulfs Haut ber\u00fchrte. Er konnte den Wal in seinem Herzen h\u00f6ren. Ingibj\u00f6rg blickte ins Feuer, griff dann in seine Tasche und warf eine Handvoll Kr\u00e4uter in die Flammen. Wei\u00dfer Rauch stieg auf, der in sanften Kringeln zur Decke stieg und sich dort sammelte. Der Alte betrachtete den aufsteigenden Rauch und schien sich dann in der Wolke unter der Decke zu verlieren. Minuten vergingen, ohne dass jemand etwas sagte, bis der Alte seinen Blick schlie\u00dflich von dem Rauch los riss und seinem Freund ein breites Grinsen schenkte. \u201eSie werden deinen Namen singen, Faenwulf\u201c, kicherte er. \u201eAllerdings aus anderen Gr\u00fcnden, als du sie vielleicht anstrebst.\u201c Schmunzelnd zog der Alte sich in sein Schlaflager zur\u00fcck und lie\u00df seinen jungen Freund wortlos stehen. Tausend Gedanken schossen durch Faenwulfs Kopf. Er kannte die Gabe seines alten Freundes, doch er w\u00fcrde sich nie daran gew\u00f6hnen k\u00f6nnen. Es war unheimlich. Faenwulf griff nach dem Amulett und spuckte ins Feuer. Spucken und das Ber\u00fchren von Metall war eine wirksame Geste um erw\u00e4hnte Geister oder magische Dinge von sich fern zu halten. Er kannte sich im Grassodenhaus aus und schritt zu einem Lager, dass er nutzen konnte. Bis auf die Bruche entkleidet, legte Faenwulf sich auf das Strohlager, das so hoch mit Schaffellen bedeckt war, dass es fast schien, als w\u00e4re man auf einer Wolke gebettet. Obwohl die N\u00e4chte noch kalt waren und das Feuer fast runter gebrannt, war es wohlig warm auf den Fellen und unter zwei Wolldecken. Der Aufstieg hing ihm immer noch in den Knochen und das Erlebnis mit Ingibj\u00f6rg hatte ihn erschreckt, doch Faenwulf schlief so schnell ein, dass kaum Zeit hatte \u00fcber den vergangenen Tag nachzudenken. W\u00fcrde er diese Nacht etwas tr\u00e4umen, so w\u00fcrde er Ingibj\u00f6rg davon erz\u00e4hlen. Tr\u00e4ume interessierten den Alten immer sehr. Faenwulf wurde vom Kr\u00e4hen des Hahns geweckt. Sein Schlaf war tief und traumlos gewesen, wor\u00fcber er jetzt sehr froh war. Nach den Geschehnissen gestern Nacht h\u00e4tte das auch ganz anders aussehen k\u00f6nnen. Diese Seite von Ingibj\u00f6rg hatte Faenwulf nur sehr selten gesehen und sie bereitete ihm Unbehagen. Es war seltsam und unheimlich und h\u00e4tte er nicht ein so gem\u00fctliches Lager gehabt, h\u00e4tte Faenwulf wohl die Nacht drau\u00dfen verbracht. Doch er vertraute seinem Freund. Hier w\u00fcrde ihm nichts passieren. Von dem unheimlichen Rauch war schon lange nichts mehr zu sehen und doch schien man ihn noch zu sp\u00fcren. Eine G\u00e4nsehaut breitete sich auf Faenwulfs K\u00f6rper aus, ausgehend von dem Amulett das Ingibj\u00f6rg ihm gegeben hatte. Es sollte ihn besch\u00fctzen, das war klar und es abzulegen, und war es nur um sich zu waschen, war keine Option. Faenwulf stand auf und streckte sich, wobei seine Gelenke knackten. So jung war er wirklich nicht mehr. Es wurde Zeit, dass er sich mal wieder etwas anstrengte und die eingerosteten Muskeln zum Rudern und K\u00e4mpfen nutzte. Im Lager am Ende des Raumes zog Karva sich gerade an und Faenwulf konnte nicht umhin einen kurzen Blick zu riskieren. Karva hatte zwar einige Winter mehr erlebt als er, doch sie war immer noch eine ernstzunehmende Kriegerin und sch\u00f6ne Frau. Fast zwei Schritt gro\u00df \u00fcberragte sie so manchen Mann, ihren K\u00f6rper verzierten etliche Hautbilder und jeder Mann h\u00e4tte nur zu gerne seine H\u00e4nde ihn ihrem rotbraunen Haar vergraben. Sie trug mehr Hautbilder als man auf den ersten Blick sah, wie Faenwulf jetzt feststellte. Ihren Hals zierte ein springender Wolf, auf ihrer linken Schulter tobte ein <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=545\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 3<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_3_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Alle drei waren sehr schweigsam und bereiteten sich innerlich auf den Abschied vor. Vor allem Karva schien diese Reise sehr ernst zu nehmen, war dies doch ihre letzte Gelegenheit sich vor Swafnir zu beweisen. Ingibj\u00f6rg hatte einen k\u00f6stlichen Tee aus frischen Kr\u00e4utern zubereitet, den sie gemeinsam tranken. Der Alte hatte ihnen auch ein S\u00e4ckchen voll getrockneter Kr\u00e4uter f\u00fcr die Reise eingepackt, zusammen mit einigen Verb\u00e4nden und einer Salbe, die Wunden schneller heilen lie\u00df. Dann war es so weit. Karva erhob sich und Faenwulf tat es ihr gleich. Beide schulterten ihre ledernen Sees\u00e4cke, schn\u00fcrten sich ihre Schilde auf den R\u00fccken und schnallten ihre \u00c4xte an den G\u00fcrtel. Karva blickte ihren alten Vater an und schenkte ihm ein warmes L\u00e4cheln, das er erwiderte. Beide umarmten sich herzlich. \u201eWir sehen uns im Heimamond\u201c, murmelte der Alte ins Haar seiner Tochter und erg\u00e4nzte noch etwas, das Faenwulf nicht verstand, dann umarmte er den j\u00fcngeren. \u201eUnd jetzt raus mit euch. Ich erwarte G\u00e4ste.\u201c Ohne zu fragen marschierten die beiden los und schauten sich an wie aufgeregte B\u00f6rn. Wie er es nach einem Abschied immer tat, warf Faenwulf einen letzten Blick zur\u00fcck. Ingibj\u00f6rg stand vor dem Brunnen, nahm einen Schluck Wasser und hielt seinen Blick Richtung Wald gerichtet, aus dem jetzt zwei Gestalten traten. Geh\u00fcllt in weite M\u00e4ntel, die Gesichter von Kapuzen verdeckt, st\u00fctzten sich beide auf Wanderst\u00e4be, doch der Gr\u00f6\u00dfe und Statur nach, waren es ebenfalls Thorwaler. \u201eFrag gar nicht erst wer das ist\u201c, warnte Karva und Faenwulf schluckte die Frage herunter, die er gerade \u00e4u\u00dfern wollte. \u201eEs gibt viele Dinge, die du \u00fcber meinen Vater nicht wissen willst.\u201c Faenwulf nickte nur und schritt wortlos weiter. Der Alte war ihm heute morgen ruhelos vorgekommen und fast erleichtert, dass Karva und Faenwulf den Berg verlie\u00dfen. Vielleicht plante er etwas gro\u00dfes, etwas unheimliches und bei beiden Besucher Ingibj\u00f6rgs schienen Faenwulfs Verdacht nur zu best\u00e4tigen. Der Tag war genauso sch\u00f6n wie der letzte, was den Weg erleichterte. Sie liefen im Schatten der B\u00e4ume einen absch\u00fcssigen Trampelpfad entlang. Karva gab den Weg vor und Faenwulf folgte ihr. Beide hatten ihre Hand stets in der N\u00e4he ihrer Axt, doch sie waren entspannt und aufgeregt. Es herrschte eine angenehme Stille und so hatten sie Gelegenheit die Sch\u00f6nheit der Gegend zu betrachten. Hier wuchsen viele Kr\u00e4uter und Blumen, vier Schritt hohe Brombeerhecken und riesige Steineichen, die so alt zu sein schienen wie die Zeit. \u00dcberall schwirrten Bienen und Hummeln herum und der Fr\u00fchling lag in der Luft. Zu so einer Zeit traf man hier selten auf Orks und auch die W\u00f6lfe hielten sich zur\u00fcck, da es genug Rehe und Kaninchen gab, die sie jagen konnten. Ihr erstes Ziel w\u00fcrde Waskir sein. Das bedeutete zwar einen kleinen Umweg zu ihrem Ziel Olport, doch Faenwulf kannte dort einige tapfere Rekker, die er auf seiner Fahrt nicht missen wollte. Wenn sie in dem selben Tempo weiter gingen wie bisher, konnten sie die Stadt heute Abend noch erreichen. Faenwulf hoffte darauf einige junge M\u00e4nner und Frauen dazu bewegen zu k\u00f6nnen, sich ihm anzuschlie\u00dfen. Allerdings zweifelte er nicht daran jemanden zu finden. Junge Thorwaler lechzten nach Abenteuer und Herausforderungen. Es war eher zu bef\u00fcrchten, dass zu viele mit wollten. Wo genau er hin wollte wusste er noch nicht. Vielleicht w\u00fcrden die Winde ihm den Weg weisen. Auf seiner letzten Herferd waren sie vier Tage lang einer Schule von Delfinen gefolgt, die sie schlie\u00dflich zu drei al&#8217;anfanischen Handelsschiffen gef\u00fchrt hatte, deren Lader\u00e4ume bis zur Decke mit feinster Seide gef\u00fcllt waren. Das war ein grandioser Tag gewesen. Die gesamte folgende Woche hatten sie in Tavernen verbracht und immer noch genug Dukaten \u00fcbrig gehabt, um den Winter zu \u00fcberstehen. Vielleicht w\u00fcrde Swafnir ihm ja wieder den Weg weisen. Diesmal zu gr\u00f6\u00dferen Abenteuern. Der Alte hatte ihm Ruhm prophezeit, doch wie das meiste was Seher und Gelehrte von sich gaben, war es undurchsichtig und nicht sehr verst\u00e4ndlich. Seine Tochter schien jedoch sehr gut zu wissen, was im Kopf des Alten vor sich ging und schien keine Furcht davor zu empfinden. Beim Betrachten der \u00e4lteren Frau fiel Faenwulf auf, dass sie leicht hinkte, sie schien jedoch nicht ersch\u00f6pft zu sein. \u201eStimmt etwas nicht?\u201c, fragte er und schloss zu ihr auf. \u201eDu hinkst.\u201c \u00dcberrascht schaute sie ihn an. \u201eDas tue ich aber bereits seit zehn Wintern\u201c, antwortete sie ruppig. \u201eDas ist auf meiner letzten Herferd passiert.\u201c Sie hielt kurz inne, um einen Schluck aus ihrem Wasserschlauch zu nehmen und lief dann weiter. \u201eWir hatten unser Lager am Strand aufgeschlagen, einen Eintopf gekocht und sind sehr sp\u00e4t schlafen gegangen. Unser Steuermann ist w\u00e4hrend seiner Wache eingeschlafen und wir wurden im Morgengrauen von einem Seetiger angegriffen. Er hat einen Seiler, der mit uns reiste, so schwer verletzt, dass er noch am Strand starb. Als das Mistst\u00fcck auf mich los gegangen ist, habe ich ihm hiermit die Kehle durchgeschnitten.\u201c Karva zog ein langes Olportmesser aus ihrem Stiefel und hielt es hoch. \u201eVorher hat mir das Vieh aber fast das halbe Bein abgerissen. Ich musste die Herferd abbrechen und bin zu meinem Vater zur\u00fcckgekehrt. Es hat lange gedauert, bis ich wieder normal gehen konnte. Fast zehn Winter.\u201c Sie blickte nachdenklich in die Ferne und Verbitterung zeigte sich auf ihrem Gesicht. Faenwulf verstand jetzt wieso seine Freundin so lange gewartet hatte, bis sie wieder auf Fahrt gegangen war. Ein schwacher oder kranker Thorwaler war auf Fahrt f\u00fcr niemanden n\u00fctzlich, doch Faenwulf konnten ihren Wunsch verstehen auch nach so vielen Wintern wieder auf Herferd zu gehen. Schon jetzt konnte er die Sehnsucht nach dem Meer sp\u00fcren, nach dem Salz auf seiner Haut und dem Wind in seinem Haar. Es lag Thorwalern einfach im Blut \u00fcber die Meere zu fahren, gab es doch keinen besseren Weg, um sich wild und frei zu f\u00fchlen. Kapitel 2 | Kapitel 4<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=549\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 4<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_4_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Es wurde langsam dunkel und sie hatten ihr Lager unter den ausladenden \u00c4sten einer Kiefer aufgeschlagen. Karva hatte eine Schlingenfalle aufgestellt und ein etwas mageres Kaninchen hatte darin sein Ende gefunden. Nun brutzelte es \u00fcber dem Feuer. Faenwulf war wieder einmal erstaunt dar\u00fcber, was seine alte Freundin alles konnte. Sie verbrachten den Abend schweigsam und Faenwulf war froh, seine Stiefel ausziehen zu k\u00f6nnen, um seinen F\u00fc\u00dfen etwas Luft zu g\u00f6nnen. Die hohen Stulpenstiefel waren perfekt, um von einem Schiff in die Brandung zu springen ohne nasse F\u00fc\u00dfe zu bekommen, oder gar auf nassen Steinen wegzurutschen, doch nach langen M\u00e4rschen konnten einem schon einmal die F\u00fc\u00dfe schmerzen. Karva hatte eine gro\u00dfe Wolldecke entfaltet und wickelte sich nun darin ein. Das Kaninchenfleisch war noch nicht ganz durch, doch das k\u00fcmmerte beide nicht. Sie waren hungrig wie junge W\u00f6lfe und rissen gierig das Fleisch von den Knochen. Fett lief ihnen die Finger und das Kinn herunter und es schien als h\u00e4tten sie noch nie etwas so gutes gegessen. Die Knochen vergruben sie einige Meter entfernt. Sollte der Geruch doch keine Raubtiere anlocken. Faenwulf war nach dem Werfen einer M\u00fcnze als erster an der Reihe Wache zu halten. Karva rollte sich in ihre Decke ein, die Skraja griffbereit, mit ihrem Seesack als Kissen. Es dauerte nicht lange und ihre Atemz\u00fcge wurden l\u00e4nger und regelm\u00e4\u00dfig. Faenwulf versuchte das Feuer so klein wie m\u00f6glich zu halten, um keine B\u00e4ren, W\u00f6lfe oder gar Orks anzulocken. Immer wieder schien er Lichter in der Ferne zu sehen. Konnten sie von Waskir stammen? Sie hatten es nicht geschafft die gro\u00dfe Stadt an einem Tag zu erreichen, doch morgen w\u00fcrden sie sicher gegen Mittag da sein. Faenwulf freute sich darauf. Es war immer eine willkommene Abwechslung unter vielen Menschen zu sein, auch wenn jeder Thorwaler sich manchmal nach Einsamkeit sehnte. Faenwulf schmunzelte \u00fcber den zwiegespaltenen Charakter seines Volks. Doch niemals wollte er zu anderen geh\u00f6ren, denn nirgendwo f\u00fchlte er sich so wohl wie unter seinesgleichen. Auch wenn er nie eine Ottajasko gehabt hatte, was eine Sache war, die er bedauerte. Nichts kn\u00fcpfte Verbindungen, die so eng waren, wie in einer Ottajasko zusammen zu leben, zu k\u00e4mpfen und zu sterben. Eine weitere Weisheit, die er von Ingibj\u00f6rg geh\u00f6rt hatte und die von vielen best\u00e4tigt worden war. Eine Ottajasko war wie eine zweite Familie in der jeder sich auf den anderen verlie\u00df und Blutsbande keine Rolle spielten. Es schien windiger zu werden und einzelne B\u00f6en schnitten in Faenwulfs R\u00fccken. Er zog seinen Fellmantel aus seinem Seesack und warf ihn sich \u00fcber. Die Kiefer bot nicht sehr viel Schutz, doch Faenwulf wagte nicht, dass Feuer weiter zu entfachen. So r\u00fcckte er n\u00e4her an die kleine Flamme heran und versuchte wenigstens seine F\u00fc\u00dfe aufzuw\u00e4rmen. Ein warmes Bett w\u00fcrde ein weiterer Vorzug von Waskir sein. Ebenso wie die Taverne in der es k\u00f6stliches Ahl und echtes Premer Feuer gab. In Waskir gab es au\u00dferdem das beste Sauerdunkelbrot, das man in ganz Thorwal bekommen konnte. Dazu eine Schale Bilkuer Fischblut und der Tag konnte nicht besser werden. Faenwulfs Magen knurrte bei dem Gedanken an diese K\u00f6stlichkeiten und zusammen mit der K\u00e4lte schlich sich eine M\u00fcdigkeit in seine Glieder. Er erhob sich und lief ein paar Schritte, atmete tief ein und wieder aus. \u201eDieser verdammte Berg\u201c, fluchte Faenwulf leise und lief weiter. Das half ein bisschen die M\u00fcdigkeit und das Frieren zu vertreiben, doch sobald er sich wieder hingesetzt hatte, begann sein Zittern von neuem. Karva regte sich und blickte ihren Reisegef\u00e4hrten mitleidig an. Dann kroch sie zu Faenwulf hin\u00fcber und legte ihre Decke um sie beide. Mit einem tiefen, m\u00fcden Seufzen dr\u00fcckte sie sich an Faenwulf. \u201eVerfluche den Berg nicht\u201c, murmelte sie mit schl\u00e4friger Stimme. \u201eMeinem Vater bedeutet er sehr viel.\u201c Als Faenwulf nicht antwortete sprach sie weiter. \u201eVater war schon immer rastlos, wei\u00df du? Der Wal in ihm war immer ruhelos und ebenso wie die Kinder des Meeres reiste er von Ort zu Ort und Land zu Land. Aber anders als die Wale hatte er nie eine Heimat. Keinen Ort an den er gebunden war und an den er zur\u00fcckkehren wollte. Deswegen sind meine Geschwister in ganz Thorwal verteilt. Immer wieder traf er eine Frau oder Freunde, die ihn an sich banden, doch das hielt nie lange an. Entweder die Ferne rief ihn, oder die anderen merkten, dass er anders war. Das war dann h\u00e4ufig der Moment, wo Vater weiter reiste.\u201c Wieder nickte Faenwulf nur. Er konnte sich sehr gut vorstellen, wie andere Thorwaler auf Ingibj\u00f6rgs seltsame Gabe reagiert hatten. Es war unheimlich und meist brachte es nichts Gutes mit sich, wenn jemand mit den Runjas sprechen oder Dinge sehen konnte. Solche Leute wurden gemieden und waren seltener Teil einer Gemeinschaft. \u201eEr reiste dann mit einem Freund herum\u201c, fuhr Karva fort. \u201eLeif und er sind heute noch befreundet, musst du wissen. In Waskir waren Menschen verschwunden und Vater wollte herausfinden wieso. Also reisten sie ins Waskirer Hochland immer den Merek entlang und schon bald sp\u00fcrte mein Vater, dass dort etwas hauste. Und er sorgte daf\u00fcr, dass es sich weiter in den Wald zur\u00fcck zog und Waskir in Ruhe lie\u00df.\u201c Faenwulf d\u00e4mmerte, dass es etwas mit dem Wolf zu tun haben musste, den er heute Morgen geh\u00f6rt hatte. Noch nie hatte etwas sein Herz so schnell zu Eis werden lassen, wie dieses markersch\u00fctternde Heulen. \u201eSein Name ist Goifang\u201c, fing Karva seine Gedanken auf. \u201eIch wei\u00df nicht wie lange er schon an diesem Berg lebt, doch schon seit unz\u00e4hligen Wintern erz\u00e4hlen sich die Waskirer Geschichten von diesem Wolf. Es muss etwas zu bedeuten haben, dass er sich ausgerechnet heute wieder gezeigt hat. Vielleicht liegt es an den Besuchern meines Vaters. Doch trotz seiner Gefahren und unwirtlichen Winter hat dieser Berg der Seele meines Vaters Ruhe gebracht. Deswegen lebt er dort. Er ist seine eigene kleine Heimat.\u201c Karva blickte nachdenklich ins Feuer und seufzte schwer. Sie nahm einen Schluck Wasser und legte sich dann wieder hin ohne weitere Wort zu verlieren. Ihren R\u00fccken schmiegte sie an Faenwulf, der die willkommene W\u00e4rme genoss. Karvas Geschichte hatte ihn zum Gr\u00fcbeln <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=552\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 5<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_5_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sie waren da. Waskir. Umgeben von einem hohen Erdwall und nur durch zwei Tore zu betreten, lag die Stadt vor ihnen. Faenwulf freute sich \u00fcber seinen Besuch in der Stadt, auch wenn er wusste, dass sich das bald wieder \u00e4ndern w\u00fcrde. Waskir geh\u00f6rte zu den St\u00e4dten in denen man entweder sein ganzes Leben verbrachte oder man verlie\u00df es irgendwann. Niemand w\u00fcrde freiwillig hierher ziehen. Als Au\u00dfenstehender wurde man nicht sehr freundlich empfangen und h\u00e4tte er hier keine Freunde gehabt, so h\u00e4tte Faenwulf diese Stadt nach seinem ersten Besuch sicher nicht noch einmal betreten. Zu sehr war die Gemeinschaft von der Feindschaft der hier leben Ottajaskos zerrissen. Eine uralte Rivalit\u00e4t, die nicht einmal die Geweihten l\u00f6sen konnten. Am Rande der Stadt wohnten die \u00c4rmsten. Die Lehmh\u00fctten sahen sch\u00e4big aus und ihre Bewohner schufteten schon seit Sonnenaufgang als M\u00e4gde und Knechte. Die einzige Zierde dieser Stadt waren die zahlreichen Tempel. Die Waskirer waren, selbst f\u00fcr Thorwaler, ein abergl\u00e4ubiges Volk und beteten etliche seltsamen Geister an. Aber auch andere G\u00f6tter als Swafnir fanden hier Verehrung. Nie hatte ein thorwalscher S\u00f6ldner es verpasst Kor ein Opfer darzubringen und auch die zornige Rondra hatte hier einen Tempel. Faenwulf hatte es immer als schwer empfunden anderen G\u00f6ttern zu huldigen. Nat\u00fcrlich war es gut auch andere G\u00f6tter zu beachten, doch niemand stand seinen Kindern so nah wie Swafnir. Kein Gott lie\u00df seine Kinder so h\u00e4ufig und nah sp\u00fcren, dass er bei ihnen war. Er war ein Freund, der auf sie achtete und sie besch\u00fctzte. Ihr erstes Ziel war die Schmiede. Ihre Waffen mussten gesch\u00e4rft und ge\u00f6lt werden. Eine Vorbereitung auf die lange Fahrt auf See. Die Klingen durften nicht rosten und sie selbst w\u00fcrden ihre Waffen niemals so scharf kriegen wie ein Schmied dies konnte. Es hatte sich nicht viel ver\u00e4ndert in der Stadt. B\u00f6rn ohne Schuhe liefen durch die Stra\u00dfen und ein jeder ging seiner T\u00e4tigkeit nach. Ein Mann trieb seine Ziegen die schmale Stra\u00dfe entlang, eine Frau spaltete Holz auf einem Klotz und schon stieg ihnen der k\u00f6stliche Geruch nach gebratenem Fleisch und frischem Brot in die Nase. Doch dieser Geruch wurde bald \u00fcberlagert von dem der brennende Kohle und dem hei\u00dfen Metall in der Esse. Faenwulf und Karva betraten die Schmiede. An den W\u00e4nden hingen zahllose H\u00e4mmer und Zangen und fertige Waffen lehnten in einer Ecke. Im Hinterzimmer h\u00f6rte man es rumpeln und eine ged\u00e4mpfte Unterhaltung. Dann \u00f6ffnete sich die T\u00fcr zur Schmiede und eine Frau trat heraus. Sie war eine H\u00fcnin. Genauso gro\u00df wie Faenwulf mit Armen wie Baumst\u00e4mmen, die \u00fcber und \u00fcber mit Hautbildern bedeckt waren. Alte, verblichene Bilder waren mit neueren \u00fcberdeckt worden und ein roter Drache dominierte ihren ganzen Arm. Selbst ihre Finger waren mit kleine Runen und Schlangen verziert. Um den Hals trug sie etliche Ketten und Talismane, die nicht nur aus Thorwal zu stammen schienen und selbst in ihr langes wei\u00dfes Haar waren Gl\u00fccksbringer geflochten. Auf ihrer Wange prangte die Schildrune und ein goldener Ring zierte ihre Nase. Sie sah alt aus mit tiefen Falten in der hellen Haut und Faenwulf sch\u00e4tzte die Frau auf mindestens sechzig Winter. Doch sie sah immer noch so aus als k\u00f6nnte sie einem erwachsenen Mann ohne Probleme den Arm ausrei\u00dfen. Die Frau blickte auf, als sie die beiden Besucher bemerkte und ihr finsterer Blick hellte sich auf. \u201eWas treibt dich schon wieder hierher?\u201c, rief sie freudig aus. \u201eHat der Alte dir den Rat geben k\u00f6nnen nach dem du gesucht hast?\u201c Faenwulf zuckte nur mit den Schultern und grinste schief. \u201eDu kennst ihn doch, niemals um eine wirre Antwort verlegen.\u201c Die Alte lachte schallend und wandte sich dann Karva zu. \u201eMeine Name ist Freja Askrasdottir. Ich bin eine der Schmiedinnen der Stadt.\u201c Karva stellte sich ebenfalls vor. \u201eWie kann ich euch helfen?\u201c, fragte Freja dann und begann mit dem Blasebalg neben der Esse Luft in die Glut zu pumpen. Faenwulf und Karva erkl\u00e4rten ihr Anliegen und nachdem ein paar St\u00fccke Hacksilber den Besitzer gewechselt hatten, lie\u00dfen sie ihre Waffen in der Schmiede, um sie am Abend wieder abzuholen. \u201eGrima\u201c, rief Freja nach hinten. \u201eEs gibt zu tun.\u201c Eine Frau mit wildem rotem Haar, offensichtlich die Tochter der Alten, betrat nun die Schmiede und l\u00e4chelte sie freundlich an. \u201eEs gibt keine bessere Schmiede f\u00fcr eure Waffen. Eure \u00c4xte werden durch Knochen schneiden wie durch Butter.\u201c Das n\u00e4chste Ziel war der Travia-Tempel. Nirgendwo in der Stadt konnte man ein besseres Quartier f\u00fcr die Nacht finden und eine kleine Spende reichte, um hier mit h\u00f6chster Gastfreundschaft empfangen zu werden. Eine \u00e4ltere Thorwalerin in einem orangefarbenen Kleid begr\u00fc\u00dfte sie herzlich, als sie an die Tore des Tempels traten. Zufriedene wei\u00dfe G\u00e4nse marschierten herum und irgendwie schien dieser Ort nicht so d\u00fcster und kalt zu sein wie der Rest der Stadt. Sie wurden herein gebeten und Faenwulf lie\u00df zur\u00fcckhaltend ein St\u00fcck Hacksilber in eine Opferschale fallen. Karva tat es ihm gleich. Die Regeln an diesem Ort waren klar. Sie w\u00fcrden ein gem\u00fctliches Bett bekommen, doch jegliche Art von Gewalt und auch Alkohol waren hier strengstens verboten. Dies war ein friedlicher Ort, der Schutz und Unterkunft bot und niemand durfte dies st\u00f6ren. Nachdem die beiden versichert hatten, dass sie morgen wieder abreisen und sich ganz sicher benehmen w\u00fcrden, wurden sie in einen gro\u00dfen Saal gef\u00fchrt in dem etliche Strohbetten auf Reisende warteten. Faenwulf und Karva suchten sich zwei der Lager aus und verstauten ihr Hab und Gut daneben. Niemand w\u00fcrde es wagen im Tempel der Travia zu stehlen, denn die G\u00f6ttin war nicht nur f\u00fcr ihre G\u00fcte und fast grenzenlose Gastfreundschaft geliebt, auch ihr Zorn war bekannt und gef\u00fcrchtet. Nach einer kurzen Pause verlie\u00dfen sie den Tempel wieder. Karva schien in Gedanken versunken und nicht gerade gut gelaunt, daher lie\u00df Faenwulf sie einfach in Ruhe. Dies hier war nun mal Teil ihrer Reise und sobald sie Olport erreicht hatten, w\u00fcrde sich ihre Stimmung sicher bessern. Faenwulfs Plan war, nun den Sch\u00e4fer aufzusuchen. Er brauchte dringend noch eine weitere Wolldecke. Danach w\u00fcrden sie einen alten Freund Faenwulfs besuchen und dann in der Taverne nach abenteuerlustigen M\u00e4nnern und Frauen suchen. <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=558\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 6<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_6_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Nach einem weiteren Rundgang durch die Stadt, bei dem Faenwulf sich innerlich Notiz machte, was sie morgen f\u00fcr den Weg nach Olport brauchen w\u00fcrden, machten sie sich auf zur Taverne. Man brauchte nur dem L\u00e4rm und sp\u00e4ter dann den Trunkenen zu folgen, die in den Stra\u00dfen lagen. Die Stimmung war gut und es wurde gesungen und gespielt. Faenwulf blickte sich nach einem leeren Tisch um und passierte dabei zwei Jungspunde die sich in einer wilden Schl\u00e4gerei auf dem Boden w\u00e4lzten. Karva schritt w\u00fcrdevoll \u00fcber die beiden hinweg und nahm auf einem leeren Stuhl Platz. Sie hielt zwei Finger hoch und der Veitingamader brachte zwei gro\u00dfe Kr\u00fcge mit Ahl. Faenwulf und Karva blickten sich tief in die Augen, stie\u00dfen mit den Kr\u00fcgen an und leeren sie in wenigen Z\u00fcgen. Wieder gestikulierte Karva dem Wirt, doch diesmal hielt sie nur den Ring- und Mittelfinger ausgestreckt. Der Wirt brachte ihnen zwei weitere Kr\u00fcge Ahl und zwei kleinere Becher mit Waskirer. Wieder stie\u00dfen die beiden an, leerten die Kr\u00fcge jedoch nur halb, dann nahmen sie einen gro\u00dfen Schluck Waskirer. \u201eNirgendwo gibt es so guten Waskirer wie hier\u201c, verk\u00fcndete Karva und leckte sich die Lippen. \u201eDas ist aber auch der einzige Grund hierher zu kommen.\u201c Faenwulf nickte zustimmend und leerte dann seinen Becher. Er blickte sich nach Blotgrimm um, doch von dem H\u00fcnen war noch nichts zu sehen. Sicher hatte er sich wieder in ein Gespr\u00e4ch verstricken lassen. Blotgrimm war eine furchtbare Tratschtante und redete gerne mit jedem \u00fcber jeglichen Klatsch und Tratsch. Er w\u00fcrde schon noch kommen. Faenwulf hob gerade eine Hand, als drei Kr\u00fcge Ahl vor ihm auf dem Tisch gestellt wurden. Eine Thorwalerin mit langem schwarzem Haar blickte ihn an. \u201eDarf ich mich setzen?\u201c, fragte sie knapp und Faenwulf deutete auf einen der freien St\u00fchle. Die Frau nahm Platz. \u201eDu bist Faenwulf, oder?\u201c, fragte sie und blickte Faenwulf mit haselnussbraunen Augen an. Faenwulf nickte und musterte die Frau. Ihre Haut war gebr\u00e4unt und ihre H\u00e4nde rau, durch das Ziehen von Tauen. Sie war eine Seefahrerin, das sah man sofort. Ein Entermesser hing an ihrer H\u00fcfte und Talismane aus fernen L\u00e4ndern zierten ihren Hals. \u201eMein Name ist Firunja Jorasdottir. Man sagt du suchst Leute f\u00fcr eine Herferd.\u201c Auch dies best\u00e4tigte Faenwulf mit einem Nicken. Gerade als er eine Gegenfrage stellen wollte, schwang die Tavernent\u00fcr mit einem Knall auf und Blotgrimm trat ein. Ihm folgten ein Dutzend grimmig drein blickender Thorwaler, die sich alle zu ihnen an den Tisch setzten. \u201eDas sind die Besten die ich finden konnte,\u201c verk\u00fcndete Blotgrimm an Faenwulf gewandt und nahm den Krug entgegen, den der Veitingamader ihm bereits hin hielt. Faenwulf begr\u00fc\u00dfte alle mit einem Kopfnicken. Sie sahen zuverl\u00e4ssig aus und er vertraute seinem alten Freund was das an ging. Die anderen w\u00fcrden schlie\u00dflich auch mit ihm auf einen Schiff sein und da w\u00fcrde Blotgrimm sicher keine Teigherzen und Kindsf\u00e4uste aussuchen. Faenwulf wandte sich wieder der Frau zu, die sich zu ihm gesetzt hatte. \u201eWillst du mit auf Fahrt?\u201c, fragte er. Vom ersten Eindruck her, w\u00e4re sie sicher eine Bereicherung gewesen. Man konnte den Wind in ihrem Gesicht sehen und ihre Narben sagten, dass sie k\u00e4mpfen konnte, ohne schwer verletzt zu werden. Doch Firunja sch\u00fcttelte den Kopf. \u201eIch bin gerade erst von einer Herferd wieder gekommen. Ich bleibe noch einen Mond hier bei meinem Mann. Aber mein Sohn soll mit dir fahren. Er muss sich endlich mal die H\u00f6rner absto\u00dfen.\u201c Faenwulf nickte. \u201eWie hei\u00dft dein Sohn?\u201c, fragte er nach kurzem \u00dcberlegen. \u201eKhemri Derinson\u201c, antwortete Firunja nicht ohne Stolz in der Stimme. Karva blickte auf. \u201eEin seltsamer Name f\u00fcr einen Thorwaler\u201c, bemerkte sie nicht ohne abwertenden Unterton. Firunja blickte sie finster an. \u201eVor vielen Wintern war ich auf einen Schiff angeheuert\u201c, begann sie. \u201eWir fuhren \u00fcber alle Meere und k\u00e4mpften gegen alles und jeden. Und immer sa\u00df derselbe Mann neben mir auf der Ruderbank. Er war ein entflohener Sklave aus Mengbilla und sch\u00e4tzte daher die Freiheit. Ich habe ihm von Swafnir erz\u00e4hlt und dass man Thorwal das Land der Freien nennt. Das hat ihm gefallen. Wir haben viel zusammen gek\u00e4mpft und h\u00e4ufig zusammen getrunken. Er wurde ein Freund. Dann \u00fcberfielen wir ein Handelsschiff. Sie k\u00e4mpften wie die Besessenen, doch wir schafften es sie zu besiegen. Sie hatten Gew\u00fcrze dabei. Truhen voll mit Vanille und Pfeffer und Zimt. Und als ich die Kiste hoch halte, um sie ihm zu zeigen, da sehe ich ihn im Wasser treiben. Mit dem Gesicht nach unten. Er ist einfach gestorben und ich habe es noch nicht einmal gesehen. Sein Name war Khemri und so hei\u00dft nun mein Sohn.\u201c Firunja nahm einen Schluck und blinzelte ein paar Tr\u00e4nen weg. \u201eDarauf trinke ich\u201c, sagte Karva mit traurigem L\u00e4cheln. Firunja l\u00e4chelte zur\u00fcck und leerte ebenfalls ihren Krug. \u201eWo ist dein Sohn?\u201c, fragte Faenwulf. Bevor er sich entschied wollte er den Jungen jedoch kennenlernen. Firunja deutete auf die beiden Jungspunde, die immer noch miteinander rauften. Blotgrimm lachte aus voller Brust, stand dann auf und trennte die beiden Streith\u00e4hne von einander. \u201eEs wird nach euch gefragt\u201c, knurrte er und zerrte die beiden zu Faenwulfs Tisch. Der Gr\u00f6\u00dfere der beiden blickte schuldbewusster und auch etwas nerv\u00f6ser drein und sein Blick glitt immer wieder zu Firunja. Das musste also ihr Sohn sein. Er hatte dunkelbraune Locken und war etwas kleiner als Faenwulf, hatte jedoch breite Schultern und kr\u00e4ftige Arme. \u201eDu bist Khemri?\u201c, fragte Faenwulf ohne zu freundlich zu klingen. Der Junge nickte. Er hatte h\u00f6chstens achtzehn Winter hinter sich und trug keine sichtbaren Hautbilder. Doch er blickte Faenwulf leicht trotzig an, jedoch nicht feindselig. \u201eDu bist der, der die Herferd plant\u201c, sagte Khemri dann und wischte sich das Blut aus dem Gesicht, das aus seiner Nase lief. Faenwulf nickte. \u201eDeine Mutter hat mich gebeten dich mitzunehmen. Willst du das?\u201c Khemri warf seiner Mutter einen Blick zu und dann dem blonden Jungen mit dem er gerungen hatte. \u201eBei Swafnir, ja!\u201c Er konnte sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen und als Faenwulf dann zustimmend nickte, l\u00e4chelte auch Firunja erleichtert auf. \u201eEr war schon immer ein miserabler Holzf\u00e4ller.\u201c Der blonde Junge schaute Khemri neidvoll <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=563\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 7<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_7_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Bald nach Sonnenaufgang w\u00fcrde ihre Reise nach Olport los gehen. Es w\u00fcrde fast eine Woche, bei schlechtem Wetter vielleicht l\u00e4nger, dauern, bis sie in der gro\u00dfen Stadt ankamen und er wollte keine Zeit verlieren. Faenwulf dankte Yngvar und kehrte dann zur Taverne zur\u00fcck. Wesentlich weniger G\u00e4ste sa\u00dfen nun an den Tischen, doch Karva hatte auf ihn gewartet. Auch Khemri und Hjasgar waren noch da, sahen jedoch schon ziemlich m\u00fcde und betrunken aus. \u201eGeht schlafen,\u201c befahl Faenwulf in freundlichem Ton. \u201eMorgen nach Sonnenaufgang machen wir uns auf nach Olport.\u201c Die beiden grinsten sich freudig an und verschwanden dann aus der Taverne. Faenwulf vermutete, dass beide diese Nacht wohl kein Auge zumachen w\u00fcrden, doch das konnte er nun auch nicht mehr \u00e4ndern. Karva erhob sich, legte dem Wirt ein paar M\u00fcnzen auf den Tresen und verlie\u00df mit Faenwulf die Taverne. \u201eDu hast seine Eltern also \u00fcberzeugt\u201c, bemerkte Karva und sog die kalte Nachtluft ein. \u201eSein Onkel hat sich f\u00fcr ihn eingesetzt\u201c, erz\u00e4hlte Faenwulf. \u201eHjasgars Vater ist ein ganz sch\u00f6ner Sauertopf.\u201c Karva kicherte m\u00e4dchenhaft und hakte sich dann bei Faenwulf ein. \u201eIch bin aufgeregt\u201c, fl\u00fcsterte sie und Faenwulf sah das Feuer in ihren Augen. Er war ebenso gespannt. So viele Dinge konnten auf einer Herferd passieren. Er w\u00fcrde erneut nach Herferdern in Olport suchen. Viele Seefahrer weilten dort und er w\u00fcrde sicher einige gute finden. Vor allem freute er sich darauf wieder auf seinem Schiff zu stehen. Die alte Vegah\u00f6gg war mit ihm schon durch so viele St\u00fcrme gegangen und hatte so viele Galeeren geentert, sie war mehr als nur ein alter Drakkar. Sie betraten den Travia-Tempel m\u00f6glichst leise und schlichen zu ihrem Quartier. Die Diar hatte geflissentlich darauf geachtet, dass ihre Lager nicht zu nah beieinander lagen. Schlie\u00dflich waren sie nicht verheiratet. Sie streiften Stiefel und Kr\u00f6tenhaut ab und legten sich auf ihr Lager. Es war nicht so gem\u00fctlich wie es aussah, doch Faenwulf h\u00e4tte dieses Lager jeder Nacht im Freien vorgezogen. In dieser Nacht tr\u00e4umte er nicht von Goifang und kein anderer Traum raubte ihm seine kostbare Ruhe. Und doch erwachte er nicht so ausgeruht wie er sich das vielleicht gew\u00fcnscht h\u00e4tte. Sein rechtes Knie schmerzte und es widerstrebte ihm seine Stiefel wieder anzuziehen. Sie hatten einen langen Weg vor sich und er wusste, dass seine F\u00fc\u00dfe heute Abend schmerzen w\u00fcrden. Karva hatte ihr Lager bereits verlassen und Faenwulf fand sie vor dem Tempel einen Apfel essend. Neben ihr auf dem Boden sa\u00df Blotgrimm und sie unterhielten sich leise. Das Gesicht des H\u00fcnen hellte sich auf, als er seinen alten Freund erblickte. \u201eDie anderen kommen bald\u201c, berichtete Blotgrimm nicht ohne Stolz. \u201eIch habe sie bereits aus dem Bett geholt und mich vergewissert, dass alle bald da sind.\u201c Faenwulf hoffte, dass dieser Enthusiasmus auf die anderen abf\u00e4rben w\u00fcrde. Ihm selbst w\u00e4rmte er das Herz. Es dauerte nicht lange bis Faenwulf seine sieben Sachen zusammen gepackt hatte. Er bedankte sich ein weiteres Mal bei der g\u00fctigen Travia und ihrer Diar und verlie\u00df dann den Tempel. Noch w\u00e4hrend Karva und Blotgrimm auf die Ankunft der anderen wartete, ging Faenwulf zu den von ihm vorher besuchten H\u00e4ndlern. Aus einem Jolskrim roch es besonders k\u00f6stlich nach frisch gebackenem Brot. \u201eFaenwulf\u201c, begr\u00fc\u00dfte ihn Asleif, der ans\u00e4ssige Bakkari. \u201eDeine Bestellung von gestern ist bereits fertig.\u201c Er reichte Faenwulf einen Beutel mit Olporter Knackbrot. \u201eDas m\u00fcsste bis nach Olport reichen. Meine Rea hat noch einen gro\u00dfen Laib Sauerdunkelbrot f\u00fcr euch gebacken.\u201c Die blonde junge Frau mit dem Nasenring, die im hinteren Teil des Jolskrim Teig knetete, l\u00e4chelte Faenwulf an. Er zwinkerte ihr zu, gab ihrem Vater ein kleines St\u00fcck Hacksilber und machte sich dann auf den Weg. Zu viele K\u00f6stlichkeiten lockten in diesem Jolskrim. Kleine Cremet\u00f6rtchen, Karamellbrot und bunte Zuckerpl\u00e4tzchen. Asleif Thorwaldson war in und auch au\u00dferhalb von Thorwal bekannt f\u00fcr seine Zuckerb\u00e4ckerei. Wie ein weiser Mann Faenwulf einst erz\u00e4hlt hatte, war Asleif in manchen St\u00e4dten so bekannt und beliebt wegen seiner Leckereien, dass die Kinder in den Stra\u00dfen seinen Namen riefen. Auch so kann man zu Ruhm kommen, dachte Faenwulf schmunzelnd. Er holte nun das ebenfalls bestellte Hangikj\u00f6t und den Hangifisk ab. Als er zum Tempel zur\u00fcck kehrte, warteten bereits alle auf ihn. Das Brot, das Fleisch und der Fisch wurden unter allen aufgeteilt und dann ging es ohne gro\u00dfe Worte los. Alle trugen ihre Waffen und R\u00fcstungen bei sich und der Anblick einer solchen Horde Thorwaler h\u00e4tte einige, die nicht aus dem Land der Freien stammten, in Angst und Schrecken versetzt. Khemri trug eine schwere Holzf\u00e4lleraxt bei sich, die er sich f\u00fcr den Weg auf den R\u00fccken geschnallt hatte. Dazu hatte er einen Seesack bei sich, der, dem Aussehen nach, schon einige Fahrten gesehen hatte. Wahrscheinlich ein Geschenk seiner Mutter, dachte Faenwulf gut gelaunt. Hjasgar hatte einen einfachen h\u00f6lzernen Rundschild \u00fcber seine Schulter gespannt und trug eine Orknase am G\u00fcrtel, die einen hervor preschenden Stier zeigte. Auf dem R\u00fccken trug er einen Rucksack mit seinen Habseligkeiten. Direkt hinter ihnen marschierte Blotgrimm. Er trug einen riesigen Seesack auf dem R\u00fccken und st\u00fctzte sich beim Gehen auf seine m\u00e4chtige Doppelblattaxt, mit der er schon seit vielen Wintern k\u00e4mpfte. Das Blatt zierte ein tobender Pottwal, der eine Seeschlange zerriss. Statt des zweiten Blattes hatte diese Axt einen gro\u00dfen Haken, mit dem Blotgrimm seine Gegner im Kampf n\u00e4her an sich heran zu ziehen pflegte. Er hatte auch seinen treuen Olporter Thurbold dabei, der seinem Herrn nur selten von der Seite wich und jetzt gl\u00fccklich hechelnd hinter ihnen her trottete. Der Hund war f\u00fcr Blotgrimm so etwas wie ein laufender Gl\u00fccksbringer und er weigerte sich vehement ein Schiff ohne seinen pelzigen Gef\u00e4hrten zu betreten. Alle Reisenden trugen die f\u00fcr Thorwaler so charakteristischen gestreiften Hosen und die meisten hatten als R\u00fcstung eine Kr\u00f6tenhaut dabei. Die Helme einiger waren mit H\u00f6rnern, Fl\u00fcgeln und Drachenk\u00e4mmen verziert, andere waren einfach mit Schutzrunen bemalt. Viele der mitgef\u00fchrten Skjalde waren bemalt oder beschnitzt. Wale, Delfine, Schw\u00e4ne und Drachen waren darauf zu sehen, andere trugen einfach Rundschilde aus Holz, die eher behelfsm\u00e4\u00dfig und ein einfaches Mittel zum Zweck waren. Faenwulf trug seinen Schild, der einen fauchenden Drachen zeigte, <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=627\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer &#8211; Kapitel 8<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_8_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">\u201eIch erz\u00e4hle euch die Geschichte von Algrid Feuerhaar. Geboren und aufgewachsen in Olport war sie fr\u00fch noch bekannt unter dem Namen Algrid Thinmarsdottir. Sie war jung und wild und kein Ort und kein Schiff konnten sie lange halten. Ihr Haar war rot, lang und genauso wenig zu b\u00e4ndigen. Es glich einer Flamme, die ihr mit Sommersprossen geschm\u00fccktes Gesicht umrahmte. Die M\u00e4nner verzehrten sich nach ihr, doch auch von ihnen konnte keiner Algrid halten. Sie ging keinem Kampf aus dem Weg und f\u00fcr jeden besiegten Gegner besuchte sie einen anderen Hamsbitari, der ihre wei\u00dfe Haut mit einem neuen Bild verzierte. Doch weshalb jeder Thorwaler n\u00f6rdlich von Nostria ihren Namen kannte, war ihr Geschick den Schneidzahn zu werfen. Niemand kam ihr in dieser Kunst gleich und sie geh\u00f6rte zu den wenigen, die in der Lage waren diese Waffe um Ecken zu werfen. Auch Olport konnte sie nicht lange halten und so bestieg sie ein Schiff Richtung Virport. Schon oft hatte sie diese kleine Stadt besucht, da es hier den besten B\u00e4renmet gab und sie es nie l\u00e4nger als zwei Winter aushielt ohne ein Horn von diesem k\u00f6stlichen Getr\u00e4nk zu genie\u00dfen. Als sie nun jedoch an ihrem Ziel ankam, wurde sich nicht wie sonst freudig begr\u00fc\u00dft. Verwirrt machte sie sich auf den Weg ins Innere der Stadt. Alles schien irgendwie grauer und trauriger zu sein, als sie es gewohnt war. Nur wenige wagten sich aus ihren H\u00e4usern und weder Kinder noch Tiere bev\u00f6lkerten die Stra\u00dfen. Algrid machte sich auf den Weg zum Haus der Dorf\u00e4ltesten. Die Alte hatte sie immer mit offenen Armen empfangen und stets hatte Algrid ein Platz an ihrem Herd gefunden. Nach kurzem Klopfen \u00f6ffnete die Tochter der Alten die T\u00fcr und f\u00fchrte Algrid wortlos zu ihrer Mutter. Die Alte sa\u00df zusammengesunken am Feuer und starrte in die Flammen. Algrid setzte sich neben die Alte und wartete darauf, dass sie etwas sagte. \u201eDie G\u00f6tter haben dich geschickt,\u201c sprach die Alte nach schier endlos langer Zeit und Algrid bekam eine G\u00e4nsehaut. Mein Durst auf Met hat mich hierher geschickt, dachte Algrid zweifelnd und h\u00f6rte der Alten weiter zu. \u201eEin gr\u00fcner Schatten \u00fcberf\u00e4llt unser Dorf\u201c, fuhr die Alte fort. \u201eImmer und immer wieder. Anfangs riss er nur Ziegen und Rinder, doch jetzt holt er sich Schwache und Kinder. Du musst etwas dagegen tun.\u201c Algrid schauderte es. Ihr Blick glitt auf ihre Hautbilder, jedes einzelne f\u00fcr einen besiegten Gegner. Ihr linker Arm war so eng mit Hautbildern bedeckt, dass man die Haut nicht mehr sah, doch auf ihrem rechten Arm war durchaus noch Platz. \u201eIch mache es\u201c, sagte sie zu der Alten. \u201eWo muss ich hin?\u201c Die Alte blickte sie mit Tr\u00e4nen in den Augen an. \u201eDanke Kind. Du bist unsere Rettung. Folge dem schmalen Pfad hinter der Schmiede. Und nimm das hier mit.\u201c Sie legte Algrid eine Kette aus gl\u00e4nzendem Metall um den Hals, die mit allerlei glitzernden Steinen verziert war. \u201eEr liebt alles was glitzert und gl\u00e4nzt\u201c, zischte die Alte verbittert. \u201eDer Schatten wird dich finden.\u201c Algrid verlie\u00df wortlos das Jolskrim und schritt zur Taverne wo sie sich ein gro\u00dfes Horn B\u00e4renmet genehmigte. Das zweite Horn trank sie nur zur H\u00e4lfte leer, den Rest sch\u00fcttete sie in die Flammen des Herds. \u201eAuf dich, alte Flosse\u201c, fl\u00fcsterte sie. \u201eBesch\u00fctze mich heute oder hol mich, um an deiner Seite zu streiten.\u201c Dann machte sie sich auf den Weg. Die schmale Pfad war nicht schwer zu finden und er f\u00fchrte direkt in den Wald hinein. Er f\u00fchrte \u00fcber zwei Lichtungen und verlor sich dann jedoch im Dickicht. Algrid fluchte leise, schritt aber immer weiter in den dichter werdenden Wald hinein. Ihr Herz flatterte wie ein Vogel in ihrer Kehle und ihre rechte Hand umklammerte ihre Orknase. An ihren H\u00fcften baumelten ihre beiden Schneidz\u00e4hne, die mit Opalen und Rubinen verziert waren. Sie marschierte und marschierte, doch nichts schien unheimlich oder seltsam an diesem Wald. Sie sah eine F\u00fcchsin, die eines ihrer Jungen in den sch\u00fctzenden Bau zur\u00fcck trug und kam an einem aufgestauten See vorbei, in dem eine riesige Biberburg thronte, doch all dies machte ihr keine Angst. Sie war bereits mehrere Jurgaliedl\u00e4ngen unterwegs, als sie sich entschloss umzukehren. Sie wollte die Nacht nicht im Wald verbringen und darum hatte die Alte sie auch nicht gebeten. Nachts kamen andere Dinge als Schatten aus ihren L\u00f6chern und die wollte Algrid wenn m\u00f6glich vermeiden. Sie kehrte also um. Vorbei an der Biberburg und vorbei an dem Fuchsbau. Der R\u00fcckweg kam ihr viel l\u00e4nger vor und als sie schlie\u00dflich ein zweites und drittes Mal an der Biberburg vorbei kam, wusste sie, dass sie sich verirrt hatte. \u201eDreimal verdammter Wald\u201c, fluchte sie. \u201eIch wollte mich doch nur mit k\u00f6stlichem B\u00e4renmet betrinken und dann wieder aufbrechen. Und jetzt sitze ich in diesem dreimal verfluchten Wald fest.\u201c W\u00fctend trat sie einen Stein weg und marschierte weiter. Sie kam nicht wieder an dem gestauten See vorbei, den Pfad zur\u00fcck nach Virport fand sie jedoch auch nicht. Selbst durch die dichten Baumkronen konnte sie sehen, dass die Sonne langsam unter ging und irgendwie fanden die tiefen Sonnenstrahlen ihren Weg durch den Wald, um sie zu blenden. Mit zusammengekniffenen Augen und leise fluchend lief Algrid weiter durch den Wald, wobei die Kette um ihren Hals und die Schneidz\u00e4hne an ihren H\u00fcften bunte Reflexionen an die B\u00e4ume warfen. Sie war v\u00f6llig in Gedanken versunken, als sie \u00fcber sich ein Rauschen h\u00f6rte. Als w\u00fcrde der Wind durch die Bl\u00e4tter wehen, doch es war absolut windstill. Kein Blatt bewegte sich. Algrids Blick schnellte nach oben und ihre gr\u00fcnen Augen musterten die Baumkronen \u00fcber ihr. Nichts war zu sehen. Sie ging weiter, diesmal jedoch aufmerksam und vorsichtig. Jeden Moment einen Angriff erwartend, doch nichts passierte. Der Wald schien wie ausgestorben, selbst die V\u00f6gel waren verstummt. Schlie\u00dflich machte sie unter einer gro\u00dfen Steineiche halt. Das Gef\u00fchl beobachtet zu werden war furchterregend und ein Funke aus Angst begann in ihrem Herzen zu lodern. Langsam schritt sie um den Baum herum, als sie \u00fcber sich ein Fauchen h\u00f6rte, gefolgt von demselben Rauschen, das sie schon vorher bemerkt hatte und das <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=646\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 10<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vo_10_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Der erste aufsteigende Rauch wurde sichtbar und Faenwulf sp\u00fcrte ein Kribbeln in seinen H\u00e4nden. Sie w\u00fcrden Olport in der n\u00e4chsten Jurgaliedl\u00e4nge erreichen und dann w\u00fcrde er sein Sch\u00e4tzchen endlich wiedersehen. Die Vegah\u00f6gg. Seinen stolzen Drakkar, der hier repariert und auf die Herferd vorbereitet wurde. Wie ein B\u00f6rn musste Faenwulf sich zur\u00fcckhalten, um die letzte Strecke nicht zu rennen. Schon bald w\u00fcrde er wieder Planken und den Seegang unter seinen F\u00fc\u00dfen sp\u00fcren und den salzigen Wind in seinem Haar. Er atmete tief ein und konnte das Salz in der Luft riechen und schmecken. Die anderen schienen zu merken, dass sich sein Schritt stetig beschleunigte, doch sie sagten nichts und hielten Schritt, teilten seine Vorfreude vielleicht sogar. Olport war eine sch\u00f6ne Stadt. Rau aber gastfreundlich und so voll mit faszinierenden Orten, dass man sich hier als Fremder tagelang aufhalten konnte und jeden Tag etwas Neues sah. Schon in der Ferne sahen sie den riesigen Swafnirtempel, der ihr erstes Ziel sein w\u00fcrde. Danach w\u00fcrde Faenwulf sie in dem einzigen Gasthaus der Stadt einquartieren und seinen Drakkar besuchen. Er war schon unendlich gespannt, wie sie die alte Vegah\u00f6gg wieder auf Vordermann gebracht hatten. Es roch nach Holz- und Torffeuer, als sie die gro\u00dfe Stadt betraten. Neben den vielen Thorwalern, waren auch Nivesen hier Zuhause und die Thorwaler mit mandelf\u00f6rmigen Augen und schwarzem Haar waren \u00fcberraschend zahlreich. Neben Thorwalsch schnappte Faenwulf immer wieder Worte auf, die er nicht verstand und die wahrscheinlich nivesischen Ursprungs waren. \u00dcberall wurden Waren angeboten und in der Ferne konnte man die Runajasko sehen, die \u00fcber der Stadt thronte. Der Weg zum Tempel f\u00fchrte durch enge Gassen, doch alles hier war so viel freundlicher als in Waskir. Mehrere Ottajaskos hatten hier ihren Sitz und um ihre Langh\u00e4user herum hatten sich die Mitglieder angesiedelt. So entstand der Eindruck, als w\u00fcrde man durch mehrere D\u00f6rfer innerhalb der Stadt laufen. Der Swafnirtempel war sofort als solcher zu erkennen. In der Form eines riesigen Pottwals erbaut, betrat man die Halle durch das ge\u00f6ffnete Maul des Wals. Im Inneren war es sehr still. Die Ehrfurcht vor diesem Ort lie\u00df auch den lautesten Thorwaler verstummen und alles mit gro\u00dfen Augen betrachten. Faenwulf ging zielstrebig zu dem gro\u00dfen Springbrunnen in der Mitte der Halla und leerte eine Flasche von Ingibj\u00f6rgs Kr\u00e4uterschnaps im klaren Wasser. Das ist f\u00fcr dich, Swafnir. Und f\u00fcr Steinar, betete er leise. Auf dass du uns anderen mehr Zeit gibst um Ruhm und Ehre zu ernten. Die anderen hatten sich in der Halle verteilt, beteten f\u00fcr sich zu Swafnir oder brachten den vielen Kindern Swafnirs, die hier eigene kleine Alt\u00e4re hatten, Gaben dar. Faenwulf verlie\u00df den Tempel. Es tat gut ein bisschen alleine zu sein, selbst in einer so gro\u00dfen Stadt mit so vielen Bewohnern. Er schlenderte zum Gasthaus und begr\u00fc\u00dfte die Wirtin herzlich. \u201eIch und meine Begleiter wollen hier \u00fcbernachten\u201c, begann Faenwulf und holte einen Beutel aus einer seiner G\u00fcrteltaschen. Die Wirtin musterte ihn. \u201eKannst du dir das auch leisten?\u201c, fragte sie mit frechem Grinsen. Sie war ein alter Hase, das sah man ihr an, doch nach einem Blick in den Beutel, den Faenwulf ihr reichte, nickte sie freundlich. \u201eIhr k\u00f6nnt essen so viel ihr wollt\u201c, sagte sie und deutete auf einen riesigen Kessel, der \u00fcber dem Feuer brodelte. \u201eDas Essen ist inbegriffen, eine Begrenzung gibt es nicht. Jeder isst so viel er will. Wir sind schlie\u00dflich in Thorwal. Die Schlafstellen sind im Jolskrim nebenan. Schlaft einfach dort, wo Platz ist.\u201c Diesmal nickte Faenwulf freudig, brachte seinen Seesack her\u00fcber in das Langhaus und machte sich dann auf den Weg zum Hafen. Nachdem er die Vegah\u00f6gg hier auf den Strand gezogen hatte, hatte er mit einem alten Skipsmider gesprochen und ihm die Verantwortung f\u00fcr den Drakkar \u00fcbergeben. Vieles hatte an der alten Vegah\u00f6gg repariert werden m\u00fcssen, doch der Alte hatte versprochen, dass er und seine Lehrlinge von der Drakkenhalla, sich um alles k\u00fcmmern w\u00fcrden. Das klang sehr vielversprechend und Faenwulf hoffte, dass der Drakkar schon fertig f\u00fcr die Fahrt war. Er hatte den Jurgaplatz erreicht, ein gro\u00dfer Platz direkt im Hafen und blickte sich nach der Vegah\u00f6gg um. Viele Schiffe wurden hier repariert und es herrschte reges Treiben. Er erblickte Runolf Holzauge, den alten Skipsmider, dem er die Vegah\u00f6gg anvertraut hatte. Zur Begr\u00fc\u00dfung hob Faenwulf die Hand. Sein Magen kribbelte und er konnte es vor Aufregung kaum aushalten. \u201eIst sie fertig?\u201c, fragte Faenwulf, als der Alte schlie\u00dflich vor ihm stand. Dieser musterte ihn grimmig, die rechte Seite des Gesichts zu eine Grimasse verzogen. Die schon vor Jahrzehnten verheilte Verletzung sah sehr nach einem Axthieb aus, doch Faenwulf h\u00fctete sich davor, den alten Griesgram nach dem Ursprung dieser Narben zu fragen. Der Alte drehte sich zu den beiden Lehrlingen um, die hinter ihm auf weitere Anweisungen warteten. \u201eWulfgrimm\u201c, pl\u00e4rrte der Alte. \u201eZeig Faenwulf den Drakkar.\u201c Der Lehrling wich geschickt dem Tritt des Alten aus und deutete Faenwulf ihm zu folgen. Zielstrebig f\u00fchrte er Faenwulf den Hafen entlang. \u201eEs ist sicher nicht leicht bei so einem verbitterten Alten zu lernen\u201c, sagte Faenwulf und betrachtete den jungen Mann. \u201eDas stimmt\u201c, antwortete Wulfgrimm und musterte Faenwulf mit seinen blauen Augen. \u201eIch dachte nur, dass die meisten Meister so sind.\u201c Nachdenklich kratzte er sich am Kopf und zerzauste seinen schwarzen Haarschopf noch mehr. \u201eWir haben den alten Drakkar wieder richtig gut hinbekommen\u201c, berichtete Wulfgrimm nicht ohne Stolz. \u201eDas war ein hartes St\u00fcck Arbeit.\u201c Faenwulf l\u00e4chelte. Das konnte er sich vorstellen. Die letzte Herferd hatte die Vegah\u00f6gg ganz sch\u00f6n mitgenommen, doch immer hatte das treue Schiff ihm gute Dienste geleistet. Die Ungeduld wuchs und gerade als Faenwulf den Lehrling ein drittes Mal fragen wollte, wann sie das Schiff endlich erreicht hatten, sah er sie. Das rot-wei\u00df gestreifte Segel war ordentlich gefaltet, die L\u00f6cher geflickt und alle Rojer durch neue ersetzt. Einige Teile des Bugs waren ebenfalls erneuert worden und alles mit Pech abgedichtet. Faenwulfs Herz machte einen Satz. Ohne auf die erkl\u00e4renden Worte des Lehrlings zu h\u00f6ren, betrat er sein Schiff. Der Drachenkopf war durch einen neuen ersetzt worden, doch das Aussehen war gleich geblieben. Das ge\u00f6ffnete Maul entbl\u00f6\u00dfte vier <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=650\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 11<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vo_11_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Mit einem lauten Seufzen lie\u00df Faenwulf sich auf die Bank im Gasthaus fallen. Er war den ganzen Tag unterwegs gewesen, doch jetzt war alles fertig. Er w\u00fcrde nun nur noch etwas essen, einige Ahl trinken und dann m\u00fcde ins Bett fallen. Und morgen fr\u00fch w\u00fcrde es los gehen. Er hatte der Wirtin den Auftrag gegeben ihn bei Sonnenaufgang zu wecken, damit sie fr\u00fch genug los konnten. Die Ungeduld schien ihn zu zerrei\u00dfen. Er f\u00fchlte sich wie ein B\u00f6rn vor dem Swafnirstag, an dem alle Thorwaler ihren Gott feierten und nicht zu wenig auch sich selbst. Der Swafnirtag war bekannt daf\u00fcr, dass nach jeder zweiten Strophe ein Horn auf Swafnir geleert wurde und jeder sang und fr\u00f6hlich war. Faenwulf fragte sich, ob er heute Nacht w\u00fcrde schlafen k\u00f6nnen. Karva stellte ihm einen Krug kaltes Ahl hin und dr\u00fcckte ermutigend seine Hand, den Kater Zornbrecht stets an ihrer Seite. \u201eBald geht es los\u201c, sagte sie l\u00e4chelnd. \u201eSchon diese Fahrt zu organisieren war eine gro\u00dfe Herausforderung, die du grandios gemeistert hast.\u201c Faenwulf l\u00e4chelte sie ebenfalls an und nahm einen gro\u00dfen Schluck von dem Ahl. Blotgrimm kam mit einigen der Herferder herein und sein Lachen dr\u00f6hnte durch den Raum. Wie immer verbreitete er gute Laune und Faenwulf war froh, dass er dabei sein w\u00fcrde. Auch die j\u00fcngeren Thorwaler waren dabei und sahen sichtlich aufgeregt aus. Khemri und Hjasgar teilten sich ein Horn Met und unterhielten sich angeregt. Beide blickten auf, als die beiden Lehrlinge herein kamen, die Faenwulf heute Morgen bei Runolf Holzauge kennengelernt hatte. Khemri stand auf und umarmte Wulfgrimm herzlich. Faenwulf blickte Blotgrimm fragend an. \u201eDie beiden kennen sich aus Waskir\u201c, erkl\u00e4rte der H\u00fcne. \u201eDer alte Bastard war vor einem Winter oben und hat nach Holz f\u00fcr einen Drakkar gesucht. Hat \u00fcberall schlechte Stimmung verbreitet und jeder in Waskir hat die armen Kerle bemitleidet, die bei ihm zum Skipsmider ausgebildet wurden. Und die Jungspunde haben nat\u00fcrlich zusammen gefunden und gemeinsam getrunken. Daher kennen sie sich.\u201c Faenwulf nickte, wobei er sich ein schmunzeln nicht verkneifen konnte. Die alte Tratschtante Blotgrimm wusste mal wieder \u00fcber alle Bescheid. Faenwulf stand auf und holte sich eine riesige Sch\u00fcssel voll mit hei\u00dfem Eintopf, der schon den ganzen Tag \u00fcber dem Feuer gehangen hatte. Er war k\u00f6stlich und Faenwulf holte sich noch einmal einen Nachschlag, diesmal mit einem gro\u00dfen St\u00fcck Sauerbrot, das in dem Eintopf einweichte. Es schien fast, als wollte ihm seine Aufregung die Kehle zuschn\u00fcren, denn jeder Schluck schien schwerer zu sein und das Kribbeln der Aufregung lie\u00df seinen Magen grummeln. Nach dieser reichhaltigen Mahlzeit kam die M\u00fcdigkeit schnell und Faenwulf verabschiedete sich, um schlafen zu gehen. Im Langhaus nebenan war der L\u00e4rm ged\u00e4mpft und in seine warme Wolldecke geh\u00fcllt, fiel er bald in tiefen Schlaf. Faenwulf erwachte einige Male, wenn trunkene Thorwaler das Langhaus betraten, um schlafen zu gehen und Karva schlug ihr Lager nahe neben Faenwulf auf. Die ged\u00e4mpften Ger\u00e4usche aus der Taverne wirkten beruhigend und im Halbschlaf begann Faenwulf \u00fcber den Ablauf der Fahrt nachzudenken. Ein H\u00f6gg war gut. Nostrische Fischerd\u00f6rfer an der K\u00fcste waren ein leichtes Ziel und auch diesmal w\u00fcrden sich diese als erste Probe anbieten. Es gab meistens nicht viel zu holen, doch die Gefahr der Gegenwehr war gering und manche hatten doch das eine oder andere Schmuckst\u00fcck, das gerne den Besitzer wechseln wollte und sich gut verkaufen lie\u00df. Ein zufriedenes L\u00e4cheln breitete sich auf Faenwulfs Gesicht aus, als er in den Schlaf hin\u00fcber glitt. Eine kr\u00e4ftige Hand sch\u00fcttelte ihn und Faenwulf drehte sich leicht murrend um. Diesmal trat ihn jemand leicht in die Seite und mit einigen Fl\u00fcchen setzte er sich auf. Die Wirtin stand neben ihm und er sah, dass noch kein Licht durch die Fenster herein drang. \u201eDer Hahn hat bereits mehrmals gekr\u00e4ht\u201c, murrte die Wirtin. \u201eDu hast mich bezahlt, um dich zu wecken, also tu ich das auch.\u201c Sie hielt demonstrativ die M\u00fcnze hoch, die Faenwulf ihr gestern gegeben hatte und verlie\u00df leise murrend das Langhaus. Faenwulf erhob sich und streckte sich ausgiebig. Der harte Boden war nicht gut f\u00fcr seine nicht mehr jungen Knochen. Die K\u00e4lte kroch einem fiel zu tief in die Glieder. Er ging von Lager zu Lager und weckte die m\u00fcden Herferder, von denen einige sicher erst seit einer Jurgaliedl\u00e4nge geschlafen hatten. Die jungen waren schnell auf den Beinen und begannen ihr Schlaflager schon zusammenzupacken, w\u00e4hrend sich die anderen noch den Schlaf aus den Augen rieben. Faenwulf h\u00f6rte Regen auf das Dach pl\u00e4tschern und er fluchte innerlich. Niemand ruderte gerne bei Regen und direkt am ersten Tag war Regen reichlich demotivierend. Vor allem die Jungspunde w\u00fcrden entt\u00e4uscht reagieren, wenn sie erst mal bis auf die Haut durchn\u00e4sst auf ihrer Ruderbank gegen den Sturm rudern mussten. Faenwulf trat aus dem Langhaus und machte sich auf den Weg zum Hafen. Die H\u00e4ndler w\u00fcrden bald da sein, um ihre Waren zur Vegah\u00f6gg zu bringen. Anders als erwartet herrschte im Hafen schon reges Treiben. Die Skipsmider arbeiteten bereits an den Planken und die H\u00e4ndler luden gekaufte Waren von den ankommenden Schiffen. Die Skjalde waren bereits an Deck der Vegah\u00f6gg gebracht worden und lehnten an den bereitgestellten Ruderkisten, in denen die Herferder ihre Besitzt\u00fcmer w\u00fcrden verstauen k\u00f6nnen. Faenwulf betrat mit Stolz im Herzen sein pr\u00e4chtiges Schiff. Sein Platz war bereits durch seine reich verzierte Ruderkiste markiert und er deponierte sein Gep\u00e4ck darin. Sanft packte er den Griff des Ruders, das er auf dieser Herferd so oft schlagen w\u00fcrde. Er war gl\u00fccklich und anders als gestern Abend, sehr ruhig. Mit geschlossenen Augen horchte er auf das Rauschen des Meeres, doch er h\u00f6rte nichts au\u00dfer Wellen. Ingibj\u00f6rg h\u00e4tte vielleicht heraush\u00f6ren k\u00f6nnen, ob sie unter einem guten Stern fahren w\u00fcrden, ob die Wellen etwas fl\u00fcsterten, doch so w\u00fcrden sie ins Ungewisse fahren m\u00fcssen. Es dauerte eine Jurgaliedl\u00e4nge bis alle Herferder an Bord und s\u00e4mtliche Vorr\u00e4te und Eigentum an Deck verstaut waren. Der Regen war mittlerweile st\u00e4rker geworden und alle nass bis auf die Haut. Faenwulf trug seinen blauen Klappenmantel, der ihn teilweise vor dem Regen sch\u00fctzte und eine lederne M\u00fctze, die den Regen wenigstens von seinem Kopf fern hielt. <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=654\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 12<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vo_12_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Der Wind war st\u00fcrmisch und das rot-wei\u00dfe Segel der Vegah\u00f6gg bl\u00e4hte sich auf und zog die Taue stramm, die es fixierten. Sie waren jetzt seit drei Tagen unterwegs und viele der Herferder sahen m\u00fcde aus. Die meisten waren noch nie, oder lange nicht auf Fahrt gewesen und das t\u00e4gliche Rudern und die unsicheren N\u00e4chte an fremden Str\u00e4nden, hatten sie ersch\u00f6pft. Hinzu kam, dass die ganz jungen den Wellengang nicht gewohnt waren. Obwohl die meisten Thorwaler sich schon in der Wiege nach dem Rauschen des Meeres sehnten, kam es immer wieder vor, dass einige das stete Schaukeln des Drakkar nicht vertrugen. Ihre Seekrankheit hielt zwar nur einige Tage an, doch wie bei den Landratten, war es kein sch\u00f6nes unterfangen. Eine junge Thorwalerin, Bryda, schwang ihren schwarzen Zopf \u00fcber ihre Schulter und blickte mit blassem Gesicht gen Himmel. Sie kniete vor einem der Stinkt\u00f6pfe, die Faenwulf hatte anfertigen lassen. Der andere Topf wurde fest verschlossen hinter der Vegah\u00f6gg her gezogen. Der, in den Bryda nun zum zweiten Mal f\u00fcr den heutigen Tag, ihr Fr\u00fchst\u00fcck erbrochen hatte, w\u00fcrde dem anderen folgen. Die anderen Herferder r\u00fcmpften \u00fcber den Gestank bereits die Nase. Faenwulf grinste. Dieser Gestank w\u00fcrde noch schlimmer werden, doch die Stinkt\u00f6pfe waren ein wichtiges und wirksames Mittel. Es w\u00fcrden noch faule Fischabf\u00e4lle, Kohlreste und weitere Ausscheidungen folgen, die dann m\u00f6glichst lang in den Tonkr\u00fcgen g\u00e4rten. Dann wurden die Stinkt\u00f6pfe fest verschlossen und bis zu ihrer Verwendung hinter dem Schiff hergezogen. Die Tont\u00f6pfe wurden erst benutzt, wenn sie einem Schiff begegneten, das nicht einfach zu kapern war. In so einem Fall wurden die Stinkt\u00f6pfe auf das gegnerische Schiff geschleudert, wo sie zerbrachen und der ekelerregende Inhalt sich \u00fcber das Deck ergoss. Die meisten wurden von dem Gestank so \u00fcbermannt, dass sie nicht anders konnten als ihren Mageninhalt von sich und jeglichen Widerstand aufzugeben. Eine sehr beliebte Taktik der Thorwaler, die schon zu den lustigsten Abenden am Feuer gef\u00fchrt hatte. Faenwulf hatte schon h\u00e4ufig gelacht bis ihm die Tr\u00e4nen die Wangen herunter liefen und er dachte sein Bauch m\u00fcsste vor Lachen platzen, wenn Blotgrimm die Besatzung eines horasischen Schiffs imitierte, die sich nach seinen Worten \u201edie Seelen aus dem Leib gekotzt\u201c hatten, noch w\u00e4hrend sie versuchten sich die Fischreste aus den Haaren zu pfl\u00fccken. Eine Erinnerung, die ihn immer wieder mit Schadenfreude und Genugtuung erf\u00fcllte. Sein Blick glitt her\u00fcber zu der Schiffskatze Zornbrecht und Thurbold dem Olporter. Beide waren sich seit dem Beginn der Herferd aus dem Weg gegangen und es war zu keiner Auseinandersetzung gekommen. Zornbrecht hatte Thurbolds freudige Ann\u00e4herungen mit r\u00fcdem Fauchen abgewehrt und der gutm\u00fctige Hund hatte das akzeptiert und den grimmigen Kater nicht mehr bel\u00e4stigt. Abends hatte es sich Zornbrecht auf Karvas Lager gem\u00fctlich gemacht und Thurbold seinen \u00fcblichen Platz auf Blotgrimms F\u00fc\u00dfen eingenommen. An Deck hatte sich Thurbold unter eine \u00f6lige Wolldecke verzogen, die Blotgrimm ihm extra hingelegt hatte. Die Wolle war rau und kratzig, doch das \u00d6l in den Fasern hielt das zottige Fell des Olporters auch bei hohen Wellen und spritzender Gischt trocken. Zornbrecht hatte einen Ann\u00e4herungsversuch gewagt und sich schlie\u00dflich auch unter die Decke verzogen. Er ahnte wohl, dass ein Sturm aufzog. Faenwulfs Blick glitt gen Himmel und in der Ferne konnte man bereits die ersten dunklen Wolken aufziehen sehen. Doch da mussten sie durch. Die Wolken bewegten sich schnell und der Sturm hatte sie sicher eingeholt, bevor sie das sichere Festland erreichten. Einen Sturm wie diesen w\u00fcrden sie \u00fcberstehen, doch es war anstrengend und immer eine Herausforderung f\u00fcr die Herferder. Um die Vegah\u00f6gg machte Faenwulf sich die wenigsten Sorgen. Sein Schiff hatte schon schlimmerem Stand gehalten und war fast unbesch\u00e4digt weiter gesegelt. Faenwulf blickte her\u00fcber zu Bryda, die den Stinktopf gewissenhaft verschloss und dann das schwere Gef\u00e4\u00df \u00fcber die Reling hievte und von Bord warf. Ihre muskul\u00f6sen Arme zeugten von ihrer Arbeit im Steinbruch und sie war eine kluge und unbarmherzige K\u00e4mpferin, doch wahrlich keine Seefahrerin. St\u00e4ndig plagte sie die \u00dcbelkeit und ihr kr\u00e4ftiges Rudern wurde immer wieder davon unterbrochen, dass sie sich \u00fcber die Reling beugten musste, um die Fische zu f\u00fcttern. Bryda war jedoch auch ein Dickkopf und so hatte sie sich entschieden erneut mit Faenwulf auf Fahrt zu gehen. Faenwulf wusste, dass sie dies nicht nur der Abenteuer wegen Tat, hatten sie doch auf der letzten Herferd h\u00e4ufig ein Lager geteilt. Karva wusste bisher nichts davon und Faenwulf entschied sich ihr nichts davon zu erz\u00e4hlen, auch wenn er sich allein bei dem Gedanken wie ein t\u00f6richter Junge vorkam. Einen Grund hatte er nicht f\u00fcr diese Heimlichtuerei. Um auf andere Gedanken zu kommen, schlenderte Faenwulf \u00fcber das Deck. Durch den kr\u00e4ftigen Wind konnten sich die Herferder ausruhen und mussten nicht rudern. Faenwulf wollte ihnen noch etwas Ruhe g\u00f6nnen, denn wenn der Sturm erst einmal \u00fcber ihnen war, w\u00fcrden alle Rudern m\u00fcssen und das so lange bis der Sturm nachlie\u00df. Blotgrimm und Karva unterhielten sich angeregt und beide l\u00e4chelten Faenwulf an, als dieser zu ihnen stie\u00df. \u201eEs sieht nach Sturm aus\u201c, bemerkte Karva in einem best\u00e4tigenden Ton. Sie wusste, dass Faenwulf die Wolken bereits bemerkt hatte. Ihr Blick glitt her\u00fcber zu ihrem m\u00fcrrischen Kater, der von Thurbolds schwarzem Fell fast komplett verdeckt wurde. \u201eWir sollten den Kater im Auge behalten und wie er sich verh\u00e4lt\u201c, murmelte Karva geistesabwesend mit finsterer Stimme. \u201eWir sind weit weg vom Festland und wer wei\u00df was der Sturm mit sich bringt. IhreKinder&#8230;\u201c \u201eHalt den Mund\u201c, fuhr Faenwulf Karva an. Faenwulfs Gesicht verfinsterte sich. Seine Hand griff ruckartig zu dem Swafniranh\u00e4nger und er spuckte auf den Boden. Blotgrimm ergriff den eisernen Knauf seiner Axt. \u201eGerade du solltest wissen, dass es Ungl\u00fcck bringt an Bord eines Schiffes \u00fcberhaupt an so etwas zu denken.\u201c Karva senkte schuldbewusst den Blick und fl\u00fcsterte eine Entschuldigung. \u201eIch wei\u00df nicht was in mich gefahren ist.\u201c Die Wut verflog, doch die Bilder waren nun in Faenwulfs Kopf und machten sein Herz schwer, f\u00fcllten es mit kriechender Angst. Ein mit gr\u00fcnen Schuppen bedeckter, langer K\u00f6rper, der sich schnell und lautlos durch das Wasser bewegt. Ein Dornenkamm, der die Wellen teilt und gelbe Augen, die einem direkt in <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=658\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 13<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/vo_13_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Der Rauch in dem Grassodenhaus war so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte und doch warf der alte Ingibj\u00f6rg eine weitere handvoll Rauchkraut ins Feuer. Den beiden jungen Thorwalern, die neben ihm am Feuer sa\u00dfen, liefen Tr\u00e4nen die Wangen herab, weil ihnen der Rauch so sehr in den Augen brannte. Sie sa\u00dfen nun schon eine Ewigkeit bewegungslos dort und betrachteten den Rauch und das Feuer. Gelegentlich schn\u00e4uzte sich einer der beiden die laufende Nase, lauschte dabei jedoch weiter gespannt den Worten des Alten. Mit langsamen Handbewegungen versetzte er den Rauch in Bewegung und deutete den beiden jungen M\u00e4nnern genau zu betrachten welche Formen er annahm. Mit zusammengekniffenen Augen betrachteten sie den Rauch, versuchten zu sehen was der Alte sah und versuchten zu deuten, was dies darstellen sollte. Sie hegten schon lange keine Furcht mehr vor den F\u00e4higkeiten des Alten. Thorwaler waren ein sehr abergl\u00e4ubisches Volk und jegliche Magie, war sie noch so gering, betrachteten sie mit Argwohn und Angst. Es gab nur wenige Magier im Volk der Thorwaler und auch hellsichtige oder Menschen mit dem dritten Auge wurden h\u00e4ufig ausgesto\u00dfen und vertrieben. Der Alte hatte selbst diese Erfahrung gemacht und gab sein Wissen nun an die beiden jungen M\u00e4nner weiter. Beorn, gro\u00df, selbst f\u00fcr einen Thorwaler, hatte schon fr\u00fch bemerkt, dass er anders war. M\u00fcrrisch, schweigsam und berechnend, sprach er wenig mit den anderen und allein seine Familie gab ihm Halt. Es war ihm immer leicht gefallen Tr\u00e4ume zu deuten, Zeichen und Dinge zu sehen, die an anderen unbemerkt vorbei gingen und wenn etwas Schlechtes bevorstand, schien er es zu wissen. Es f\u00fcgte sich f\u00fcr ihn zusammen, diese Zeichen, die nur er zu sehen schien und wenn er die Bauern vor einem Sturm warnte, der der Ernte schaden w\u00fcrde oder die Skipsmider auf einen bald brechenenden Mast hinwies, betrachtete man ihn mit Argwohn. Schon fr\u00fch hatte Beorn gelernt, diese Warnungen zu unterlassen, doch die Thorwaler in seinem Dorf wussten es bereits. Die Ger\u00fcchte \u00fcber den jungen Mann mit den stechenden gr\u00fcnen Augen machten die Runde und bald brach Beorn auf, um zu lernen, wie er seine F\u00e4higkeiten schulen konnte. Als Kind hatte Ragin Stimmen geh\u00f6rt, die im Traum zu ihm sprachen. Seine Mutter war verwirrt, dass ihr Sohn so h\u00e4ufig einfach am Feuer sa\u00df und hineinstarrte, kaum reagierte wenn man ihn ansprach. Genauso betrachtete Ragin h\u00e4ufig die Wolken oder den Flug der V\u00f6gel und seine Mutter bekam es mit der Angst zu tun. Ein Skalde auf Reisen beruhigte sie, erz\u00e4hlte ihr von den thorwalschen Goden, weisen M\u00e4nnern, die Dinge sahen, Tr\u00e4ume deuteten, Runen warfen. Er riet ihr, ihren Sohn einfach zu lassen, war er doch etwas besonderes. Die Dinge die er tat waren nicht gef\u00e4hrlich, doch er w\u00fcrde damit rechnen m\u00fcssen, dass viele aus dem Dorf ihn meiden w\u00fcrden. So beschr\u00e4nkte der junge Thorwaler sich darauf, seiner Familie zu helfen, ihnen Ratschl\u00e4ge zu geben und auf seine wachsenden F\u00e4higkeiten zu vertrauen. Rauschzust\u00e4nde, ob durch Met oder Rauchkraut, vermied er. Sie verst\u00e4rkten zu sehr die Dinge, die er sah, verwirrten ihn, doch die Kr\u00e4uterfrau des Dorfes riet ihm in die Ausbildung zu gehen. Wie ein Skipsmider oder L\u00e4knir brauchte auch er einen Meister, der ihm beibrachte seine Talente zu verbessern. So traf Ragin auf Beorn, der ebenfalls diesem Rat gefolgt war und einen alten Goden getroffen hatte, der sich der beiden Thorwaler annahm. Dieser alte Freund Ingibj\u00f6rgs k\u00e4mpfte nun jedoch an Swafnirs Seite und so hatte der alte Ingibj\u00f6rg sich bereit erkl\u00e4rt die beiden jungen M\u00e4nner weiter auszubilden. \u201eWir gehen raus\u201c, begann Ingibj\u00f6rg und erhob sich langsam. Auf seinen Stock gest\u00fctzt, schritt er nach drau\u00dfen und f\u00fcllte zwei H\u00f6rner mit klarem, kalten Wasser, die er den jungen M\u00e4nnern reichte. Beorn und Ragin taumelten, als sie in die Sonne traten und beiden war schwindelig und \u00fcbel. Das Wasser machte es etwas besser und die frische Luft war eine Wohltat, doch sie wussten dass sie noch nicht fertig waren. Der Alte lie\u00df sich im Gras nieder und \u00f6ffnete einen Beutel an seinem G\u00fcrtel. Er griff hinein, zog eine handvoll Runen heraus und warf sie vor sich in den Sand. \u201eWas siehst du Ragin?\u201c, fragte er knapp und betrachtete den jungen Mann. In Ragins Kopf drehte sich alles und es fiel ihm schwer sich auf die Runen zu konzentrieren. Es gab so viel was er beachten musste, doch irgendwie fiel ihm nichts von dem ein, was sein alter Meister ihn gelehrt hatte. Und trotzdem waren seine Sinne gesch\u00e4rft, er konnte die Runjas sp\u00fcren, die alles beeinflussten. \u201eDie Swafnirrune liegt sehr nah an der des Wolfs\u201c, begann er und betrachtete die beschnitzten Runen genauer. \u201eDie Wolfsrune steht hier f\u00fcr etwas schlechtes\u201c, fl\u00fcsterte er und schloss die Augen, streckte seine Finger aus und versuchte zu f\u00fchlen, was es war. Die Bedrohung war nah und alt. Der Alte hatte ihnen von dem Wolf erz\u00e4hlt, der an diesem Berg hauste. Er war einer der Gr\u00fcnde warum sie hier waren. Vorsichtig ber\u00fchrte er die rote Rune des w\u00fctenden Swafnir. \u201eZorn\u201c, fl\u00fcsterte Ragin mehr zu sich selbst, als zu Beorn und dem Alten. \u201eRoter Zorn, Blut und Gold.\u201c Er sah Bilder vor sich, zornige Gesichter, \u00c4xte die geschwungen wurden, klimpernde Beutel voller M\u00fcnzen. Menschen schrien, andere riefen. Die kalte Hand des Alten, die sich auf seine Schulter legte, lie\u00df Ragin hochschrecken und er blickte in die gutm\u00fctigen Augen des Alten. \u201eIch k\u00f6nnte jetzt etwas zu essen vertragen, meint ihr nicht?\u201c, fragte Ingibj\u00f6rg fr\u00f6hlich, erhob sich und hinkte zur Feuerstelle her\u00fcber \u00fcber der ein brodelnder Topf mit Lauchsuppe hing. \u201eIch denke wir sollten drau\u00dfen essen. Die frische Luft wird uns gut tun.\u201c Beorn blickte Ragin grinsend an. Er hatte seine Sache gut gemacht, sollte das Gesehene f\u00fcr sich selbst deuten, auch wenn ihm dies die eine oder andere schlaflose Nacht bringen w\u00fcrde. Der Alte war zufrieden mit ihm und er wusste, genau wie die beiden jungen M\u00e4nner, dass Gro\u00dfes bevorstand. Kapitel 12 | Kapitel 14<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=666\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 14<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/vo_14_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sie sa\u00dfen nun am Strand, ersch\u00f6pft, durchn\u00e4sst und schweigsam. Der Sturm war so stark gewesen, wie Faenwulf es erwartet hatte und er hatte sie so schnell erreicht, dass eine R\u00fcckkehr zum Ufer hoffnungslos gewesen war. Alle an Bord der Vegah\u00f6gg hatten das pl\u00f6tzliche Ansteigen des Windes bemerkt, w\u00e4hrend sich der Drakkar schnell auf die schwarze Wolkenwand zubewegte. Die ersten Blitze waren in der Ferne zu h\u00f6ren und ein Donnergrollen, das ihnen eine G\u00e4nsehaut \u00fcber die K\u00f6rper jagte. Karva, die jahrelang von ihrem Vater ausgebildet worden war, betrachtete die Wolkenformationen mit besorgtem Blick. Was auch immer sie darin sah, Faenwulf selbst erkannt nur, dass es einer der st\u00e4rksten St\u00fcrme war, den er je erleben w\u00fcrde und es war nicht von Vorteil, dass sie auf See waren. Dann war der Regen pl\u00f6tzlich \u00fcber ihnen und der Drakkar schien sich zornig aufzub\u00e4umen. Hastig br\u00fcllte Faenwulf Befehle gegen das Dr\u00f6hnen des Windes an. Alles an Bord musste festgezurrt werden, sonst war es f\u00fcr immer verloren. So wurden die Ruder eingezogen und alle besch\u00e4ftigten sich hektisch damit, ihr Hab und Gut in den Ruderkisten zu verstauen und diese am Boden des Drakkar zu fixieren. Faenwulf selbst nutzte seinen Klappenmantel, um alles Zerbrechliche in seiner Kiste zu polstern und legte sich dann seinen ledernen Mantel, zum Schutz vor dem Regen, um. Gemeinsam holten sie das Segel ein, schn\u00fcrten den v\u00f6llig durchn\u00e4ssten Wadmal zusammen, damit der Wind ihn nicht zerriss und legten dann den Mast um. Das Meer wurde immer wilder und die Thorwaler eilten nun zu ihren Rudern und begannen jetzt gegen die ersten hohen Wellen anzuk\u00e4mpfen. Sie mussten verhindern, dass sie aufs offene Meer hinaus getragen wurden und durften die Kontrolle \u00fcber das Schiff nicht verlieren. Faenwulf selbst sa\u00df an seinem Ruder und es schien als w\u00fcrde er gegen die Wellen ringen. Mit ganzer Kraft umklammerte er das Holz und stie\u00df es immer wieder in die Wellen. Nach wenigen Strophen waren alle nass bis auf die Haut, doch niemand schien dies wirklich wahrzunehmen. Vor allem die Jungen konzentrierten sich alleine aufs Rudern und die, denen die Fahrt bisher eher auf den Magen geschlagen war, hatten ihre \u00dcbelkeit vergessen. Ein Blitz schlug direkt neben ihnen in die Wellen ein und Faenwulf h\u00f6rte ein nerv\u00f6ses \u201eBei Swafnir\u201c hinter sich. Ein Seil peitschte \u00fcber das Deck und Thurbold winselte leise vor sich hin. Der gro\u00dfe Olporter hatte sich an den F\u00fc\u00dfen seines Herrn zusammengekauert und schien Todes\u00e4ngste auszustehen. Die Augen des Katers Zornbrecht blitzten unter der Decke hervor und schienen Faenwulf anzustarren. Tu dein Bestes, dachte Faenwulf. Wenn du Magie in dir hast, hilf uns jetzt. Der Kater w\u00fcrde bei so einem Sturm alles tun, damit das Schiff nicht sank. Eine Welle brach an der Seite des Drakkar und tr\u00e4nkte sie alle im salzigen Wasser Efferds, das so kalt war, dass Faenwulf sofort zu zittern begann. Er blickte her\u00fcber zu Karva, die neben ihm ruderte und sah, dass ihre Lippen bereits blau waren, doch ihre Augen verspr\u00fchten ein Feuer, das ihn weiter rudern lie\u00df. Es schien, als w\u00e4re das Meer ein lebendiges Wesen, das mit ihnen spielte, sie herum warf und ins Schwanken brachte. Eine weitere gro\u00dfe Welle riss Bryda von ihrer Ruderkiste und drohte sie von Bord zu sp\u00fclen. Wie eine leblose Puppe riss das Wasser sie von ihren F\u00fc\u00dfen und mit sich in Richtung Reling. Blotgrimm packte sie im letzten Augenblick am Arm und riss sie zur\u00fcck aufs Schiff. Am n\u00e4chsten Tag w\u00fcrde Bryda ihren Arm kaum heben k\u00f6nnen, doch trotzdem blickte sie Blotgrimm mit tiefster Dankbarkeit an. Ohne zu z\u00f6gern sprang sie auf und setzte sich wieder auf ihre Kiste, ergriff ihr Ruder und begann im Rhythmus der anderen zu rudern. Faenwulf konnte den Schmerz ihres verdrehten Arms in ihrem Gesicht sehen, doch sie gab keinen Laut von sich und machte weiter. Trotz der K\u00e4lte ruderten sie weiter und Faenwulf, der schon seit Jahren ruderte und ein kr\u00e4ftiger Thorwaler war, begann zu sp\u00fcren wie ihm langsam aber sicher die Kr\u00e4fte schwanden. Sie ruderten gegen das Meer an und dieses war letztendlich immer st\u00e4rker. Die Wellen spielten mit ihnen, warfen sie herum, bis eine Welle sie schlie\u00dflich mit sich trug, weit nach oben, bis sie dann in sich zusammenfiel. Einige an Bord fielen von ihren Ruderkisten und klammerten sich zitternd an ihren Rudern fest. \u00c4ngstlich murmelten einige vor sich hin und Faenwulf wusste, dass sie f\u00fcr sich beteten. Das Holz des Drakkars \u00e4chzte und krachte und es schien, als wollte das Meer ihn zerrei\u00dfen, doch Faenwulf vertraute in sein Schiff. Da mussten schon ganz anderen M\u00e4chte kommen um sein Drachenschiff zu versenken. Seine Mannschaft hatte jedoch nicht so viel Glaube in das Schiff. Noch w\u00e4hrend Faenwulf nach den richtigen Worten suchte, um seine Leute zu beruhigen, erhob Karva ihre Stimme. \u201eSwafnir\u201c, rief sie. \u201eAlte Flosse, gro\u00dfer Bruder, wie du siehst sind wir in Not. Zu m\u00e4chtig ist das Meer, zu zornig der Sturm. Zu sehr hat dein immerw\u00e4hrender Kampf gegen die verderbte Hranngar die Gezeiten aufgew\u00fchlt. Hilft uns, gib uns Mut und gib uns Kraft, dass wir an deiner Seite streiten k\u00f6nnen und nicht in den Tiefen der See versinken m\u00fcssen.\u201c Faenwulf glaubte, dass das laut ausgesprochene Flehen vielen Mut gab, denn die stillen Gebete verstummten und die Thorwaler ruderten weiter, mit neuer Entschlossenheit im Blick. Das Wasser des Regens lief Faenwulf in die Augen und der eiskalte Wind schnitt in seine Wangen wie kleine Klingen, doch das Meer schien ruhiger zu werden. Der Drakkar, der sich vorher wie ein ungez\u00e4hmtes Pferd aufgeb\u00e4umt hatte, schien nur noch zu bocken und der Regen wurde schw\u00e4cher. Sein wildes Toben nahm langsam ab und der Sturm wurde zu einem starken Wind. Sie mussten noch ein bisschen durchhalten und konnten dann im besten Fall ans Ufer segeln und sich ausruhen. In der Ferne waren schon die ersten Sonnenstrahlen zu sehen und das Rudern fiel zusehends leichter. Eilif Falkenauge schritt zu Faenwulf und erkl\u00e4rte ihm, wohin sie nun fahren w\u00fcrden. In der Ferne war Rauch zu sehen, der laut Eilif zu einem Fischerdorf an der K\u00fcste Nostrias geh\u00f6rte. Nach kurzer <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=663\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 15<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/vo_15_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Unter lautem Knirschen traf der Drakkar auf den Strand. \u201eStrandh\u00f6gg\u201c, br\u00fcllte Faenwulf und schwang sich \u00fcber die Reling. Wasser spritzte hoch, als er mit seinen hohen Stiefeln in der Brandung landete, seine Orknase fest umklammert. Dann rannte er los. Dicht gefolgt h\u00f6rte er hinter sich die anderen Thorwaler, die br\u00fcllend und gr\u00f6lend auf das Dorf zu preschten. Durch ihre leichte R\u00fcstung waren sie wendig und hatten den kurzen Strandabschnitt schnell \u00fcberquert. Die ersten Menschen kamen aus ihren H\u00e4usern, hektische Rufe drangen zu ihnen, die immer lauter und panischer wurden. Einige M\u00e4nner traten ihnen mit Harpunen entgegen, andere mit kurzen Schwertern, H\u00e4mmern oder Messern, doch die Thorwaler rammten sie, wie ein Pottwal ein Walfangschiff rammt. Die ersten wurden nach hinten geschleudert, w\u00e4hrend Faenwulf dem n\u00e4chsten schon seine Axt in die Seite rammte. Frauen begannen zu kreischen und weitere M\u00e4nner traten nach drau\u00dfen. Hinter sich h\u00f6rte Faenwulf das Klingen von Metall und das Knirschen von Holz. Das Blut rauschte in seinem Kopf und er betrat das erste Haus. Schnell flogen seine Augen \u00fcber den kleinen Raum in dessen Ecke eine v\u00f6llig ver\u00e4ngstigte Frau hockte. Ohne sich weiter um sie zu k\u00fcmmern griff Faenwulf nach einer silbernen Schale und lie\u00df sie in seinen Seesack gleiten. Mehr war hier leider nicht zu holen. Mit einer schnellen Bewegung riss er der Frau, die panisch in einer Sprache sprach, die Faenwulf nicht verstand, eine Bernsteinkette vom Hals und verlie\u00df das Haus. Drau\u00dfen stellte sich ihm ein junger Mann entgegen, der eindeutig nicht von hier war. Er trug eine leichte R\u00fcstung, die er sich offensichtlich schnell \u00fcbergeworfen hatte und hielt ein schlankes Schwert in der Hand. Sein Atem ging schnell und sein Schwertarm zitterte leicht. Faenwulf hatte fast Mitleid mit ihm. Er \u00fcberragte den J\u00fcngling um einen halben Schritt, doch Faenwulf wusste auch, dass diese kleinen zierlichen Kerle h\u00e4ufig schnell waren wie Wiesel. Der Thorwaler schlug mit seinem Schild nach dem jungen Mann und dieser wich beh\u00e4nde, fast t\u00e4nzelnd, aus. Faenwulf seufzte innerlich und lockerte den Schneidzahn an seinem G\u00fcrtel. Diesmal griff der junge Mann zuerst an und stie\u00df das Schwert in Richtung Faenwulfs Gesicht, um sich blitzschnell wieder aus der Reichweite des Thorwalers zu entfernen. Faenwulf blockte den Angriff ab, doch sofort folgte der n\u00e4chste und der n\u00e4chste. Mit dem gro\u00dfen Rundschild war es schwierig an Faenwulf heran zu kommen, doch so ein Schild wurde schwer. Trotzdem schaffte der Thorwaler es dem jungen Mann einen Schlag mit der Axt zu versetzen, verletzte ihn jedoch nicht so schwer wie gewollt. Auch Faenwulf musste einen Streich des Schwertes einstecken und er wurde langsam ungeduldig. Vorsichtig zog er den Schneidzahn aus seinem G\u00fcrtel, wobei der Schild seine Handlung verdeckte. Jetzt musste nur noch die richtige Gelegenheit kommen und er w\u00fcrde der kleinen Plage die Wurfaxt in die Brust rammen. Doch dazu kam es nicht. Gerade als Faenwulf einen Angriff andeuten wollte und der junge Mann sich darauf vorbereitete, wurde dieser zu Boden gerissen. Hjasgar hatte sich ihm unbemerkt gen\u00e4hert und ihn dann mit einem beherzten Schildsto\u00df von den F\u00fc\u00dfen geholt. Faenwulf grinste erleichtert und vergrub dann das Blatt seiner Orknase im R\u00fccken des Mannes, der kurz zuckte und dann liegen blieb. Die Frau, deren Haus Faenwulf gerade gepl\u00fcndert hatte, kam heraus gest\u00fcrmt, warf sich auf den toten J\u00fcngling und stie\u00df lautes Wehklagen aus. Faenwulf lie\u00df sie mit ihrer Trauer allein. Die ersten D\u00e4cher des Dorfes brannten und einige der Mannschaft hatten sch\u00f6ne Schmuckst\u00fccke erbeutet. Karva steckte einen mit Edelsteinen besetzten Dolch in ihren G\u00fcrtel, w\u00e4hrend Wulfgrimm einen bronzenen Kerzenst\u00e4nder in einem Beutel verschwinden lie\u00df. Blotgrimm zerrte eine schreiende Frau in ein Haus. Faenwulf durchsuchte zwei weitere H\u00e4user und erbeutete einige Ketten und Ringe. Die Gegenwehr der Dorfbewohner lie\u00df immer mehr nach. Einige lagen tot in den Stra\u00dfen, andere hatten sich in ihren H\u00e4usern verschanzt oder waren geflohen. Ein paar der H\u00e4user standen nun komplett in Flammen und Faenwulf gab den Befehl zum R\u00fcckzug. Er wusste, dass seine Stimme und seine Sprache f\u00fcr die Bewohner fremdartig und bedrohlich klang. Es w\u00fcrde dauern, bis sie sich von diesem Angriff erholt hatten, doch Faenwulf wusste, dass dies nicht der erste thorwalsche Angriff auf dieses Dorf gewesen war. Mit schnellen Schritten zogen sie sich zur Vegah\u00f6gg zur\u00fcck, hievten ihre Beutest\u00fccke an Bord und schoben den Drakkar vom Strand. Nun hie\u00df es wieder rudern, bis der Wind sie weiter trug und als Faenwulf das Kommando gab, holten sie die Ruder ein. Der Wind war kr\u00e4ftig und schob sie schnell \u00fcber das blaue Meer. Mit breitem Grinsen leerte Faenwulf seinen Seesack und betrachtete mit seiner Mannschaft die Beutest\u00fccke. Kapitel 14 | Kapitel 16<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=676\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 16<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/vo_16_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Es war noch fr\u00fcher Morgen als Ingibj\u00f6rg seine beiden neuen Sch\u00fcler weckte. Heute w\u00fcrden sie ihre erste Probe bestehen m\u00fcssen und da sie vor Sonnenuntergang wieder zu dem kleinen Hof zur\u00fcckkehren wollten, war es ratsam fr\u00fch aufzubrechen. Ragin trug einen Wasserschlauch und einen Beutel mit Proviant f\u00fcr den Weg, w\u00e4hrend Beorn Ingibj\u00f6rgs Rucksack trug. Der Alte hatte ihnen nicht gesagt wo genau sie hingehen w\u00fcrden. Die letzten Wochen hatten sie am Berg verbracht und wenn der Alte sie nicht unterrichtet hatte, mussten sie Feldarbeit leisten. Doch langweilig wurde es nie. Hatten sie ihre F\u00e4higkeiten fr\u00fcher immer unterdr\u00fcckt, schienen sie hier zu wachsen und zu gedeihen. Ob es an dem Berg, an den Lehren des Alten oder an beidem lag war nicht klar, doch die beiden jungen M\u00e4nner waren froh endlich einen Weg zu gehen auf dem sie ihre fr\u00fcher so gef\u00fcrchteten Gaben nutzen konnten. Sie folgten schmalen Pfaden, ausgetreten von Tieren, immer tiefer in den Wald hinein. Hier und da blieb Ingibj\u00f6rg stehen um Kr\u00e4uter zu sammeln oder in den Wald zu lauschen. Er sprach nicht und die jungen M\u00e4nner trauten sich nicht etwas zu sagen. Wie die kommende Aufgabe aussehen w\u00fcrde blieb ihnen ein R\u00e4tsel, doch obwohl der alte Mann gebrechlich schien, gab er ihnen Sicherheit. Nat\u00fcrlich trugen sie Waffen bei sich. Ragin hatte eine Orknase am G\u00fcrtel und Beorn st\u00fctzte sich beim Gehen auf seinen Speer. Gefahren durch W\u00f6lfe oder Schwarzpelze w\u00fcrden sie abwehren k\u00f6nnen und das wogegen Waffen nutzlos waren, w\u00fcrde der Alte vertreiben. Ingibj\u00f6rg summte leise ein Lied, die Augen halb geschlossen. Er kannte diesen Weg wie die Linien auf seiner Hand und war ihn h\u00e4ufiger gegangen, als er z\u00e4hlen konnte, jedoch immer allein. Heb&#8216; die F\u00fc\u00dfe, Junge, dachte er kichernd und Beorn stolperte zwei Sekunden sp\u00e4ter \u00fcber eine Wurzel. Nicht nur die Runjas liebten ihre Streiche. Ingibj\u00f6rgs Summen verstummte, als der Pfad begann schmaler zu werden. Es war leicht zu erkennen, dass sich nicht viele Tiere hierher wagten und der Wald wurde bald lichter und der Boden felsiger. Ebenso wurde der Weg steiler und bald standen allen dreien kleine Schwei\u00dfperlen auf der Stirn. \u201eNicht mehr weit\u201c, murmelte Ingibj\u00f6rg mehr zu sich selbst als zu seinen Lehrlingen und griff seinen Gehstock fester. Sie umrundeten einen gro\u00dfen Findling und blickten in den Rachen einer tiefen H\u00f6hle. Sie schien weit in den Berg zu f\u00fchren und der Eingang war so hoch, dass Beorn sie mit geradem R\u00fccken h\u00e4tte betreten k\u00f6nnen. Neben dem Eingang lag der Kadaver eines Wildschweins und etwas das mal ein Wolf gewesen war. Beorn und Ragin fielen sofort die feinen Runen auf, die bis auf die H\u00f6he von drei Schritt um den Eingang herum in den Stein geritzt waren. Einige neu andere fast verblasst. Ingibj\u00f6rg kniete sich vor die \u00dcberreste eines vor vielen Monden angez\u00fcndeten Feuers und deutete Beorn ihm seinen Rucksack zu geben. Beorn tat wie ihm gehei\u00dfen und beobachtete den Alten wie er ein Feuer entfachte und sofort etwas Rauchkraut in die Flammen warf. Noch w\u00e4hrend er Ingibj\u00f6rgs Tun betrachtete fiel ihm Ragins besorgter Blick auf, der mit zusammengezogenen Brauen auf den H\u00f6hleneingang starrte. Beorn folgte seinem Blick und sein Herz sank. Wie ein schwarzes Maul klaffte die H\u00f6hle hinter ihnen und schien jedes bisschen Licht zu verschlucken. Trotz der Sonne, die hell \u00fcber ihnen schien, war im Inneren der H\u00f6hle nichts zu erkennen. Im Gegenteil, schien die Dunkelheit eher aus ihr herauszukriechen. Instinktiv griffen beide an Metall und wandten sich dann wieder dem Alten zu, der sich zu ihnen umwandte und ihnen deutete sich zu setzen. Sie sa\u00dfen um das Feuer herum und starrten in die Flammen. Mal schien die Zeit zu rennen, mal schien sie zu kriechen, doch die jungen M\u00e4nner wagten nicht zu fragen worauf sie warteten. Ihre R\u00fccken begannen zu schmerzen und die K\u00e4lte des Bodens kroch in ihre Glieder. Gerade als sie dachten, sie w\u00fcrden es nicht mehr aushalten weiter dort zu sitzen, h\u00f6rten sie es. Leise Stimmen, fl\u00fcsternd, manche kichernd, die aus der H\u00f6hle drangen. Die Worte waren unverst\u00e4ndlich, doch sie waren ganz klar da. \u201eRunjas\u201c, fl\u00fcsterte Ingibj\u00f6rg in strengem Ton zur\u00fcck und die Stimmen verstummten fast augenblicklich. Sie sa\u00dfen weiter dort, diesmal geduldiger. Die Sonne stand schon wesentlich tiefer, doch das worauf Ingibj\u00f6rg zu warten schien, lie\u00df sich Zeit. \u201eDu bist hier\u201c, fl\u00fcsterte Ingibj\u00f6rg und riss damit seine Lehrlinge aus ihrer Trance. Er begann mit einem Stock Runen in den Boden zu zeichnen und sie h\u00f6rten, dass sich hinter ihnen etwas regte. Etwas gro\u00dfes schien sich mit schnellen Schritten zu n\u00e4hern, doch egal wie angestrengt die jungen M\u00e4nner auch in die Dunkelheit starrten, sie konnten nicht ausmachen was dort auf sie zu kam. Ein kehliges Knurren erklang, das von den W\u00e4nden der H\u00f6hle widerhallte und sie erkannten, dass es schon n\u00e4her war, als gedacht. Ingibj\u00f6rg zeichnete einen Wolf in den Sand umringt von Runen, von denen die jungen M\u00e4nner nur einige kannten. Das Wesen war jetzt ganz nah und sie konnten eine Bewegung in der H\u00f6hle erkennen. Beorn und Ragin sp\u00fcrten seinen hei\u00dfen Atem in ihren Nacken, der nach Tod und Verwesung stank. Gleichzeitig lehnten sie sich nach vorn und begannen mit ihren Fingern ebenfalls Runen in den Sand zu zeichnen. Es geschah mehr instinktiv als wissentlich, doch das w\u00fctende Knurren verstummte. Mit einer schwungvollen Geste wischte Ingibj\u00f6rg den im Sand gezeichneten Wolf fort und ein zornerf\u00fclltes Bellen erklang aus der H\u00f6hle. Beorn und Ragin sahen das Aufblitzen gelber Augen, die jedoch sofort wieder verschwanden. Der Bewohner der H\u00f6hle entfernte sich, doch sie konnten seinen abgrundtiefen Hass sp\u00fcren. Mit knackenden Knochen und steifen Gliedern erhoben sie sich. Wenn sie das Grassodenhaus vor Sonnenuntergang erreichen wollten, mussten sie aufbrechen. Niemand sprach auf dem Weg zur\u00fcck und die beiden jungen M\u00e4nner versuchten zu lauschen, ob die Runjas ihnen etwas mitteilen wollten. Doch wie so oft waren ihre Botschaften wirr und nicht zu verstehen. Im Grassodenhaus setzten sie sich wieder um das Feuer, doch hier war es warm und gem\u00fctlich. Sie streckten ihre Glieder auf gem\u00fctlichen Fellen aus und a\u00dfen Brot mit Schmalz, w\u00e4hrend Ingibj\u00f6rg einen Apfel schnitt. <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=683\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 17<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/vo_17_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sie waren wieder auf See. Nach dem H\u00f6gg waren sie alle gut ausgeruht, ges\u00e4ttigt und zufrieden. Niemand war mit leeren H\u00e4nden auf die Vegah\u00f6gg zur\u00fcck gekehrt. Ein guter Start also.Dazu stand der Wind gut und sie hatten kaum rudern m\u00fcssen. W\u00e4hrend der Rest der Mannschaft sich unterhielt oder sich die Sonne auf den Bauch scheinen lie\u00df, beratschlagte Faenwulf sich mit Karva und Blotgrimm \u00fcber ihr n\u00e4chstes Ziel.\u201eBrabak\u201c, dr\u00f6hnte Blotgrimm. \u201eWir k\u00f6nnen Waren tauschen und vielleicht heuert uns jemand an. Eine Horde Thorwaler kann doch jeder gebrauchen.\u201c Faenwulf war skeptisch, hatte jedoch spontan keine andere Idee. Sie hatten noch viel Zeit und ein kleiner Abstecher nach Brabak konnte nicht schaden. \u201eVielleicht sollten wir auch&#8230;\u201c Ein Rufen von Eilif Holzauge unterbrach ihn. \u201eSchwarze Segel!\u201c, rief er, einen Arm um den Kopf des Drakkar geschlungen. \u201eSchwarze Segel!\u201cDie Thorwaler blickten auf. Schwarze Segel konnten nur eins bedeuten. Eine Al&#8217;Anfanische Galeere.Jeglicher Frohsinn war Zorn gewichen, bei manchen auch unverhohlenem Hass. Faenwulf musste kein Wort sagen. Es war klar, dass ihnen ein Kampf bevor stand und er schritt her\u00fcber zu seiner Ruderkiste um seine Kr\u00f6tenhaut heraus zu holen. Die meisten, zumindest die die leichte R\u00fcstung besa\u00dfen, taten es ihm gleich. Schwere R\u00fcstung, bis auf Helme, waren auf hoher See eher nicht ratsam. So schnell es ging zogen sich alle an und schnallten sich ihre Waffen um. Manche schickten kurze, w\u00fctende Gebete an ihren zornigen Gott.Der Drakkar hatte Kurs auf die Galeere genommen und die ersten Rufe in einer fremden Sprache waren zu h\u00f6ren. Faenwulf \u00fcberlegte, ob er etwas sagen sollte, doch er entschied sich dagegen. Die Feindschaft zwischen Thorwal und Al&#8217;Anfa sa\u00df so tief, dass Worte eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig waren. Der Aal war geladen und die Stinkt\u00f6pfe waren bereit. Jetzt hie\u00df es der Galeere auszuweichen und den ersten Angriff zu machen. Der Drakkar war schneller und wendiger als die Galeere, doch der Rammsporn am Bug des Schiffes war vernichtend, wenn er sie traf.Die Stimmung war angespannt und die sonst so fr\u00f6hlichen Thorwaler von einer d\u00fcsteren Stimmung befallen. Die Besatzung der Galeere rief ihnen offensichtliche Verspottungen zu, doch das k\u00fcmmerte sie nicht. \u201eWir f\u00e4rben das Meer mit eurem Blut, ihr Hunde\u201c, murmelte Faenwulf d\u00fcster. \u201eLos!\u201c, br\u00fcllte er dann. Mit einem lauten Zischen schleuderte der Aal den Speer und verfehlte sein Ziel nicht. Ein Mann in lederner R\u00fcstung, der laut Befehle br\u00fcllte, wurde durchbohrt und von Bord gerissen. Nur gro\u00dfe Spritzer Blut zeugten davon, dass er \u00fcberhaupt einmal dort gestanden hatte.Schreie waren vom feindlichen Schiff zu h\u00f6ren, das jetzt so nah war, dass Faenwulf die verzerrten Gesichter der M\u00e4nner erkennen konnte, gegen die er gleich k\u00e4mpfen w\u00fcrde.Die Thorwaler banden sich mit Essig getr\u00e4nkte T\u00fccher vor Mund und Nase, kurz bevor zwei Stinkt\u00f6pfe mit viel Schwung an Deck der Galeere geschleudert wurden. Der Gestank trieb ihnen sogar auf dem Drakkar die Tr\u00e4nen in die Augen und viele auf der Galeere, Besatzung wie Sklaven, begannen sich zu \u00fcbergeben. Der Moment war g\u00fcnstig. Als das Schiff nah genug war, sprangen die Thorwaler auf die Galeere. Schn\u00fcre wurden gespannt, um ein auseinanderdriften der Schiffe zu vermeiden, Speere wurden geworfen und die erste Reihe der gegnerischen Besatzung wurde von den vorst\u00fcrmenden Thorwalern einfach von ihren F\u00fc\u00dfen gerissen. Die Kinder Swafnirs br\u00fcllten ihren Zorn heraus und f\u00e4llten alles, was ihnen vor die \u00c4xte kam. Es war klar, dass sie im Falle eines Sieges, niemanden am Leben lassen w\u00fcrden.Die angeketteten Menschen hockten sich \u00e4ngstlich an die Bordwand, nicht wissend wer Freund oder Feind war. Geblendet vor Zorn schlug Faenwulf immer wieder zu. Er sp\u00fcrte kaum wie ihm ein Schwertstrich den Arm aufschnitt, sondern riss nur seinen Schneidzahn vom G\u00fcrtel und schleuderte ihn seinem Gegen\u00fcber entgegen. Mit einem lauten Knirschen grub sich die Klinge der Wurfaxt in die Brust des Mannes, der einen Schwall Blut erbrach und regungslos liegen blieb. Der Boden war rutschig von Erbrochenem, Blut und Eingeweiden und Faenwulf mahnte sich vorsichtig zu sein. Er riss die Wurfaxt aus dem K\u00f6rper des Mannes und warf sie erneut. Wieder traf sie ihr Ziel und spaltete einem weiteren Al&#8217;Anfaner den Sch\u00e4del. Faenwulf k\u00e4mpfte damit den \u00dcberblick zu behalten, seine Mannschaft zu z\u00e4hlen und dabei alle Angriffe abzuwehren, die versuchten ihn zu treffen. Der Skjald w\u00e4re hier praktisch gewesen, doch nicht sehr n\u00fctzlich. Im letzten Moment wich er einem Speerstich aus, ergriff den Schaft und riss den Speertr\u00e4ger von den F\u00fc\u00dfen. Der Zorn in ihm wuchs noch mehr. Mit einem gezielten Tritt seiner schweren Stiefel dellte er den Brustkorb des Mannes ein, der ihn blutspuckend verfluchte. Eigene Fl\u00fcche aussto\u00dfend stach Faenwulf den Mann ab wie ein Schwein. Der Widerstand begann abzuebben. Die Galeere war verloren, das war klar und doch k\u00e4mpften die Sklaventreiber bis zum bitteren Ende. Bryda wehrte sich gegen zwei Angreifer, als Faenwulf erneut zum Schneidzahn griff und einen von ihnen f\u00e4llte. Noch w\u00e4hrend Faenwulf die Wurfaxt aus dem Brustkorb seines Opfers zog, lenkte ein hohes Schreien seine Aufmerksamkeit zum Heck des Schiffs.Ein Mann, offensichtlich einer der Sklaventreiber, hielt ein Kind in den Armen, ein breites Grinsen auf den schmalen, blutbefleckten Lippen. In seiner rechten Hand gl\u00e4nzte ein Dolch. In einer Geste des letzten Triumphs schnitt er dem Kind die Kehle durch. Blut schoss aus der Wunde, w\u00e4hrend das Leben in den Augen des Kindes langsam erlosch. Zorn, von dem er dachte er k\u00f6nnte nicht gr\u00f6\u00dfer werden, stieg in Faenwulf auf, doch ein Br\u00fcllen, das fast nicht mehr menschlich schien, lenkte ihn ab. Blotgrimm hatte den Mann fixiert und Wahnsinn gl\u00e4nzte in seinen Augen. Wieder br\u00fcllte er voller Zorn, die m\u00e4chtige Axt fest ergriffen, und preschte los, wobei er Faenwulf von den F\u00fc\u00dfen riss. Schaum bildete sich auf seinen Lippen und alles auf seinem Weg zu dem Kindsm\u00f6rder rammte er fort. \u201eSwafskari!\u201c, br\u00fcllte Faenwulf \u00fcber den Kampfesl\u00e4rm und zumindest die Thorwaler verstanden und reagierten sofort. Jeder von ihnen suchte den, der der Walwut verfallen war und lie\u00df ihn nicht aus den Augen. Jetzt galt es nicht nur sich vor dem Gegner in Acht zu nehmen, sondern auch vor einem der ihren.Blotgrimm hatte den Kindsm\u00f6rder nun erreicht und so wie er es immer tat, schlug er <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=688\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 18<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/vo_18_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Niemand sprach auf dem Weg zur\u00fcck zum Strand. Zwischendurch gab Faenwulf eine Anweisung, doch er betrachtete wortlos die Sklaven, denen sie nun die Freiheit schenken w\u00fcrden. Faenwulf kannte ihre Geschichten nicht, wusste nicht woher sie stammten oder wohin sie gehen w\u00fcrden, doch er war sicher dass es \u00fcberall besser war als auf der Galeere und in Al&#8217;Anfa. Es waren junge M\u00e4nner unter ihnen, Frauen und Kinder. Doch alle gleichfalls ver\u00e4ngstigt. Manche weinten. Faenwulf fragte sich, ob jemand von ihnen schon mal von einer Ottajasko \u00fcberfallen worden war, ob sie vor ihnen genauso viel Angst hatten, wie vor den Sklaventreibern. Doch das w\u00fcrde bald keine Rolle mehr spielen. Der Strand n\u00e4herte sich und schon bald w\u00fcrden sich ihre Wege trennen. Als der Drakkar auf den Strand stie\u00df, sch\u00fcttelte es einige ordentlich durch. Faenwulf sprang von Deck und deutete den ehemaligen Sklaven das Schiff zu verlassen. \u201eKommt\u201c, rief er auf Garethi. \u201eIhr seid frei. Geht! Macht was ihr wollt.\u201c Mit beherzten Schl\u00e4gen wurden die letzten Fesseln gesprengt und die ungew\u00f6hnlichen Passagiere verlie\u00dfen das Schiff. Einige blickten sich nicht um, sprachen kein Wort mit ihren Befreiern, doch andere dankten in ihren fremd klingenden Sprachen. Eine \u00e4ltere Frau legte sanft ihre Hand auf Faenwulfs Wange, blickte ihm tief in die Augen und verschwand dann \u00fcber die D\u00fcnen. Dieses komische Gef\u00fchl, das in Faenwulf br\u00fctete verschwand langsam und wurde ersetzt durch Stolz. Stolz darauf, dass sie besser waren als die Al&#8217;Anfaner. Dieses dreckige Pack, die Menschen hielten wie Vieh. Faenwulfs Aufmerksamkeit wurde wieder zur Vegah\u00f6gg gelenkt. Einige seiner Leute standen ratlos an Bord und wussten anscheinend nicht was sie tun sollten. Faenwulf blickte Karva fragend an, doch die gestikulierte nur ihr Unverst\u00e4ndnis. Einer der Sklaven war an Bord geblieben. Er hatte sich neben Blotgrimm gesetzt, der noch immer nicht das Bewusstsein wieder erlangt hatte, und betupfte seine Stirn mit k\u00fchlem Wasser. Es war ein junger Moha, der Faenwulf herzlich anl\u00e4chelte. Er trug nichts au\u00dfer einem Lendenschurz, Talismanen und einer Decke, die er sich als Mantel umgebunden hatte. Faenwulf sah die Narben auf seinen Schultern, die von Peitschenschl\u00e4gen herr\u00fchrten und sp\u00fcrte den Zorn hei\u00df in seinem Magen. \u201eDu kannst gehen\u201c, begann Faenwulf und deutete auf den Strand. \u201eDu bist frei.\u201c Der Moha nickte und erhob sich. Er war sehr schlank und reichte Faenwulf kaum bis zur Schulter. \u201e\u201cMatatoa\u201c, sagte er l\u00e4chelnd und deutete auf sich, dann deutete er auf Faenwulf und blickte den Thorwaler fragend an. \u201eIch bin Faenwulf\u201c, antwortete dieser verbl\u00fcfft, aber auch am\u00fcsiert. \u201eDu kannst gehen wenn du willst.\u201c Doch Matatoa blickte ihn mit allwissenden, dunklen Augen an und sch\u00fcttelte nur den Kopf. Faenwulf wusste nicht was er sagen sollte, doch es war nicht ungew\u00f6hnlich dass Mohas auf thorwalschen Schiffen anheuerten. Wenn er bleiben wollte, sollte er bleiben. Und wenn es ihm doch nicht gefiel, war er kein Verlust. Also nickte Faenwulf nur und befahl dem Rest der Mannschaft den Drakkar wieder vom Strand zu schieben. Sie hatten gen\u00fcgend Beute gemacht, die sie nun los werden mussten und wo ging das besser als in Brabak? Also ruderten sie. Matatoa tat sein bestes und l\u00f6ste zwischendurch die ab, die eine Pause brauchten, doch er war zu ersch\u00f6pft von seiner Gefangenschaft, als dass er lange h\u00e4tte rudern k\u00f6nnen. So blickte er die meiste Zeit raus aufs Meer und schien den Wind in seinem Gesicht zu genie\u00dfen. Frei von Fesseln. Faenwulf blickte ebenfalls nachdenklich aufs Meer. Was symbolisierte Freiheit besser als das Meer? Das endlose Blau, die Wellen und der Wind. Und nat\u00fcrlich seine Bewohner. Die Wale, die schwammen wohin sie wollten und niemand hielt sie auf. Wild und frei jagten und spielten sie, stets besch\u00fctzt von ihrem Vater Swafnir. Ihrem gemeinsamen Vater. Noch nie hatte jemand Ketten um Faenwulfs Arme gelegt und er w\u00fcrde lieber sterben, als f\u00fcr immer gefangen zu sein. So ging es ihm und seinem Volk. Freiheit als das h\u00f6chste Gut. Was gab es mehr? Er war froh, dass sie den Sklaven hatten helfen k\u00f6nnen und die Sklaventreiber ihre Strafe erhalten hatten. Ihre K\u00f6rper sanken nun in die Tiefe, zerfetzt von Haien und anderem Getier. Niemals w\u00fcrden sie die dunkle Tiefe verlassen k\u00f6nnen. Eine Strafe schlimmer als der Tod, doch sie hatten es verdient. Faenwulf wurde aus seinen Gedanken gerissen als Matatoa eine Hand auf seine Schulter legte und auf eine M\u00f6we deutete. Der Hafen Brabaks war in der Ferne zu sehen. Kapitel 17 | Kapitel 19<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=697\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 19<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_19_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Brabak war eine riesige Stadt, einsch\u00fcchternd und voller Halsabschneider, doch nirgendwo konnte man Pl\u00fcndergut so einfach los werden wie hier. Faenwulf gebot seinen Leuten vorsichtig zu sein. Die meisten hatten vorher ihre Heimatstadt nie verlassen und vieles hier war neu f\u00fcr sie. Doch sie waren auch neugierig und die meisten verlie\u00dfen das Schiff und machten sich auf den Weg zu den Tavernen und Hurenh\u00e4usern. Faenwulf blieb alleine zur\u00fcck und begann mit den H\u00e4ndlern zu sprechen. Die meisten hier hatten Erfahrung mit thorwalschem Pl\u00fcndergut und versuchten die Preise zu dr\u00fccken, doch Faenwulf hatte ebenfalls schon etliche Male verhandelt und lie\u00df sich nicht \u00fcbers Ohr hauen. Niemand hier wollte zu viel bezahlen, und niemand wollte sich unter Preis verkaufen. Eine Einigung war jedoch immer m\u00f6glich. So lie\u00df der gl\u00fcckliche neue Besitzer von Faenwulfs Waren diese abtransportieren und Faenwulf lie\u00df zwei gro\u00dfe Beutel voller M\u00fcnzen in seinen G\u00fcrteltaschen verschwinden. Er war auf der Hut, Beutelschneider gab es hier wie Sand am Meer, doch ihre Ziele waren eher die Betrunken, die aus den Tavernen torkelten und kein thorwalscher Kapit\u00e4n, der sie zur Unkenntlichkeit pr\u00fcgeln konnte. Die Vegah\u00f6gg blieb im Hafen zur\u00fcck und Faenwulf machte sich auf den Weg zu der Taverne aus der der gr\u00f6\u00dfte L\u00e4rm drang. Und tats\u00e4chlich traf er hier die meisten seiner Mannschaft an. Einige hatten das Ahl ignoriert und waren direkt zu Schnaps und Premer Feuer \u00fcbergegangen. Blotgrimm leerte einen Krug Ahl nach dem anderen und k\u00fchlte seine rechte Gesichtsh\u00e4lfte mit einem dicken St\u00fcck Fleisch. Er hatte ordentlich was abbekommen bei seiner Swafskari, doch wie immer war er guter Stimmung. Offensichtlich hatte er Matatoa schon in sein Herz geschlossen und dieser schien Blotgrimm ebenso zu m\u00f6gen. Das Ahl zeigte schon Wirkung bei dem schm\u00e4chtigen Moha und Blotgrimm bestellte ihm einen Eintopf damit er nicht sofort von der Bank kippte. Bryda nahm einen gro\u00dfen Schluck aus ihrem Krug und stimmte ein Lied an. Ein Lied \u00fcber das Meer und die Freiheit und alle stimmten ein. Faenwulf sang jede zweite Zeile mit und bedankte sich herzlich als der Wirt ihm ein unbestelltes Premer Feuer hinstellte. Matatoa kam torkelnd zu ihm her\u00fcber und nahm neben ihm Platz. \u201eIch muss dir danken\u201c, begann er und Faenwulf bemerkte schmunzelnd das Lallen in seiner Stimme. \u201eIhr habt mich gerettet und ich muss euch danken.\u201c Er strahlte Faenwulf. \u201eDu und deine M\u00e4nner und Frauen seid gute Leute. Ihr verdient meinen Dank.\u201c Faenwulf wollte gerade abwinken, als Matatoa ihn mit einer Geste zum Schweigen brachte. \u201eDu sprichst jetzt nicht\u201c, fuhr er fort. \u201eIch wei\u00df du und deine Leute sucht immer nach M\u00fcnzen. Eure Familien warten auf euch. Ich wei\u00df wo viele M\u00fcnzen sind, aber ihr m\u00fcsst stark und tapfer sein, um sie zu holen.\u201c Faenwulf blickte den Moha \u00fcberrascht an. \u201eEin Schatz?\u201c, fragte er leise und Matatoa nickte. \u201eAuf einer Insel. Er wurde dort versteckt, doch nie mehr geholt und jetzt besch\u00fctzt ihn etwas, damit das auch so bleibt. Doch ihr k\u00f6nnt ihn holen wenn ihr stark und tapfer seid.\u201c Faenwulf dachte nach. War es eine gute Idee zu den Waldinseln zu segeln? Doch warum sollten sie es nicht tun? Nat\u00fcrlich bestand immer noch die M\u00f6glichkeit, dass dieser Schatz nicht existierte oder nichts wert war, doch das mussten sie erst heraus finden. Sie wollten doch ins Abenteuer segeln und jetzt tat sich eine Gelegenheit auf. Vielleicht war dies ihre Belohnung daf\u00fcr, dass sie nicht nur Leben genommen, sondern auch gerettet hatten. Es war eine Gelegenheit, die sie ergreifen mussten. \u201eDann zeig uns den Weg\u201c, grinste Faenwulf und Matatoa grinste zur\u00fcck. Der Moha schien so gl\u00fccklich und erleichtert bei den Thorwalern zu sein. Die G\u00f6tter hatten manchmal einen seltsamen Humor. Es war abgesprochen, dass sie sich am morgigen Tag wieder an der Vegah\u00f6gg treffen w\u00fcrden. Was sie alle den Rest des Abends und der Nacht trieben war ihre eigene Sache. Einige waren sofort verschwunden nachdem sie Brabak erreicht hatten, andere schienen in der Taverne \u00fcbernachten zu wollen. Faenwulf \u00fcberlegte, ob er ebenfalls eins der Freudenh\u00e4user aufsuchen sollte, doch nachdem er sich ein ordentliches St\u00fcck Fleisch geg\u00f6nnt hatte, war ihm mehr der Sinn nach Ahl und Mj\u00f6t. Die Stimmung in der Taverne war ausgelassen und laut. Einige sangen, andere unterhielten sich mit anderen Reisenden und Blotgrimm lachte laut, eine h\u00fcbsche Frau auf jedem seiner Knie. Karva war nirgends zu sehen, doch Faenwulf war sicher, dass sie ihren eigenen Gesch\u00e4ften nachging. Er sp\u00fcrte wie seine Zunge schwer wurde und sein Geist benebelt von dem Bier und dem Schnaps, den Blotgrimm bestellte, sobald der Krug leer war. Faenwulf mahnte sich vern\u00fcnftig zu sein. Er war der Kapit\u00e4n des Schiffs. Wenn er mit Katzenjammer und halb betrunken eine Mannschaft anf\u00fchrte, w\u00fcrden sie nie bei den Waldinseln ankommen. Also raffte er sich auf, zahlte beim Wirt f\u00fcr ein Zimmer und machte sich auf den Weg nach oben. Der Kampf heute war hart gewesen und er f\u00fchlte sich etwas zerschlagen. Ein gem\u00fctliches Strohlager war genau das was er brauchte. Auch wenn seine trockene Kehle sich nach mehr Ahl und Gesang sehnte. Als er das Ende der Treppe erreicht hatte, h\u00f6rte er schnelle Schritte hinter sich. Zu seiner \u00dcberraschung war es Bryda, die ihm mit vielsagendem L\u00e4cheln gefolgt war. Auch sie hatte dem Ahl gefr\u00f6nt und blickte Faenwulf erwartungsvoll an. \u201eIch dachte mir, dass man eine Nacht nach so einem Sieg nicht alleine verbringen sollte\u201c, sagte sie mit zuckers\u00fc\u00dfer Stimme. Faenwulf z\u00f6gerte kurz und seine Gedanken glitten zu seiner \u00dcberraschung sofort zu Karva, der es sicher gar nicht gefallen w\u00fcrde, was sich hier anbahnte. Doch Karva war nicht hier und Bryda war jung und sch\u00f6n. Faenwulf deutete ihr, ihm zu folgen. Noch bevor er die T\u00fcr zu seinem Zimmer abgeschlossen hatte, begann Bryda sich zu entkleiden. Ihr K\u00f6rper war gest\u00e4hlt und zeigte noch nicht viele Hautbilder. Ihr dunkles Haar war lang und sie trug es offen, so dass es \u00fcber ihren R\u00fccken und ihre Schultern fiel. So ohne Kr\u00f6tenhaut, Streifenhose und Stiefel sah sie nicht wie eine Kriegerin aus. Sie h\u00e4tte genauso gut eine Bauerntochter sein k\u00f6nnen, nach der sich die jungen M\u00e4nner ihm Dorf <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=701\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 20<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_20_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Als Faenwulf am n\u00e4chsten Morgen erwachte, f\u00fchlte er sich nicht wirklich ausgeruht, doch zufrieden. Er und Bryda waren erst sp\u00e4t dazu gekommen zu schlafen. Bryda war immer noch bei ihm und schlief friedlich an seiner Schulter. Faenwulf betrachtete sie. Ihr dunkles Haar, das auf ihrem Kissen ausgebreitet war, ihre helle Haut und die vielen kleinen Verletzungen, die sie in den letzten Wochen davongetragen hatte. Faenwulf f\u00fchlte das Verlangen in sich, als er die junge Thorwalerin so nackt neben sich schlafen sah, doch daf\u00fcr war jetzt keine Zeit. Es war bereits taghell drau\u00dfen und er wollte wirklich nicht als letzter an der Vegah\u00f6gg ankommen. Ohne Bryda zu wecken stand Faenwulf auf und wusch sich an einer Schale mit Wasser. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde das Wasser au\u00dferhalb der Heimat ihn nicht s\u00e4ubern, doch er wollte nicht nach Bier und Lust stinkend an seinem Schiff ankommen. Mit ge\u00fcbten Handgriffen flocht er sein langes Haar zu einem Zopf und begann sich anzuziehen. Bryda erwachte langsam, machte aber keine Anstalten aufzustehen. Mit einem zufriedenen Grinsen beobachtete sie Faenwulf dabei wie er sich anzog. \u201eAnstatt zu starren solltest du dich auch anziehen\u201c, bemerkte Faenwulf schmunzelnd, w\u00e4hrend er die Schnallen seiner Kr\u00f6tenhaut schloss. Bryda sch\u00fcttelte lachend den Kopf. \u201eIch brauche mehr als nur eine Katzenw\u00e4sche\u201c, lachte sie. \u201eIhr werdet ja nicht ohne mich fort segeln.\u201c Nachdem er sie noch ein letztes Mal betrachtet hatte, verlie\u00df Faenwulf den Raum. Die Taverne war nun bis auf ein paar schlafende Trunkenbolde leer und der Wirt hatte mit dem Aufr\u00e4umen begonnen. Die Stadt ging bereits ihren allt\u00e4glichen Gesch\u00e4ften nach und Faenwulf besorgte sich etwas frisch gebackenes Brot und Obst, um es auf der Vegah\u00f6gg zu essen. Einige aus der Mannschaft warteten bereits beim Drakkar, manche ganz sch\u00f6n \u00fcbern\u00e4chtigt. Doch wer feiern konnte, konnte auch rudern, oder nicht? Nachdem er die M\u00fcnzen in seiner Ruderkiste verstaut hatte, schlenderte Faenwulf zum stolzen Drachenkopf der Vegah\u00f6gg, um sein Fr\u00fchst\u00fcck zu sich zu nehmen. Matatoa, der anscheinend den Katzenjammer seines Lebens hatte, blickte ihn schmerzerf\u00fcllt an, als er die Vegah\u00f6gg betrat. \u201eBlotgrimm ist ein guter Mann\u201c, bemerkte er nur. \u201eJeder mag ihn.\u201c Faenwulf nickte nur. Solange man am richtigen Ende der Axt stand, war Blotgrimm der beste Freund den man haben konnte. Wollte er einem den Sch\u00e4del zu Brei schlagen, suchte man besser das Weite. \u201eAeniko\u201c, sagte Matatoa dann und Faenwulf wusste nicht was das bedeuten sollte. \u201eAeniko ist die Insel\u201c, fuhr Matatoa fort. \u201eDort sind die M\u00fcnzen.\u201c Faenwulf deutete Eilif zu ihnen her\u00fcber zu kommen. Dieser schien heute noch m\u00fcrrischer als sonst, doch er kam und lauschte Matatoas Erz\u00e4hlungen. \u201eIch wei\u00df wo das ist\u201c, grummelte er. \u201eGef\u00e4hrliche Gegend. Es wimmelt von Piraten. Die Inseln sind von Malstr\u00f6men umgeben und dann sind da nat\u00fcrlich noch die Schlangenanbeter.\u201c Faenwulf verzog das Gesicht. War es das wert? Die Mannschaft und sein Schiff zu riskieren, f\u00fcr einen Schatz den es eventuell gar nicht gab? Er schaute her\u00fcber zu Matatoa, der ihn mit ehrlichen, freundlichen Augen anblickte. \u201e\u00dcber Feiglinge werden keine Lieder gesungen\u201c, sagte Faenwulf dann entschieden und rief die Mannschaft aufs Schiff. Alle lauschten gespannt seinem Plan. Sie w\u00fcrden also zur Insel Aeniko segeln, eine der \u00e4u\u00dfersten Inseln im Perlenmeer und auf Schatzsuche gehen. Die erfahreneren Seefahrer blickten ungl\u00e4ubig drein, w\u00e4hrend die Jungen es kaum erwarten konnten. Sie waren nun vollz\u00e4hlig und jeder bemannte nun sein Ruder. Karva, deren Ruderkiste neben Faenwulfs lag, betrachtete ihn nachdenklich. \u201eDu triffst Entscheidungen nicht mehr so z\u00f6gerlich. Das ist gut.\u201c Faenwulf nickte nur. Es war nicht so einfach Entscheidungen f\u00fcr so viele zu treffen, doch als Kapit\u00e4n musste er es nun mal tun. Heute Abend w\u00fcrde er einen Teil der M\u00fcnzen aufteilen, die er f\u00fcr das Pl\u00fcndergut erhalten hatte. Die meisten hatten in der letzten Nacht viel Geld bei den Wirten und Huren Brabaks gelassen. Nachdem sie den Hafen verlassen hatten, zog ein guter Wind auf und die Ruder konnten eingezogen werden. Das rot-wei\u00df gestreifte Segel bl\u00e4hte sich im Winde und trug den Drakkar schnell \u00fcber die Wellen. Es wurde nicht viel gesprochen. Karva hing ihren Gedanken nach, Blotgrimm trauerte den beiden h\u00fcbschen Schankmaiden nach, die er in Brabak hatte zur\u00fcck lassen m\u00fcssen und der Rest schien sich noch von der gestrigen Nacht zu erholen. Faenwulf blickte auf, als sich zwei der M\u00e4nner vor ihm aufbauten. Arngrimm und Tjalf waren in Waskir von Blotgrimm eingesammelt worden. Sie waren erfahrene Seefahrer, was man ihnen sofort ansah. Sie hatten ungef\u00e4hr Faenwulfs Alter und schienen alles andere als zufrieden mit der Situation zu sein. \u201eWir k\u00f6nnen nicht so weit segeln\u201c, begann Arngrimm ohne lange Erkl\u00e4rungen. \u201eDieser Plan ist zum Scheitern verurteilt. Entweder t\u00f6ten uns die Piraten oder das Schiff wird von der Tiefe verschlungen.\u201c Einige nickten zustimmend. \u201eWieso segeln wir nicht weiter an der K\u00fcste und h\u00f6ggen?\u201c Faenwulf verzog das Gesicht und erhob sich. Er war einen halben Kopf gr\u00f6\u00dfer als Arngrimm und wesentlich kr\u00e4ftiger. \u201eWer h\u00e4tte gedacht, dass du so ein Teigherz bist?\u201c, spottete Faenwulf. \u201eVielleicht w\u00e4re Fiskimader das passendere f\u00fcr dich gewesen.\u201cArngrimm blickte ihn zornig an und schlug Faenwulf dann mit der Faust ins Gesicht. Sofort brach Chaos an Bord aus. Faenwulf schlug ebenfalls zu und holte Arngrimm mit einem kr\u00e4ftigen Haken von den F\u00fc\u00dfen. Noch bevor Tjalf seinem Freund zur Hilfe eilen konnte, hatte Blotgrimm ihn gepackt und jeglichen Widerstand mit zwei gezielten Schl\u00e4gen in die Magengrube ausgemerzt. Zwei weitere Herferder sprangen auf und griffen Blotgrimm an, dem wiederum Bryda und Eilif zur Hilfe eilten. Faenwulf versetzte Arngrimm einen beherzten Tritt in die Magengegend und teilte dann einem weiteren Herferder einen Nierenhaken aus. Die Schl\u00e4gerei beruhigte sich schnell. Haupts\u00e4chlich weil Faenwulf und Blotgrimm in ihren j\u00fcngeren Jahren keinem Faustkampf aus dem Weg gegangen waren und somit ge\u00fcbte K\u00e4mpfer waren. Faenwulf wischte sich das Blut aus dem Gesicht, das noch immer aus seiner Nase tropfte und blickte die M\u00e4nner und Frauen an. \u201eIch mache diese Ansage nur einmal. Auf diesem Schiff, meinem Schiff, wird gemacht was ich sage. Ich habe euch angeheuert und bezahle euch. Wir sind keine Ottajasko, in der \u00fcber alles diskutiert wird. Wir segeln dorthin, wohin ich es f\u00fcr richtig halte. <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=705\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 21<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_21_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Ingibj\u00f6rg und seine beiden Sch\u00fcler hatten sich den gestrigen Tag \u00fcber auf ihre Abreise vorbereitet. Sie hatten Proviant f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Fu\u00dfmarsch dabei, der Richtung Waskir vor ihnen lag. Der Alte hatte sich nach dem Besuch an der H\u00f6hle die meiste Zeit alleine in seinem Grasodenhaus aufgehalten, ihnen doch so gut es ging zu erkl\u00e4ren versucht, wie der Plan war. Sie w\u00fcrden nun nach Waskir reisen, um ein Ritual vorzubereiten. Ingibj\u00f6rg stand so tief mit den Runjas in Verbindung, dass er Dinge wusste, die eigentlich unm\u00f6glich zu wissen waren. Er bereitete etwas vor, bereitete den Berg auf etwas vor, das in nicht allzu ferner Zukunft lag. So hatte er Beorn und Ragin fr\u00fch geweckt. Bei dem Tempo des Alten w\u00fcrden sie es nicht innerhalb eines Tages in die gro\u00dfe Stadt schaffen, also mussten sie auch Waffen mitnehmen, um sich zur Not zu verteidigen. Eine fr\u00f6hliche Melodie summend, brachen sie auf Richtung Waskir. Den jungen M\u00e4nnern brannten so viele Fragen unter den Fingern\u00e4geln, doch der Alte wiederholte immer wieder, dass sich alles aufkl\u00e4ren w\u00fcrde und ihre Fragen beantwortet w\u00fcrden. Immer wieder schnitt er ein paar Kr\u00e4uter, die auf ihrem Weg lagen und verstaute sie in seiner Tasche. Sie w\u00fcrden bald damit anfangen m\u00fcssen sich auf den Winter vorzubereiten. Am Berg schneite es lange und viel und kaum ein H\u00e4ndler verirrte sich zu Ingibj\u00f6rgs Heimat. So wollte er mit einigen H\u00e4ndlern sprechen, die Trockenfleisch und -fisch, Dinkel und anderen Proviant zum Berg liefern sollten. In der Zwischenzeit w\u00fcrden sie andere Dinge erledigen. Das letzte Ritual hatte die jungen M\u00e4nner beeindruckt, aber auch ver\u00e4ngstigt. Bei ihrem alten Lehrmeister hatten sie sich ausschlie\u00dflich darauf konzentriert ihre F\u00e4higkeiten zu schulen und zu lernen die Runjas zu verstehen. Ingibj\u00f6rg f\u00fchrte dies fort, doch er bereitete sie ebenso auf einen Kampf gegen einen m\u00e4chtigen Geist vor, der seinen Platz am Berg nicht einfach aufgeben wollte. \u201eGoifang ist vor vielen Jahrzehnten bis nach Waskir gewandert\u201c, begann Ingibj\u00f6rg zu erz\u00e4hlen und nahm einen Schluck aus dem Wasserschlauch. \u201eHat dort Menschen und Tiere get\u00f6tet. Selbst die Schwarzpelze haben Angst vor ihm. Er ist auch der Grund warum sie uns bisher in Ruhe gelassen haben. Der Geist \u00e4ngstigt sie zu sehr.\u201c Die beiden Sch\u00fcler h\u00f6rten ihm gebannt zu. \u201eMit Hilfe der Waskirer konnten wir ihn allerdings zur\u00fccktreiben und schlie\u00dflich bannen. Bis in die H\u00f6hle, die ihr vor einigen Tagen gesehen habt. Doch der Geist ist stark und Rituale halten nicht ewig, daher m\u00fcssen wir das tun, was wir jetzt planen. Die Menschen in Waskir werden uns helfen.\u201c Danach \u00e4u\u00dferte sich der Alte nicht mehr zu dem Ritual oder dem Geist und die beiden jungen M\u00e4nner wagten auch nicht zu fragen. So erz\u00e4hlten sie wiederum Geschichten \u00fcber ihren alten Lehrmeister, der ein guter Freund Ingibj\u00f6rgs gewesen war, aber wesentlich strenger und ein richtiger Sauertopf. Ingibj\u00f6rg lachte laut, als Ragin erz\u00e4hlte, dass er von ihrem alten Lehrmeister regelm\u00e4\u00dfig aus dem Schlaf gerissen worden war, um Runen zu werfen und zu deuten. \u201eEin guter Godi ist in jeder Situation in der Lage zu deuten und zu sehen\u201c, imitierte Ragin den alten Mann. Ingibj\u00f6rg sch\u00fcttelte nur den Kopf. Er selbst hielt nicht viel von Strenge, war er doch die meiste Zeit seines Lebens von Ort zu Ort gereist und hatte in den Tag hinein gelebt. F\u00fcr Strenge und Ernsthaftigkeit war da nie viel Platz gewesen. Auf ihrem Weg kamen sie an einem alten Orklager vorbei und einigen Grabh\u00fcgeln, die mit orkischen Runen verziert waren. Die Gr\u00e4ber waren noch nicht sehr alt und sie entschieden sich noch etwas weiter zu gehen, um eventuell herum streunenden Orks aus dem Weg zu gehen. \u201eWir werden einen Freund von mir in Waskir abholen\u201c, begann Ingibj\u00f6rg, als sie abends am Feuer sa\u00dfen. Ihr Lager hatten sie unter einem Felsvorsprung aufgeschlagen und ruhten ihre m\u00fcden F\u00fc\u00dfe aus. Ingibj\u00f6rg rollte eine Wolldecke zusammen und setzte sich darauf. \u201eEr ist Steinmetz und wird uns helfen, die Runen an der H\u00f6hle zu erneuern. Sie sind sehr wichtig und zusammen haben wir es bereits einmal geschafft. Doch es braucht Zeit. Die m\u00fcssen wir ihm verschaffen.\u201c Die Nacht war kurz und sehr k\u00fchl. Der Alte hatte die meiste Zeit Wache gehalten, vermutlich wegen seinen schmerzenden Knochen und dem ungem\u00fctlichen Boden, doch kurz nach Sonnenaufgang weckte er seine Sch\u00fcler und sie marschierten weiter. Es war nun nicht mehr weit nach Waskir und als sie in der Stadt eintrafen, gingen die Bewohner schon ihrem gewohnten Alltag nach. Als erstes zog es Ingibj\u00f6rg zu einem Kr\u00e4uterh\u00e4ndler, der Kr\u00e4uter und R\u00e4ucherzeug aus aller Welt verkaufte. Mit geschultem Blick sammelte Ingibj\u00f6rg ein was er brauchte und \u00fcberreichte dem H\u00e4ndler dann etwas Hacksilber. Er schien den Alten schon als treuen Kunden zu kennen, so wie viele in der Stadt. Einige wichen ihm aus, andere blickten ihn anerkennend an. Der Alte schien dies nicht zu bemerken und lief weiter gut gelaunt von H\u00e4ndler zu H\u00e4ndler. Er bestellte Mehl f\u00fcr den Winter, ebenso Hangifisk und Hangikj\u00f6t und alles was \u00fcber lange Zeit nicht verderben w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich verga\u00df er nicht mehrere F\u00e4sser Ahl und Mj\u00f6t zu bestellen und versprach gen\u00fcgend Flaschen seines Kr\u00e4uterschnapses zu brauen. Am Rand der Stadt trafen sie auf seinen Freund Leif, der ihn mit freudigem L\u00e4cheln begr\u00fc\u00dfte. Der Grund des Besuchs war klar und Leif z\u00f6gerte nicht, sich sofort daran zu machen seine Sachen zu packen. Er w\u00fcrde den Winter am Berg verbringen. \u201eEs ist also soweit\u201c, bemerkte er m\u00fcrrisch, w\u00e4hrend er einen Karren mit Kisten belud. Ingibj\u00f6rg nickte nur. \u201eHat lange gedauert, aber irgendwann musste er ja wieder kommen. Der verdammte Bastard l\u00e4sst sich einfach nicht vertreiben.\u201c Ingibj\u00f6rg nickte wieder und deutete auf Beorn und Ragin. \u201eDiesmal habe ich uns Verst\u00e4rkung geholt.\u201c Er l\u00e4chelte leicht. \u201eAber es ist klar, dass es wieder ablaufen muss wie letztes Mal. Pack du deine Sachen. Ich gehe zum Tempel.\u201c Beorn und Ragin folgten ihm in den Tempel Swafnirs, in dem einige ruhig beteten, andere einfach nur zu warten schienen. In einer Ecke war ein kleiner Schrein zu sehen, der \u00d6gnir geweiht war. Ingibj\u00f6rg ging darauf zu und fl\u00fcsterte etwas. Er schien zu lauschen, <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=710\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 22<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_22_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sie nahmen einen anderen Weg als den Hinweg, bogen auf einen schmaleren Pfad ab, der offensichtlich nicht oft benutzt wurde. Nach langem Marsch wurde der anfangs felsige Boden immer weicher. Auch die Pflanzen um sie herum ver\u00e4nderten sich. Die hohen B\u00e4ume wurden weniger und wichen dichten B\u00fcschen und hohen Gr\u00e4sern. Sie trafen auf ein paar Torfstecher und Beorn und Ragin wussten nun, dass sie sich auf ein Moor zu bewegen mussten. Beorn bildetet sich ein, das modrige Wasser schon riechen zu k\u00f6nnen. Ein kalter Schauer rann seinen R\u00fccken herab. Er hatte schon von dem Moor bei Waskir geh\u00f6rt. Seufzermoos nannten die Anwohner es, hielten sich aber fern so gut es ging. Lediglich die Torfstecher gingen hier ein und aus und kannten jeden Kn\u00fcppeldamm wie die R\u00fcckseite ihrer Hand. Tat man hier einen falschen Schritt, konnte es das Ende bedeuten. Ein Ende das man nicht seinem schlimmsten Feind w\u00fcnschte. Ragin sp\u00fcrte ein Kribbeln direkt hinter seinen Augen. Dieser Ort war nicht einfach ein Moor und die Runjas, die hier fl\u00fcsterten, waren hinterh\u00e4ltig und t\u00fcckisch wie das Moor selbst. Es bedurfte h\u00f6chster Konzentration die feixenden Stimmen aus seinem Kopf auszuschlie\u00dfen. \u201eWir sind da\u201c, bemerkte Ingibj\u00f6rg nach schier endlos scheinendem Marsch. Sie hatten eine Art Lichtung erreicht. Der Boden war hier trocken und sicher, doch umgeben von brackigem Wasser, Moor und unz\u00e4hligen Schw\u00e4rmen von M\u00fccken. Die Sonne ging langsam unter und Ingibj\u00f6rg begann mit seinen Vorbereitungen. Beorn und Ragin sollten ein Feuer machen und schon mal damit beginnen einige Kr\u00e4uter zu verbrennen. Ingibj\u00f6rg selbst machte sich daran mit dem Ende seines Gehstocks Runen in den weichen Boden zu zeichnen. Leif hatte sich auf einen Baumstumpf gesetzt und betrachtetet das Geschehen teilnahmslos. Der fremde Reisende verfolgte alles mit steigendem Entsetzen. Er war leichenblass und seine H\u00e4nde zitterten so stark, dass er sie schlie\u00dflich ineinander verkrampfte, um sie daran zu hindern. Der Rauch des R\u00e4ucherkrauts sammelte sich \u00fcber ihnen in den Baumkronen. Ingibj\u00f6rg lie\u00df sich am Feuer nieder und blickte konzentriert in die Flammen. Seine Sch\u00fcler setzten sich ebenfalls ans Feuer und versuchten kein Detail zu verpassen. Die Flammen tanzten, der Rauch schl\u00e4ngelte sich in den Himmel und langsam wurden die Stimmen der Runjas lauter und lauter. Sie kicherten, feixten, lachten und kreischten. Jedes Mal wenn der L\u00e4rm unertr\u00e4glich zu werden schien, warf Ingibj\u00f6rg eine weitere Hand Kr\u00e4uter ins Feuer oder lie\u00df den Rauch mit einer Handbewegung in eine andere Richtung tanzen, und die Runjas wurden leiser. Nach einiger Zeit schien es als w\u00fcrden sie Bewegungen im Moor sehen. Schnelle Bewegungen gerade au\u00dferhalb des Blicks, Bewegungen, die man nur im Augenwinkel sah und sobald man hinschaute, war dort nichts au\u00dfer Dunkelheit. Es war unklar wie sp\u00e4t es war, doch die Sonne war komplett am Horizont verschwunden und nur das Feuer erhellte die Lichtung. Seit einiger Zeit waren Lichter im Moor erschienen. Lichter, die einen sicheren Weg durch das Moor und eine sichere Zuflucht versprachen. Doch die Runjas waren t\u00fcckisch und jeder, der sie kannte, wusste, dass dieser Weg in den Tod f\u00fchrte. Mittlerweile war das Kichern und Feixen der Runjas so laut, dass selbst Leif und der Fremde es zu h\u00f6ren schienen. Die Zeit war gekommen. Mit steifen Gliedern erhob Ingibj\u00f6rg sich und deutete dem Fremden zu ihm zu treten. Er war genauso wackelig auf den Beinen wie der Alte und umklammerte mit einer Hand einen Anh\u00e4nger in der Form eines Pottwals. Ingibj\u00f6rg blickte ihn an, ber\u00fchrte sanft die Stirn des Mannes und zog dann eine Tonflasche hervor. Er entkorkte sie und begann den Inhalt \u00fcber Kopf und Glieder des Mannes zu verteilen. Es roch nach Algen und Salz und Ragin realisierte, dass es Meerwasser war. Kleine Tropfen hingen in den Wimpern des Mannes, der immer ruhiger wurde. Nun zog Ingibj\u00f6rg ein Messer hervor, das er sich ohne die Miene zu verziehen, durch die Handfl\u00e4che zog. Im Schein des Feuers schienen die Tropfen fast schwarz sein. Wieder ergriff Ingibj\u00f6rg das Gesicht des Mannes und benetzte dessen Wangen mit seinem Blut. Er legte ihm eine Kette um, lie\u00df dann einige Tropfen seines Blutes ins Feuer fallen und fl\u00fcsterte etwas das niemand am Feuer verstehen konnte. Doch die Runjas schienen es zu verstehen. Sie wurden wieder lauter und lauter, so dass Beorn und Ragin sich zwingen mussten, ihre Ohren nicht mit den H\u00e4nden zu bedecken. Ingibj\u00f6rg blickte den Mann an und sagte ein Wort, dass die jungen M\u00e4nner trotz des L\u00e4rms verstanden. \u201eGeh!\u201c Und er tat es. Den Lichtern ins Moor folgend, drehte der Fremde sich um und verlie\u00df die Lichtung. Die jungen M\u00e4nner versuchten ihn so lange wie m\u00f6glich im Blick zu behalten, doch irgendwann war er einfach fort und die Runjas verstummten abrupt. Ragin f\u00fchlte eine \u00dcbelkeit in sich aufsteigen und auch Beorn war leichenblass. \u201eVersucht zu schlafen\u201c, sagte Ingibj\u00f6rg mit ersch\u00f6pfter Stimme. \u201eRuht euch aus. Morgen geht es zur\u00fcck zum Berg. Das hier war erst der Anfang.\u201c Kapitel 21 | Kapitel 23<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=714\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 23<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_23_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Das Meer hier war so viel heller und klarer als oben im Norden. Seit Tagen segelten sie durch das t\u00fcrkisfarbene Wasser und sahen Tiere und Pflanzen, von denen sie noch nie geh\u00f6rt hatten. Es war hei\u00df, f\u00fcr einige schon unangenehm hei\u00df, doch niemand hatte die Mannschaft verlassen. Faenwulf hatte ihnen die M\u00f6glichkeit gegeben und noch einmal betont, dass er niemanden zwang bei der Herferd dabei zu sein. Sie hatten bei Altoum gehalten, wo ein Umkehren noch m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, doch niemand war gegangen. Von der ber\u00fcchtigten Stadt Charypso aus, w\u00e4re eine Fahrt in den Norden eine Option, doch Charypso war eine Stadt voller Halsabschneider und Piraten. Riskant sich dort nach einem Schiff umzusehen. Jetzt war umkehren keine Option mehr. Sie waren so weit ins Perlenmeer vorgedrungen, dass sie hier sicher nicht auf andere Schiffe treffen w\u00fcrden und wenn waren diese ihnen nicht wohlgesonnen. Die Waldinseln waren von Al&#8217;Anfa beansprucht, also mussten sie hier vorsichtig sein. Sie hatten bereits einige N\u00e4chte auf dem Drakkar verbracht, da sie weit raus gefahren waren. Noch immer verbreiteten einige Herferder schlechte Stimmung, doch Faenwulf erstickte diese im Keim. Sie hatten genug Gelegenheit zu gehen. Also Maul halten und rudern. Die meisten beteten hier mehr zu Swafnir, da hier die Ferne zu ihm besonders zu sp\u00fcren war. In diesem Teil der Welt beteten die Menschen Echsen und Schlangen an und jeder Thorwaler wusste wer am Anfang dieser Ungeheuer stand. Matatoa war hier eine gro\u00dfe Hilfe und Faenwulf war unendlich froh, den jungen Moha an Bord behalten zu haben. Er kannte die Gew\u00e4sser und Inseln, wusste was man essen durfte und wo S\u00fc\u00dfwasser zu finden war und war generell sehr beliebt bei den Thorwalern. Er lernte schnell mehr ihrer Sprache und erz\u00e4hlte fr\u00f6hlich vor sich hin, w\u00e4hrend die Herferder ihm gebannt lauschten. Matatoa hatte schon sehr viel von der Welt gesehen. Ebenso war er sehr begeistert von ihren Hautbildern und Faenwulf hatte ihm schon versprochen, dass er auch welche bekommen w\u00fcrde, die ihn sch\u00fctzten. Sein Haar hatte Matatoa bereits in thorwalschem Stil geflochten und mit Muscheln und Perlen geschm\u00fcckt. Er erkl\u00e4rte ihnen, dass es nicht mehr weit war. Sie hatten schon einige der Inseln passiert und der gef\u00fcrchtete Malstrom vor Aeniko war haupts\u00e4chlich eine Gefahr wenn man sich aus dem Norden n\u00e4herte. Die wei\u00dfen Sandstr\u00e4nde waren den Thorwalern immer noch suspekt, ebenso dass das Wasser angenehm warm war und die Sonne selbst die Wettergegerbten verbrannte. Faenwulf begeisterte dies alles sehr. Er war noch nie so weit in den S\u00fcden gesegelt und seine engsten Berater, Karva und Blotgrimm, versicherten, dass er das Richtige getan hatte. Wenn sie hier wirklich einen Schatz fanden und nach Thorwal zur\u00fcck brachten, w\u00fcrden die Skalden und Fidlari noch in hundert Jahren davon singen. Konnten sie nach so einem Abenteuer einfach wieder nach Hause fahren und ihrem Alltag nachgehen? Faenwulf bezweifelte dies stark bei den meisten Herferdern. Vor allem bei den Jungspunden. Wenn er ihre Begeisterung betrachtete, war es zweifelhaft ob sie jemals wieder in ihre Heimatst\u00e4dte zur\u00fcckkehren w\u00fcrden. Matatoas Rufen riss ihn aus seinen Gedanken. \u201eDort ist sie\u201c, rief er aufgeregt und deutete auf Land, das in der Ferne zu sehen war. Faenwulf sp\u00fcrte ein Kribbeln im Bauch und er versuchte die Zweifel zu verdr\u00e4ngen. \u201eDa ist ein Schiff vor der Insel\u201c, rief Eilif, der mit seinem scharfen Blick wieder mehr sah, als sie. Faenwulf verzog das Gesicht. Vielleicht hatten noch andere Wind von dem Schatz bekommen. Sie w\u00fcrden sehen. War dies wirklich der Fall w\u00fcrden sie einfach versuchen den Schatzsuchern die M\u00fcnzen zu entrei\u00dfen. Wer zuerst kam mahlte zuerst, doch wenn man auf Thorwaler auf Herferd traf, hielt man besser seine M\u00fcnzen zusammen oder suchte das Weite. Faenwulf befahl allen sich kampfbereit zu machen. Sie starrten gebannt auf die Insel und das andere Schiff. Es war, anders als ein Drakkar, vor der Insel vor Anker gegangen und als sie sich langsam n\u00e4herten, h\u00f6rten sie die ersten Schreie vom Strand. Ein paar Seefahrer waren auf dem fremden Schiff zur\u00fcck geblieben und beschimpften die Thorwaler feindselig, als diese das Schiff passierten. Das w\u00fcrde \u00c4rger geben. Faenwulf sah die ersten Toten am Strand, der Sand war rot gef\u00e4rbt und auch die Wellen f\u00e4rbten sich langsam von Blut. Die Besucher, offensichtlich Piraten, lieferten sich einen Kampf mit den Bewohnern der Insel. F\u00fcr Faenwulf sah es mehr wie ein Massaker aus, da die Eingeborenen den Piraten nur wenig entgegen setzen konnten. Ein paar der Seefahrer lagen mit dem Gesicht im Sand, durchbohrt von Pfeilen, doch die Feindseligkeit der Piraten hatte die Bewohner offensichtlich \u00fcberrascht. \u201eT\u00f6tet alles was euch angreift\u201c, sagte Faenwulf finster. \u201eIch kann keinen von euch entbehren.\u201c Er atmete tief durch und schon krachte der Drakkar auf den Strand. Die Thorwaler sprangen br\u00fcllend von Bord und st\u00fcrzten sich auf die \u00fcberraschten Piraten. Bevor sie wussten wie ihnen geschah wurden die ersten von \u00c4xten gef\u00e4llt. Matatoa stach zwei mit seinem Speer ab. Wilde Fl\u00fcche aussto\u00dfend wandten sich die Seefahrer nun ihren wesentlich wehrhafteren Angreifern zu. Sie waren erfahrene K\u00e4mpfer, die ebenso wie die Kinder Swafnirs auf Herferd gingen. Sie wussten also was sie taten. Faenwulf dachte kurz an die Jungspunde, die er nicht an so ein Piratenpack verlieren wollte. W\u00e4hrend er einen gezielten S\u00e4belschlag mit dem Skjald parierte, blickte er r\u00fcber zu Wulfgrimm, der sich eine tiefe Schnittwunde am Arm zugezogen hatte. Tjalf eilte ihm allerdings zur Hilfe und versenkte seine Axt mit lautem Knirschen tief in der Schulter des Piraten. Noch immer \u00fcbersch\u00fctteten die Piraten sie mit den wildesten Fl\u00fcchen, doch der Widerstand wurde weniger. Ihr Kapit\u00e4n sah anscheinend ein, dass es das alles nicht wert war. Das Ger\u00fccht um einen Schatz, den es vielleicht gar nicht gab, und er verlor hier gute M\u00e4nner. Sie zogen sich ins Meer zur\u00fcck. Einige ruderten zum Boot, andere schwammen. Die Jungspunde riefen ihnen nun ihrerseits wilde thorwalsche Beschimpfungen hinterher, doch es wurde nun ruhiger am Strand, bis schlie\u00dflich nur das Rauschen des Meeres zu h\u00f6ren war. Kapitel 22 | Kapitel 24<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=718\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 24<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_24_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Faenwulf blickte auf, als einige der Inselbewohner langsam aus dem Wald traten und sie ansprachen. Er verstand kein Wort. Auch mit ihren Gesten konnte er nichts anfangen, doch er interpretierte sie als friedlich. Also schn\u00fcrte er seine Orknase an seinen G\u00fcrtel und hob die leeren H\u00e4nde. Matatoa eilte ihm zur Hilfe und begann mit einem Mann, der offensichtlich das Oberhaupt war, zu reden. Auch er schien nur einen Teil dessen zu verstehen, was sein Gegen\u00fcber ihm erz\u00e4hlte, doch er verstand anscheinend genug. \u201eWir sollen mitgehen\u201c, \u00fcbersetzte er. \u201eWir sollen die Toten tragen.\u201c Faenwulf blickte zu den toten Inselbewohnern, die so viel kleiner waren als er. M\u00fchelos warf er sich zwei \u00fcber die Schulter und folgte Matatoa und dem Oberhaupt in den Wald. Die Herferder taten es ihm gleich und die Inselbewohner schienen sich nicht an dem, f\u00fcr andere vielleicht respektlosen Umgang mit ihren Toten, zu st\u00f6ren. Der Wald war dicht und die Luft so feucht, dass Faenwulf der Schwei\u00df an Gesicht und Nacken herunter rann. Die ausgetreten Pfade waren zu klein f\u00fcr sie, \u00fcberragten die Thorwaler, von denen die meisten fast zwei Schritt ma\u00dfen, die Bewohner um mehrere Ellen. Und es wimmelte von V\u00f6geln. V\u00f6gel in allen Gr\u00f6\u00dfen und Farben flogen zwitschernd und kr\u00e4hend durch die dichten Baumwipfel. Blotgrimm schrie \u00e4ngstlich auf, als sich eine Schlange vor seinem Gesicht von einem Ast schl\u00e4ngelte. Die Thorwaler waren sehr ruhig geworden, unsicher auf unbekanntem Land, das so verschieden, so anders als ihre Heimat war. Fast bedrohlich in seiner Hitze und dem dichten Wald mit seinen seltsamen Tieren und Bewohnern. Sie erreichten eine Lichtung auf der mehrere H\u00fctten standen. Die D\u00e4cher waren mit Palmbl\u00e4ttern bedeckt und so niedrig, dass keiner von ihnen aufrecht darin stehen konnte. Das Oberhaupt deutete ihnen sich zu setzen und sofort wurden ihnen Fr\u00fcchte und frisches Wasser angeboten. Eine \u00e4ltere Frau begann sich um Wulfgrimms Arm zu k\u00fcmmern, der nicht mehr blutete, aber schlimm aussah. Matatoa wechselte erneut ein paar Worte mit ihrem Gastgeber. \u201eDas ist Takile\u201c, stellte er das Oberhaupt vor. \u201cEr will euch Bleichh\u00e4uten danken. Er wei\u00df, dass wir wegen den M\u00fcnzen hier sind. Sie helfen uns nicht, aber zeigen uns wo. Aber erst morgen.\u201c Die Aufregung machte sich wieder in Faenwulfs Magen breit. Es gab ihn also wirklich und morgen w\u00fcrden sie sich aufmachen den Schatz zu bergen. Die Herferd hatte also doch einen Sinn. Hoffentlich stimmten die Fidlari schon ihre Instrumente. Sie w\u00fcrden viel zu besingen haben. Sie brachen fr\u00fch auf. Die Vegah\u00f6gg war an den Strand gezogen und f\u00fcr eine l\u00e4ngere Ruhezeit vorbereitet. Ein junger Mann namens Kasua, Takiles Sohn, w\u00fcrde sie zu den Ort begleiten, an dem der Schatz angeblich verborgen lag. Faenwulf hatte sich die halbe Nacht mit Takile unterhalten, mit Hilfe von Matatoa, und hatte erfahren, dass der Schatz von einem erfolgreichen Piraten versteckt worden war. Er hatte eine seiner Kaperfahrten nicht \u00fcberlebt, doch der Rest seiner Mannschaft hatte wieder und wieder versucht den Schatz zu bergen. Ohne Erfolg. Die sonst ruhige Insel wurde seitdem immer wieder von Abenteurern und Piraten besucht, die das Gold singen h\u00f6rten. Faenwulf hatte die Herferder fr\u00fch geweckt und w\u00e4hrend sie sich mit Fr\u00fcchten und frischem Wasser gest\u00e4rkt hatten, hatte Matatoa sie mit Schutzrunen und kriegerischer Bemalung versehen. Er hatte darauf bestanden und war sehr unruhig seit sie aufgebrochen waren. Auch der Rest der Herferder f\u00fchlte sich nicht wohl. Sie waren f\u00fcr so eine Gegend wie die Waldinseln nicht gemacht. Es war zu hei\u00df, die Luft zu feucht und einige bekamen Magenschmerzen von den Fr\u00fcchten, die es hier gab. Faenwulf lie\u00df sie jammern. Jedoch nicht zu laut. Hielten sie erst die M\u00fcnzen in den H\u00e4nden, w\u00fcrden sie das alles vergessen haben. Karva trat zu Faenwulf, w\u00e4hrend sie sich weiter ihren Weg durch den Wald bahnten. \u201eWir m\u00fcssen vorsichtig sein\u201c, begann sie, bedacht darauf, dass die anderen sie nicht h\u00f6rten. \u201eDas ist unbekanntes Gebiet f\u00fcr uns. Es k\u00f6nnte gef\u00e4hrlich werden. Es ist eine unglaubliche Chance, doch wir d\u00fcrfen uns von unserer Freude nicht \u00fcbermannen lassen.\u201c Faenwulf nickte nur. Er sp\u00fcrte wie seine Stimmung sank, doch Karva hatte wahrscheinlich recht. Ein Schlangenbiss oder ein toter Herferder war das letzte was sie gebrauchen konnten. Es gab immer noch genug in der Mannschaft, die gar nicht einverstanden waren, dass sie sich so weit weg von Zuhause befanden. So schritten sie weiter, angef\u00fchrt von Kasua, gefolgt von Faenwulf und Karva. Blotgrimm bildete die Nachhut. Er hatte Thurbold bei dem Dorf gelassen, falls es zu gef\u00e4hrlich werden w\u00fcrde. Sie liefen gef\u00fchlt eine Ewigkeit und Faenwulf sp\u00fcrte wie ihm der Schwei\u00df \u00fcber Gesicht und R\u00fccken lief. Die Thorwaler waren alle mindestens einen halben Schritt gr\u00f6\u00dfer als die zierlichen Utulus und doch waren diese ihnen hier \u00fcberlegen. Kasua verzog ob des langen Wegs keine Miene und er schwitzte auch nicht. Leichtf\u00fc\u00dfig bahnte er sich barfu\u00df einen Weg durch den Wald w\u00e4hrend die schwerf\u00e4lligen Thorwaler kaum hinterher kamen. Nur einige hatten darauf bestanden ihre Skjalde mitzunehmen, da sie im engen Dickicht zu unpraktisch waren. Faenwulf selbst trug seinen Speer, andere hatten Lang\u00e4xte oder ebenfalls Speere dabei. Eilif hatte vorsichtshalber seinen Bogen geschultert. Der Wald schien immer dichter zu werden und sie mussten teilweise durch das Dickicht kriechen. Vor allem Blotgrimm, der selbst f\u00fcr einen Thorwaler gro\u00df war, hatte seine Probleme. Sie wanderten in Richtung eines gro\u00dfen Felsen, der Wald und Strand trennte. Durch den gigantischen Felsen traf das Meer hier tiefer auf die Insel und bildete eine Art kleine Lagune. Sie waren nun gut zwei Jurgaliedl\u00e4ngen gegangen und machten die erste Pause am Wasser. Einige konnten die Fr\u00fcchte nicht mehr sehen und a\u00dfen lieber Hangikj\u00f6t. Eine willkommene Erinnerung an Zuhause. Matatoa redete mit Kasua, der berichtete, dass es nun nicht mehr weit war. Er schien bedr\u00fcckt, doch anders als sein Vater ihm befohlen hatte, hatte er beschlossen bei ihnen zu bleiben. Er wollte den Schatz mit ihnen zusammen bergen und sich so beweisen. Faenwulf sagte nichts dagegen. Er war schon immer der Meinung gewesen, dass junge M\u00e4nner und Frauen sich ihre H\u00f6rner absto\u00dfen mussten, so wie er selbst damals. Eltern schr\u00e4nkten ihre Kinder viel <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=776\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 25<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_25_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Faenwulf zog sich an Land und blieb auf dem R\u00fccken liegen, immer noch nach Atem ringend. Kasua hatte ein kleines Feuer entz\u00fcndet, das die einzige Lichtquelle war. Trotzdem konnte der Thorwaler erkennen, dass er sich in einer riesigen H\u00f6hle befand, in der es wesentlich k\u00fchler war, als drau\u00dfen. Wasser tropfte von der hohen Decke und es stank f\u00fcrchterlich. Nach abgestandener Luft, Fisch und Verwesung. Faenwulf schluckte. Etwas stimmte hier nicht. Er schreckte zusammen als Karva prustend aus dem Wasser auftauchte. \u201eDas war knapp\u201c, keuchte sie und hielt Faenwulf die Hand hin, damit er ihr aus dem Wasser half.\u201cZur Tiefe, ich hoffe das ist es wert.\u201c Sie schenkte Faenwulf ein schiefes L\u00e4cheln und blickte sich in der H\u00f6hle um. Einer nach dem anderen tauchte in der H\u00f6hle auf. Die Schilde hatten gerade so durch die enge Passage gepasst und keiner war ertrunken. Tjalf hatte fast das Bewusstsein verloren und war in Panik geraten. Hjasgar, der direkt nach im getaucht war, hatte ihn mit an die Oberfl\u00e4che gezogen. Sie ruhten sich noch ein paar Strophen lang schnaufend aus, w\u00e4hrend Matatoa vorsichtig begann die H\u00f6hle zu erkunden. Mit den verlaufenen Schutzrunen und den langen, geflocheten Str\u00e4hnen sah er furchterregend aus, doch seine g\u00fctigen Augen sprachen eine andere Sprache. Die H\u00f6hle war bedrohlich, nicht nur wegen der herrschenden Dunkelheit. Immer wieder flogen Flederm\u00e4use \u00fcber sie hinweg, aufgeschreckt durch das Licht und die ungebetenen Eindringlinge. \u201eLasst sie euch nicht ber\u00fchren\u201c, fl\u00fcsterte Blotgrimm finster. \u201eSie stehlen eure Seele und tragen sie mit sich.\u201c \u00c4ngstlich blickten die M\u00e4nner und Frauen nach oben, darauf bedacht keins der kreischenden Tiere zu ber\u00fchren. Faenwulf schluckte, atmete tief ein und wieder aus und griff seinen Speer fester. \u201eBrechen wir auf\u201c, begann er und blickte sich um. Er schritt tiefer in die H\u00f6hle hinein. Zwischen den nieder gest\u00fcrzten Felsen lagen alte, tote B\u00e4ume, die vor langer Zeit wohl au\u00dferhalb der H\u00f6hle gestanden hatten und von herab st\u00fcrzenden Felsen eingeschlossen wurden. Karva nutzte dieses alte Holz als Fackel, die mehr einer Funzel glich, da das Holz sehr feucht war. Trotzdem war jedes Licht notwendig. So schritten sie weiter, mit eingezogenen K\u00f6pfen und jederzeit auf einen Angriff vorbereitet, von was auch immer. Faenwulf bemerkte einen rostigen S\u00e4bel, der am Boden neben einem vor langer Zeit ausgetreten Pfad lag und sah, dass sein Griff von einer skelettierten Hand umklammert war. Er sagte nichts, doch er blickte sich noch wachsamer um. Alle zuckten zusammen als jemand gegen einen staubbedeckten Kelch trat, der scheppernd gegen einen Felsen prallte. Der Gestank nahm immer mehr zu, so dass einige sich schon ihre Kopft\u00fccher vor die M\u00fcnder gebunden hatten. Immer h\u00e4ufiger sahen sie glitzernde Gegenst\u00e4nde im Staub liegen. Einzelne M\u00fcnzen, Kelche, ein Kerzenst\u00e4nder und hin und wieder ein R\u00fcstungsteil. Faenwulf blieb stehen, als er etwas gro\u00dfes vor ihnen erblickte. Er hob seine Fackel und sah den stark verwesten Leichnam eines Mannes. Sein Gesicht war verzerrt und etwas hatte ihm mit uns\u00e4glicher Kraft ein Bein ausgerissen. \u201eLasst uns hier verschwinden\u201c, fl\u00fcsterte Tjalf und umklammerte einen Talisman, der Swafnir zeigte. Faenwulf ging noch ein paar Schritte weiter, an dem Toten vorbei. Hier war der Boden vor Feuchtigkeit weich und gab bei jedem Schritt nach. In der Ferne sah er etwas schimmern und ging weiter. Und da war er. Der Schatz von dem Matatoa gesprochen hatte. Er sah aus wie die Beute einer erfolgreichen Herferd. M\u00fcnzen in verrotteten S\u00e4cken, mit Edelsteinen besetzte Kelche und Kerzenst\u00e4nder, verzierte Waffen. Die Piraten hatten alles mitgenommen, was f\u00fcr sie wertvoll ausgesehen hatte. In der N\u00e4he sah Faenwulf den versch\u00fctteten Eingang der H\u00f6hle. Wie einfach es gewesen w\u00e4re, w\u00e4re dieser noch ge\u00f6ffnet. Er blickte sich zu den anderen um, in deren Augen er eine Mischung aus Furcht und Gier sah. Sie hatten es wirklich geschafft. Faenwulf schenkte ihnen ein breites Grinsen, das verblasste als der Gestank um sie herum nochmal zuzunehmen schien. Matatoa trat vor und packte Faenwulf am Arm. \u201eYo-Nahoh\u201c, rief er \u00e4ngstlich. \u201eYo-Nahoh!\u201c Faenwulf blickte ihn verst\u00e4ndnislos an. \u201eIch wei\u00df nicht was du&#8230;.\u201c Ein markersch\u00fctternder Schrei hallte durch die H\u00f6hle. Etwas hatte Kasua von den F\u00fc\u00dfen und in die H\u00f6he gerissen, schleuderte ihn hin und her und mit einem lauten Knirschen gegen die H\u00f6hlenwand. Sein Schrei verstummte augenblicklich und er st\u00fcrzte mit verdrehten Gliedern und einer klaffenden Wunde an der Stirn zu Boden. Noch w\u00e4hrend sie, gel\u00e4hmt vor Entsetzen, die Leiche Kasuas betrachteten, packte etwas Tjalf und zog ihn aus dem Lichtschein. Wieder bei sich hoben die Thorwaler die Fackeln und griffen nach ihren Waffen, w\u00e4hrend Tjalf versuchte im sandigen Boden Halt zu finden. Etwas hatte sich um sein Bein geschlungen und von den F\u00fc\u00dfen gerissen. Sie liefen hinterher und da sahen sie ihn. Ein Krakenmolch, dessen ausgebreiteten Arme gut zehn Schritt ma\u00dfen, der nun mit weiteren Tentakeln nach ihnen griff. Er war schnell und bevor sie etwas tun konnten, hatte er Tjalf zu seinem mit unz\u00e4hligen Z\u00e4hnen besetzten Maul gezerrt. Tjalfs Schreie verstummten als der Krakenmolch ihn ihn der Mitte durchbiss und Blut und Eingeweide den Boden befleckten. \u201eBei Swafnir\u201c, keuchte Khemri und umfasste seine Axt fester. Das Monstrum kroch n\u00e4her an sie heran, die Tentakel gierig ausgestreckt. Faenwulf stie\u00df einen Schrei aus und rammte seinen Speer in einen der Fangarme. Das schien die anderen Herferder aus ihrer Trance zu rei\u00dfen. Eilif spannte seinen Bogen und schoss dem Ungeheuer einen Pfeil direkt zwischen die Augen, ohne gro\u00dfe Wirkung. Ein weiterer der Thorwaler wurde von den F\u00fc\u00dfen gerissen, doch Karva eilte ihm zur Hilfe. Mit gezielten Hieben schaffte sie es den armen Hund aus den F\u00e4ngen des Krakenmolchs zu befreien. Das Unget\u00fcm war nun auf einen Kampf aus. Mit seinen langen Armen schlug es nach ihnen, traf Eilif vor der Brust, der gegen die H\u00f6hlenwand geschleudert wurde. Blotgrimm stie\u00df einen Schrei aus und st\u00fcrzte nach vorne. Mit einem m\u00e4chtigen Hieb durchtrennte er einen der Tentakel. Das Monstrum schrie auf. Ein markersch\u00fctternder Schrei, der von den W\u00e4nden der H\u00f6hle widerhallte. Vier seiner Arme nutzend richtete es sich auf und schritt auf sie zu, mit den verbleibenden drei Armen um sich schlagend. Faenwulf wurde von den F\u00fc\u00dfen <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=781\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 26<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/vo_26_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Die Bewohner des Dorfes feierten Kasua wie einen Helden. Es schien den Thorwalern suspekt und sie nahmen nur halbherzig an den Feierlichkeiten teil, doch sie respektierten die Br\u00e4uche ihrer Gastgeber. Man sah Takile die Trauer ob des Verlusts seines Sohnes an, doch auch er feierte den Mut und die Heldentat seines Sohnes. Nun, da das Ungeheuer tot war, hatten sich einige Dorfbewohner in die H\u00f6hle gewagt und den restlichen Schatz, sowie den Kadaver des Monsters ins Dorf gebracht. Sie verstanden nicht, wieso die Thorwaler die M\u00fcnzen und Schmuckst\u00fccke dem schmackhaften Fleisch des Krakenmolches vorzogen, doch Faenwulf erkl\u00e4rte ihnen, dass das erlegte Monster sein Dank f\u00fcr ihre Hilfe war. Die Dorfbewohner bedankten sich \u00fcberschw\u00e4nglich, w\u00e4hrend Faenwulf am Strand platz nahm und in die Ferne blickte. Er wusste nicht wie lange er dort sa\u00df und dem Meer gelauscht hatte, als Matatoa sich neben ihn in den Sand fallen lie\u00df. Faenwulf blickte seinen Freund fragend an, als dieser aufs offene Meer deutete. Der Thorwaler blickte in die Ferne und sah dunkle Wolken, die sich weit in der Ferne \u00fcber dem Meer zusammen brauten. \u201eDer Sturm wird kommen\u201c, sagte der Moha und deutete nun auf das Dorf. \u201eIhr m\u00fcsst helfen.\u201c Noch verwirrter als zuvor betrachtete Faenwulf nun die Dorfbewohner, die begonnen hatten Palmbl\u00e4tter an ihren H\u00fctten zu befestigen und die W\u00e4nde mit dickeren \u00c4sten zu verst\u00e4rken. Nur einige der Herferder halfen ihnen, waren die meisten noch zu schwach um etwas anderes zu tun, als ihre Wunden zu versorgen. \u201eDer Sturm kommt fr\u00fcher als in anderen Jahren\u201c, erkl\u00e4rte Matatoa und zog Faenwulf auf die Beine. Seine Rippen schmerzten immer noch f\u00fcrchterlich von dem Schlag des Krakenmolchs, doch er folgte Matatoa und begann den Dorfbewohnern zu helfen, ihre H\u00fctten bereit zu machen. Die H\u00fctten standen am Rand des Waldes und dies war nicht der erste Sturm den sie \u00fcberstehen w\u00fcrden, doch sein verfr\u00fchtes Auftreten hatte sie anscheinend \u00fcberrascht. Faenwulf war entsetzt \u00fcber die Geschwindigkeit mit der die dunklen Wolken n\u00e4her kamen und wie schnell sie die Insel erreichen w\u00fcrden. Es dauerte nur einige Strophen bis er das Ansteigen des Windes sp\u00fcrte und die Wellen h\u00f6her schlugen. Die Palmen bogen sich im Wind und der beginnende Sturm wirbelte den Sand des Strandes auf. Noch bevor sie das Dorf befestigt hatten und auch nur mit der Vorbereitung der Vegah\u00f6gg beginnen konnten, war das Unwetter \u00fcber ihnen. Wasser und Sand wurde ihnen in die Augen geschleudert und die Thorwaler halfen nun so gut sie konnten alles in den Wald oder die H\u00fctten zu schaffen. Dieses kleine Paradies offenbarte immer mehr die Gefahren, die in ihm lauerten. Im Grunde konnten sie nichts tun. Der Drakkar war an den Strand geschafft und zum Festzurren des Rumpfes war keine Zeit. Zum Gl\u00fcck hatten sie schon vor Tagen den Mast umgelegt und den Wadmal sauber gefaltet in eine der H\u00fctten geschafft. Die Herferder hatten sich in die H\u00fctte zur\u00fcck gezogen, die Takile ihnen zur Verf\u00fcgung gestellt hatte. Der gesamte Schatz lag hier, ebenso wie ihr pers\u00f6nliches Hab und Gut. Wir h\u00e4tten direkt fahren sollen, dachte Faenwulf betr\u00fcbt, sagte aber nichts. Seit Tagen machte er sich Gedanken \u00fcber ihre Abreise. Selbst wenn sie jetzt das Segel setzten, war es unwahrscheinlich, dass sie es bis zu Anbruch des Winters zur\u00fcck nach Thorwal schafften. War es eine Option in Nostria oder gar Grangor zu stranden oder sollten sie hier bleiben? Er sp\u00fcrte, dass sich die Herferder nach ihrer Heimat sehnten und selbst die Jungspunde hatten einiges ihres Enthusiasmus verloren. Thorwaler waren bestimmt \u00fcber das Meer zu segeln und doch rief ihre Heimat nach ihnen. Die Berge, die K\u00e4lte, der Schnee. Das alles gab es hier nicht und auch Faenwulf sehnte sich nach Thorwal. Egal wie weit ihn seine Abenteuer geleitet hatten, er war immer ins Land der Freien zur\u00fcck gekehrt. Doch sie hatten auch einen der ihren verloren und zwei weitere hatten die letzten Tage mit gebrochenen Knochen in der H\u00fctte verbracht. Sie w\u00fcrden nicht rudern k\u00f6nnen und auch Faenwulf selbst war sich nicht sicher, ob er gegen einen Sturm w\u00fcrde anrudern k\u00f6nnen. Jeder Atemzug schmerzte schrecklich und er war sich nicht sicher, ob nicht auch er einige gebrochene Rippen davon getragen hatte. Er wurde von entsetzten Rufen aus seinen Gedanken gerissen, sprang trotz seiner schmerzenden Rippen auf und rannte hinaus in den Sturm. Sofort sah er den Grund f\u00fcr den L\u00e4rm. Der Sturm trieb riesige Wellen gegen den Strand. Immer und immer wieder zerbarst das Wasser am Ufer und trieb den gestrandeten Drakkar vor sich her. Faenwulfs Herz sank, als sich eine m\u00e4chtige Welle staute und wie ein Raubtier sein Schiff rammte. Die Vegah\u00f6gg prallte gegen einen Felsen, welcher ein gro\u00dfes Loch in die Flanke des Drakkar riss. Faenwulf h\u00e4tte am liebsten geschrien, doch er konnte nichts tun. Er musste mit ansehen, wie das Meer seinen Drakkar auf die Seite warf und schlie\u00dflich liegen lie\u00df, wie ein totes Tier. Bryda, die neben ihn getreten war, hatte Tr\u00e4nen in den Augen. Auch sie schien zu realisieren, was der Schaden an der Vegah\u00f6gg f\u00fcr sie alle bedeutete. Faenwulf wandte sich zu den Herferdern um, bem\u00fcht, sie seine Verzweiflung nicht sehen zu lassen. \u201eEfferd hat f\u00fcr uns entschieden\u201c, sagte er mit bitterem Unterton und konnte sich ein verzweifeltes Lachen nicht verkneifen. \u201eWir werden den Winter hier verbringen, heilen und die Vegah\u00f6gg reparieren. Und dann nach Hause zur\u00fcckkehren.\u201c Die Herferder blickten bedr\u00fcckt zu Boden. Man sah ihnen ihre Ersch\u00f6pfung an. Die bisherige Reise hatte ihnen viel abverlangt. Blotgrimm knurrte und legte sein schmerzendes Bein auf Thurbolds R\u00fccken. \u201eJetzt muss ich mir zumindest meine F\u00fc\u00dfe \u00fcber den Winter nicht im stinkenden Waskir abfrieren.\u201c Faenwulf und einige der anderen schmunzelten und Faenwulf lie\u00df sich neben Karva in den Sand sinken. Nun hatten sie keine Wahl und die Entscheidung war ihm abgenommen worden. Sie mussten das Beste aus dem machen was sie hatten. Die R\u00fcckschl\u00e4ge waren hart und doch hatten sie ihr eigentliches Ziel erreicht. Der Schatz gl\u00e4nzte im Licht des Feuers und was war schon ein Winter in einem fremden Land, wenn sie als reiche M\u00e4nner und Frauen in ihre <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=801\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 27<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/vo_27_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Die Vorbereitung hatte erneut Wochen gedauert und die jungen Goden beobachteten mit leichter Sorge, dass die Bl\u00e4tter der B\u00e4ume und Str\u00e4ucher sich bereits braun f\u00e4rbten. Der Herbst nahte und somit war der Winter mit seiner unbarmherzigen K\u00e4lte nicht weit. Ingibj\u00f6rg hatte sie heute fr\u00fch geweckt und ihnen befohlen sich zu r\u00fcsten. W\u00e4hrend Leif seine Werkzeuge auf den Karren lud und Olvir davor zurrte, r\u00fcsteten die Lehrlinge sich mit Polsterwams und Kr\u00f6tenhaut. Ragin schnallte sich seinen Skjald auf den R\u00fccken und die Orknase an den G\u00fcrtel. Beorn nahm wie immer seinen Speer mit. Ingibj\u00f6rg hatte einen gro\u00dfen Rucksack bepackt, mit Kr\u00e4utern, Verpflegung und vielen anderen Dingen, die er in dem Grassodenhaus lagerte. Die Sonne begann gerade erst aufzugehen, doch sie machten sich bereits auf den Weg. Beorn und Ragin kannten diesen Weg und beide versuchten sich ihre beginnende Angst nicht anmerken zu lassen. Sie gingen wieder zur H\u00f6hle und die beiden jungen M\u00e4nner wussten, dass nun passieren w\u00fcrde, worauf sie das ganze Jahr \u00fcber hingearbeitet hatten. Sie sahen Werkzeuge in Leifs Karren, Farben und seine Waffen. W\u00fcrden sie ihre Waffen \u00fcberhaupt nutzen k\u00f6nnen, gegen das, was dort oben auf sie wartete? Ihre Nervosit\u00e4t stieg. Ingibj\u00f6rg redete den Weg \u00fcber nicht und alles was sie h\u00f6rten waren die Ger\u00e4usche des Waldes und ihr eigener schwerer Atem. Selbst die Runjas schwiegen, als warteten sie gespannt auf das, was passieren w\u00fcrde. Je n\u00e4her sie der H\u00f6hle kamen, desto dunkler wurde es und das obwohl die Sonne schien. Die Luft schien schwer und sie sp\u00fcrten das Unheil, das B\u00f6se das hier hauste. Wie ein Kribbeln im Nacken, wenn man erwartete jeden Moment angegriffen zu werden. Die Ger\u00e4usche des Waldes wurden immer weniger, bis sie schlie\u00dflich verstummten und die beiden Lehrlinge konnten sp\u00fcren, dass das Wesen das hier hauste erneut an Kraft gewonnen hatte. Es begann die Umgebung des Berges zu verseuchen, wie Gift einen See. Immer h\u00e4ufiger s\u00e4umten tote Tiere ihren Weg, manche regelrecht zerfetzt, andere halb gefressen. Wir m\u00fcssen etwas tun, dachte Ragin und warf einen Blick zur\u00fcck \u00fcber dieses Hochland, das er mittlerweile seine Heimat nannte. Dies alles war eine Pr\u00fcfung und sie schritten ihrem Ende entgegen. Olvir wurde immer unruhiger und str\u00e4ubte sich weiter zu gehen. Nur das gute Zureden von Leif \u00fcberzeugte das Pony den Weg weiter zu beschreiten. Als der Wald lichter wurde und der Boden felsiger, wussten sie, dass sie fast am Ziel waren. Sie erreichten das Plateau und starrten erneut in den schwarzen Rachen der H\u00f6hle, aus der die b\u00f6se Macht des Geistes, der hier hauste, zu dringen schien. Sie halfen Leif den Karren zu entladen und nachdem er Olvir das Geschirr abgenommen hatte, scheuchte er das Pony davon. Sein treuer Begleiter w\u00fcrde den Weg nach Hause finden. Blieb er hier, w\u00fcrde er die Nacht vielleicht nicht \u00fcberleben. Ingibj\u00f6rg begann ein Feuer zu entfachen und schickte seine Lehrlinge los, um Feuerholz sammeln. Dieses Feuer musste gro\u00df sein, zwei Schritt hoch und lange brennen. Totes Holz zu finden war nicht schwer, begannen die B\u00e4ume hier doch unter dem Einfluss des b\u00f6sen Geistes zu sterben. So warfen sie immer mehr Holz ins Feuer bis es eine, f\u00fcr Ingibj\u00f6rg, zufriedenstellende Gr\u00f6\u00dfe erreicht hatte. Dieser holte aus seinem Rucksack eine Molle und begann in ihr verschieden Kr\u00e4uter zu vermengen. Er gab geriebene Kreide und Wasser dazu und begann eine z\u00e4he Masse daraus zu mischen. Leif begann ebenfalls mit seiner Arbeit. Er hatte sein Werkzeug bereit gelegt und s\u00e4uberte die in den H\u00f6hleneingang gemei\u00dfelten Runen. Die obersten Runen erreichte er mithilfe eines h\u00f6lzernen Ger\u00fcsts. Er nutzte Meerwasser zum Reinigen der Runen und ging dabei mit h\u00f6chster Sorgfalt vor. Beorn und Ragin konnten nichts tun, als tatenlos zuzusehen und wachsam zu sein. Ingibj\u00f6rg fl\u00fcsterte vor sich hin und war wie in Trance, w\u00e4hrend er weiter am Feuer sa\u00df. Auch die Lehrlinge konnten die Runjas h\u00f6ren, doch anders als sonst, h\u00f6rten sie noch eine weitere Stimme, leise, doch m\u00e4chtig und dr\u00f6hnend. Weit entfernt und in Worten sprechend, die sie nicht verstanden. Und doch jagte ihnen diese Stimme solch eine Angst ein, dass es sie gr\u00f6\u00dfte Anstrengung kostete nicht sofort zu fliehen. Dass der Alte und Leif sich dem Ursprung dieser Stimme bereits einmal gestellt hatten, schien unglaublich. Sie schreckten aus ihren Gedanken hoch, als Leif begann, die ausgewaschenen Runen erneut zu vertiefen. Mit Hammer und Schrifteisen begann er mit der Arbeit. Ingibj\u00f6rg deutete ihnen nun zu ihm zu treten. \u201eEs beginnt\u201c, murmelte er und zog ein Messer aus seinem G\u00fcrtel. Sanft griff er Beorns Arm und setzte einen Hautschnitt. Dies tat er ebenso an Ragins Arm. Das Messer war so scharf, dass sie den Schnitt kaum sp\u00fcrten. Wortlos fing Ingibj\u00f6rg das Blut in der Molle auf und vermischte des mit der Masse aus Kr\u00e4utern, Kreide und Meerwasser. Es folgte ein Schnitt in seinen eigenen Arm. Ingibj\u00f6rg schien viel mehr seines eigenen Blutes zu brauchen, doch die Lehrlinge \u00e4u\u00dferten ihre Sorge nicht. Der alte Mann wusste was er tat. So warteten sie weiter ab. Leifs Arbeit ging nur langsam vorw\u00e4rts und bald standen ihm kleine Schwei\u00dfperlen auf der Stirn. Doch er arbeitete unerm\u00fcdlich, ohne etwas zu trinken oder zu essen. \u201eKommt zu mir\u201c, befahl Ingibj\u00f6rg seinen Lehrlingen. Das Feuer brannte lichterloh und strahlte eine gro\u00dfe Hitze aus. \u201eDies wird eure gr\u00f6\u00dfte Pr\u00fcfung\u201c, begann der Alte und reichte den beiden seinen Wasserschlauch. \u201eIhr werdet k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Mit der Axt und mit eurem Geist. Doch denkt stets an Swafnir, der an eurer Seite k\u00e4mpft gegen Hranngars Gez\u00fccht und allem was sich in seinen und unseren Weg stellt. Ihr d\u00fcrft nicht zur\u00fcck weichen.\u201c Die Lehrlinge nickten wortlos. Sie schwitzten, doch sie wussten nicht ob es aufgrund des Feuers war, oder wegen der steigenden Angst, die sich in ihrem Inneren wand. Kapitel 26 | Kapitel 28<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=805\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 28<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/vo_28_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Ingibj\u00f6rg stand auf und Schritt zum Eingang der H\u00f6hle. Leif war beim Bogen des Eingangs angekommen und sah unendlich verletzlich aus. Der Alte schritt zu den tiefen, neuen Runen und begann diese mit der Masse aus Blut auszumalen. \u201eEs geht los\u201c, rief er an seine Sch\u00fcler gewandt und widmete sich dann wieder den Runen. Zuerst geschah nichts, doch dann sp\u00fcrten die jungen Thorwaler ein Dr\u00f6hnen aus der H\u00f6hle. Der Boden unter ihren F\u00fc\u00dfen schien zu erbeben. Ragin griff nach seiner Axt, Beorn hielt seinen Speer bereit. Und tats\u00e4chlich h\u00f6rten sie, dass sich aus mehreren Richtungen etwas n\u00e4herte. Sie h\u00f6rten das Knurren, bevor sie sie sahen. W\u00f6lfe. Sie wussten nicht wieviele es waren, doch die Augen der Tiere waren wirr und b\u00f6se. Er nutzt sie f\u00fcr seine Zwecke, dachte Ragin, als das erste Tier ihn ansprang. Der junge Thorwaler riss seinen Skjald hoch und wehrte den Angriff der Bestie ab. Beorn stie\u00df dem Tier seinen Speer in die Seite, bevor es erneut angreifen konnte, doch die anderen W\u00f6lfe fielen nun ebenfalls \u00fcber sie her. Ragin wehrte den n\u00e4chsten Angriff ab, doch Beorn fiel dies, nur mit Speer bewaffnet wesentlich schwerer. Dazu mussten sie Leif und Ingibj\u00f6rg besch\u00fctzen, war es doch das Ziel von Goifang die beiden an ihrem Vorhaben zu hindern, die Runen am Eingang der H\u00f6hle zu erneuern. Ragin hieb seine Axt in den Kopf eines Wolfs der sich in den Rand des Schilds verbissen hatte, w\u00e4hrend Beorn den Speer immer wieder vorschnellen lie\u00df um Angriff nach Angriff abzuwehren. Es waren so viele. Noch w\u00e4hrend Beorn einen Wolf von sich stie\u00df, riss ihn ein anderer von den F\u00fc\u00dfen und verbiss sich in seinem Oberarm. Vor Schmerz schreiend, versetzte er dem Raubtier einen kraftvollen Tritt, bevor Ragin den Wolf mit der Axt t\u00f6tete. \u201eZur Tiefe\u201c, fluchte Beorn und hielt sich den blutenden Arm. \u201eDiese verdammten Biester.\u201c Hinter Ragins Skjald Schutz suchend, wehrten sie Angriff nach Angriff ab. Der Boden war bereits getr\u00e4nkt von Blut, als die ersten W\u00f6lfe begannen sich zur\u00fcckzuziehen. Kurz vor v\u00f6lliger Ersch\u00f6pfung stehend, blickten die jungen Thorwaler zu der H\u00f6hle. Leif hatte seine Arbeit beendet, griff nun ebenfalls nach einer Orknase und eilte ihnen zur Hilfe. Ingibj\u00f6rg malte unbeirrt weiter, tunkte seinen Finger immer wieder in die blutige Farbe und zog gewissenhaft die Runen nach. Leifs H\u00e4nde waren blutig und \u00fcbers\u00e4t von Blasen, die durch seine pausenlose Arbeit entstanden waren. Sie alle wurden hier an ihre Grenzen gebracht, doch die Angriffe der W\u00f6lfe wurden schw\u00e4cher und waren immer leichter abzuwehren. Die Tiere begannen schlie\u00dflich zu fliehen, doch sie wussten, dass es noch nicht \u00fcberstanden war. Ragin versorgte die tiefe Bissverletzung an Beorns Arm und Leif begann seine wunden H\u00e4nde zu verbinden. Ingibj\u00f6rg stand auf seinen Stock gest\u00fctzt vor dem klaffenden, schwarzen Maul der H\u00f6hle, die jegliches Licht zu verschlingen schien. Er sah sehr schwach und zerbrechlich aus vor der gro\u00dfen \u00d6ffnung, die tief in den Berg reichte. Er murmelte etwas vor sich her, Bannspr\u00fcche, deren Macht Ragin und Beorn sp\u00fcren konnten. Sie schritten zu ihrem Lehrmeister um ihn zu unterst\u00fctzen und wenn es nur durch ihre Anwesenheit war. Sie hatten den ersten Schritt getan. Der erste Angriff war abgewehrt und w\u00e4hrend Ingibj\u00f6rg noch leise vor sich hin sprach, begann Leif hinter ihnen in einem M\u00f6rser erneut Kreide zu zerkleinern. Beorn und Ragin blickten ihren Meister unbeirrt an, auf jedes kleine Zeichen achtend, wie sie ihm helfen konnten. Intuitiv begannen sie ebenfalls leise Gebete zu Swafnir zu sprechen. Der m\u00e4chtige Gottwal, der sie selbst hier, so fern des Meeres, h\u00f6ren konnte und ihnen Kraft und Mut schenkte, w\u00e4hrend er seinen eigenen, ewig w\u00e4hrenden Kampf gegen die verderbte Hranngar austrug. Sie beteten auch zur g\u00fctigen Ifirn, zum listigen Phex und zum hinterh\u00e4ltigen \u00d6gnir, \u00fcber den sie viel von Ingibj\u00f6rg gelernt hatten. Sollten die G\u00f6tter ihnen Kraft, Mut und List schenken. Und ebenso die gleiche Unbarmherzigkeit, die ihr Gegner ihnen entgegen brachte. Beide schreckten hoch, als sie die H\u00e4nde Ingibj\u00f6rgs auf ihren Schultern sp\u00fcrten. Der Alte hatte seine Gebete, seine Bannworte beendet und blickte nun mit harten Augen in die Dunkelheit der H\u00f6hle. Leif war zu ihnen getreten und legte wiederum seine zitternde Hand auf Ingibj\u00f6rgs Schulter. Die beiden jungen M\u00e4nner konnten die Angst sp\u00fcren, die von Leif ausging und f\u00fchlten ihre eigene Angst tief in sich wachsen. Sie wurde gr\u00f6\u00dfer und gr\u00f6\u00dfer und schienen ihnen die Kehlen zuzuschn\u00fcren. Und pl\u00f6tzlich sahen sie eine Bewegung in der H\u00f6hle. Ein Schatten, der sich in der Dunkelheit regte und immer n\u00e4her kam. Langsam ins Licht trat. Goifang zu sehen, war noch viel schrecklicher als von ihm zu h\u00f6ren oder von ihm zu tr\u00e4umen. Jetzt, im Licht der herbstlichen Sonne, sahen sie, dass es kein Wolf war. Die Illusion, in die der b\u00f6se Geist sich geh\u00fcllt hatte, war nun zu durchschauen. Er sah aus wie ein Wolf, doch auch wie ein Ungeheuer. Zwei Schritt hoch mit toten, wei\u00dfen Augen und langen Z\u00e4hnen, d\u00fcnn wie Nadeln, die, bedeckt mit Geifer, aus seinem Maul ragten. Ein Schatten umgab ihn wie Nebel, wie ein Schwarm Fliegen eine Leiche. Er schien in ihre Seelen zu blicken und hinterlie\u00df dort nichts als Schrecken und K\u00e4lte. Mein! Dieser Berg ist mein. Eure Seelen sind mein. Ihr seid armselig, Gew\u00fcrm. Euer Tod wird vergessen sein, eure Leiber zerrissen, eure Seelen zerfetzt. Euer Bem\u00fchen war vergeblich und wird vergeblich sein. Ich kann niemals sterben, euer Tod ist unvermeidbar. \u201eGenug\u201c, schrie Ingibj\u00f6rg das Monstrum an. \u201eGenug!\u201c Der Wolf wich nicht zur\u00fcck. Sein Z\u00e4hnefletschen glich einem grausamen Grinsen, als er einen weiteren Schritt aus der H\u00f6hle heraus trat. Seine langen Klauen hinterlie\u00dfen tiefe Spuren im Sand. \u201eDu wirst gehen\u201c, sagte Ingibj\u00f6rg und seine Stimme war kalt wie Eis. Er tat ebenfalls einen Schritt nach vorne. \u201eUnd ich werde dich bannen, so wie jedes Mal bisher. Nicht nur du bist m\u00e4chtiger geworden.\u201c Aus der Kehle des Wolfs drang ein tiefes Knurren, dass ihnen durch Mark und Bein ging. Leif Schritt zum Feuer, ein Runenband in den H\u00e4nden haltend. Als er es ins Feuer warf, schrie das Monstrum auf. Ein markersch\u00fctternder Schrei voller Hass und <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=809\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 29<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/vo_29_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sein Gesicht in den Wind haltend, schloss Faenwulf die Augen und sog den Geruch des salzigen Meeres tief ein. Seine H\u00e4nde, die das Ruder umklammerten, kribbelten angenehm. Sie waren wieder unterwegs und w\u00fcrden bei gutem Wind heute Brabak erreichen. Der Winter war lang gewesen. Die Herferder hatten bald nach dem Sturm begonnen die Vegah\u00f6gg zu reparieren. Wulfgrimm war ihnen da als Schiffszimmermann eine gro\u00dfe Hilfe und mit dem Holz eines vor Monaten gestrandeten Wracks konnten sie den Riss im Rumpf des Drakkars flicken. Die Stimmung war angespannt und nach Wochen waren alle Geschichten und Abenteuer erz\u00e4hlt. Sie sehnten sich nach ihrer Heimat, dem Essen und den Gebr\u00e4uchen. Die Bewohner Aenikos behandelten sie wie die ihren, doch das reichte nicht. Schon bald konnten sie keine Fr\u00fcchte mehr sehen und auch die hei\u00dfe Sonne und der wei\u00dfe Strand begann an ihrem Gem\u00fct zu nagen. Dass ihre Situation nicht zu \u00e4ndern und es die beste Entscheidung war, den Winter auf der Insel zu verbringen, \u00e4nderte die sinkende Stimmung nicht. Immer h\u00e4ufiger stritten sich die Herferder, es kam zu Schl\u00e4gereien und Anfeindungen, doch Faenwulf und Karva gelang es immer wieder, die Wogen zu gl\u00e4tten. Sie verstanden, dass die M\u00e4nner und Frauen zu ihren Familien und in ihre Heimat zur\u00fcckkehren wollten. Matatoa half ihnen weiterhin beim Gespr\u00e4ch mit den Inselbewohnern. Faenwulf war ihnen dankbar, doch auch sie verstanden, dass die Thorwaler das Segel setzten, sobald es ihnen m\u00f6glich war. Und doch war ihr langer Aufenthalt nicht ausschlie\u00dflich schlecht. Sie hatten hier Freunde gefunden und wahrscheinlich das gr\u00f6\u00dfte Abenteuer ihres Lebens hier erlebt. So rollten doch ein paar Tr\u00e4nen beim Abschied und das Versprechen wurde gegeben, dass man sich noch in diesem Leben wiedersah. Und dann waren sie gesegelt. Die Vegah\u00f6gg wesentlich schwerer als bei ihrer Ankunft und der erbeutete Schatz in Ruderkisten und S\u00e4cken verstaut. In Brabak w\u00fcrden sie das meiste davon zu einem guten Preis eintauschen. Wenn Faenwulf etwas konnte, dann war es Handel. Sie steuerten den Hafen von Brabak an. Die Stadt schien nach ihrem langen Aufenthalt auf der Waldinsel noch lauter, belebter und dreckiger zu sein als vorher. Faenwulf z\u00f6gerte kurz bevor er auf den Steg sprang, \u00fcberw\u00e4ltigt von den Eindr\u00fccken. Blotgrimm legte ihm eine schwere Hand auf die Schulter und sprang dann mit seinem besten Freund von Bord. Sofort umschw\u00e4rmten sie H\u00e4ndler wie Fliegen, doch Faenwulf wusste mit wem er hier gute Gesch\u00e4fte machen konnte. Sie hatten in der langen Zeit des Winters den Schatz sortiert und sich entschieden die M\u00fcnzen bis nach Thorwal zu transportieren. Der Rest w\u00fcrde verkauft. Faenwulf steuerte zielstrebig ein Haus an, das einem alten Bekannten von ihm geh\u00f6rte. Schon in jungen Jahren war Faenwulf mehrfach nach Brabak gereist und hatte dort einen Andergaster namens Marek Dreuber kennengelernt. Es gab kaum eine zwielichtigere Person, doch Faenwulf hatte mit ihm immer gute Gesch\u00e4fte gemacht. Marek fragte nie woher die Waren kamen, die man ihm anbot und zahlte gut. Er machte gerne Gesch\u00e4fte mit Thorwalern und hatte keine Probleme mit ihren Pl\u00fcnderungen und dem Brandschatzen. Als Faenwulf sein Haus betrat, hellte sich Mareks Gesicht vor \u00dcberraschung auf. \u201eDu bist braungebrannt wie ein Spanferkel\u201c, bemerkte er und musterte Faenwulf von oben bis unten. Man sah die Neugier in seinen Augen, doch als Faenwulf ihm nicht weiter erl\u00e4uterte wo er die Sonne genossen hatte, fragte Marek auch nicht weiter nach. Faenwulf leerte zwei gro\u00dfe S\u00e4cke mit wertvollen Gegenst\u00e4nden. Kelche, Kerzenhalter, Schmuck und blickte Marek erwartungsvoll an. Dieser grinste breit und pr\u00fcfte die Gegenst\u00e4nde auf ihren Wert. \u201eDu hast ihn tats\u00e4chlich gefunden\u201c, bemerkte er dann. \u201eDen Schatz von dem hier gefl\u00fcstert wurde.\u201c Faenwulf nickte nur, h\u00fcllte sich aber weiterhin in Schweigen. Marek sortierte die Gegenst\u00e4nde nach Wert und Gr\u00f6\u00dfe, rechnete und wog. Faenwulf wusste, dass dies zu seinem Ablauf geh\u00f6rte und wartete weiterhin. Wenn Marek genug bezahlte, konnte er auch ruhig R\u00e4der schlagen. Faenwulf war dies gleich. Schlie\u00dflich machte der Andergaster ihm ein Angebot und Faenwulf war \u00fcber die H\u00f6he der Summe \u00fcberrascht. Nat\u00fcrlich gab es einen Haken und er wusste, dass Marek ihm nichts schenkte, doch er feilschte nur ein bisschen. Nach einigem Jammern von Marek, dass Faenwulf ihn zu einem armen Mann machte, schlugen sie ein und Marek reichte Faenwulf zwei Beutel voller M\u00fcnzen. Sie tranken noch ein Premer Feuer zusammen um das Gesch\u00e4ft zu besiegeln. Dann verlie\u00df Faenwulf das Haus. Er hatte das Gef\u00fchl, dass er Marek f\u00fcr lange Zeit nicht mehr sehen w\u00fcrde. Wenn es nicht sogar das letzte Mal war. So wie der Rest der Mannschaft sehnte Faenwulf sich nach einem gem\u00fctlichen Lager, Ahl, Mj\u00f6t und etwas anderem zu essen als Fr\u00fcchten und Krakenmolch. Er ging also zu dem Gasthaus, in dem er und die Herferder vor so vielen Monden gen\u00e4chtigt und getrunken hatten. Wo Matatoa ihm von dem Schatz erz\u00e4hlt hatte und sie die Entscheidung getroffen hatten, nach Aeniko zu segeln. Der Wirt erinnerte sich nicht an ihn, freute sich jedoch sehr \u00fcber seinen thorwalschen Kunden als dieser ihm mitteilte, dass er alle Schlafpl\u00e4tze des Gasthauses brauchte, sowie ein Fass Ahl und einen guten Eintopf mit viel Fleisch. Faenwulf nahm an einem leeren Tisch Platz und genehmigte sich schon mal einen Krug k\u00fchles Ahl. Es schien als h\u00e4tte er noch nie etwas so leckeres getrunken. W\u00fcrzig und frisch und so viel besser als das fade Wasser auf der Insel. Er bestellte sich direkt noch einen Krug sowie ein St\u00fcck frisches Brot, K\u00e4se und Speck. Sie alle hatten auf der Insel an Gewicht verloren, waren sie doch anderes gewohnt. Es dauerte nicht lange bis Blotgrimm, gefolgt von Matatoa, das Gasthaus betrat. Thurbold trottete gutm\u00fctig hinter ihnen her. Matatoa, dessen Haut nun schon einige Hautbilder zierten, wenn auch unsauber gestochen, nahm freudig neben Faenwulf Platz und bestellte ebenfalls einen Krug Ahl. In diesem Gasthaus war er schlie\u00dflich auf den Geschmack des leckeren Gebr\u00e4us gekommen. Beherzt biss er in das St\u00fcck Brot auf Faenwulfs Teller und lie\u00df sich zufrieden in die Lehne der Bank sinken. Blotgrimm und Faenwulf tauschten am\u00fcsierte Blicke. Sie hatten den Moha ins Herz geschlossen und er war nach so kurzer Zeit einer ihrer engsten <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=814\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 30<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/vo_30_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Ragin lachte erleichtert auf, w\u00e4hrend Tr\u00e4nen der Erleichterung Beorns Wangen herab liefen. Ingibj\u00f6rg ging in die Knie und brach dann am Eingang der H\u00f6hle zusammen. Er hielt seinen Bauch, in dem eine tiefe Wunde klaffte, die stark blutete. Sofort schafften die Lehrlinge ihn ans Feuer und versuchten die Blutung zu stillen. \u201eIhr solltet zur\u00fcck gehen\u201c, sagte Leif. \u201eNehmt ihn mit und versorgt ihn. Ich k\u00fcmmere mich um den Rest.\u201c So schafften sie den alten auf den Karren, in dem Leif seine Werkzeuge transportiert hatte und fuhren damit zur\u00fcck zum Grassodenhaus. Olvir hatte es tats\u00e4chlich zur\u00fcck geschafft. Das Pony graste friedlich neben den Ziegen. Sie legten Ingibj\u00f6rg auf sein Lager und nutzten, was er ihnen beigebracht hatte. Sie gaben dem Alten Knoblauch zu essen. Roch seine Bauchwunde nach kurzer Zeit nach Knoblauch, war ihm nicht mehr zu helfen. Es w\u00e4re ein Zeichen daf\u00fcr gewesen, dass der Wolf seine Eingeweide zerfetzt hatte. Dies war jedoch nicht der Fall. Also gaben sie ihm ein Horn seines guten Kr\u00e4uterschnapses und schlossen die Wunde mit etlichen Nadelstichen. Der Alte schlief sofort ein und die jungen Thorwaler wussten, dass er noch nicht \u00fcber den Berg war. Sie legten schmerzstillende Kr\u00e4uter unter seine Zunge und lie\u00dfen den Alten dann allein. Nun versorgten sie auch ihre eigenen Wunden, a\u00dfen und tranken etwas und legten sich auf ihre Lager. Beide waren so ersch\u00f6pft, dass sie Leifs R\u00fcckkehr nicht bemerkten. Trotz des steten fl\u00fcstern der Runjas schliefen die beiden jungen Goden traumlos. Anders als an anderen Morgen war der Alte nicht schon aufgestanden, als die Sonne sie weckte. Er war jedoch wach und unterhielt sich leise mit Leif, der an seinem Lager sa\u00df. Ingibj\u00f6rg schenkte seinen Lehrlingen ein schmerzverzerrtes L\u00e4cheln. \u201eIch bin sehr stolz auf euch\u201c, fl\u00fcsterte er. \u201eIch muss jetzt ruhen, aber bald geht unsere Arbeit weiter. Wir m\u00fcssen den Berg vorbereiten. Und jetzt holt mir etwas kaltes zu trinken.\u201c Die beiden jungen M\u00e4nner sch\u00fcttelten lachend die K\u00f6pfe und gingen raus, um ihrem Lehrmeister ein Horn kaltes Wasser zu bringen. Sie blickten \u00fcberrascht auf, als sie sahen, dass das gr\u00fcne Banner mit dem Antlitz des Wolfes \u00fcber dem Plateau gehisst war. Leif musste es aufgestellt haben, als er zur\u00fcck gekehrt war. Sie wussten nicht wieso, doch dieses Banner gab ihnen ein gutes Gef\u00fchl. Ein Gef\u00fchl von Sicherheit. Sie schritten schweigend zum Brunnen, f\u00fcllten den Eimer mit kaltem Wasser und gaben gleichzeitig den Ziegen neues Heu und f\u00fcllten ihre Tr\u00e4nke. \u201eEs ist unglaublich was wir da gestern erlebt haben\u201c, begann Beorn und blickte in den Wald Richtung der H\u00f6hle. \u201eUnd ich hoffe wir werden so etwas nie wieder erleben\u201c, erg\u00e4nzte Ragin trocken und nahm einen Schluck Wasser. \u201eIch dachte schon die Runjas w\u00e4ren schlimm, doch dieses Monstrum \u00fcbersteigt alles Schreckliche, das ich je vorzustellen wagte.\u201c Sie f\u00fcllten ein Horn mit Wasser und gingen zur\u00fcck ins Grassodenhaus. Ingibj\u00f6rg nahm einen tiefen Schluck, w\u00e4hrend er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch hielt. \u201eLeif wird euch helfen alles vorzubereiten\u201c, begann er und biss etwas von einem St\u00fcck frischen Brotes ab. \u201eNun da der Berg wieder sicher ist, m\u00fcssen wir das Plateau vorbereiten. Es werden B\u00e4ume gef\u00e4llt werden m\u00fcssen, Steine geschleppt und Vorr\u00e4te f\u00fcr den Winter angelegt. Sobald der Winter vorbei ist, wird es beginnen.\u201c Die Lehrlinge tauschten verwirrte Blicke, doch sie wussten, dass sie von dem Alten keine genauen Antworten w\u00fcrden erwarten k\u00f6nnen. Es war ebenfalls ein Teil der Pr\u00fcfung. Wieviel Arbeit waren sie bereit zu leisten, ohne zu wissen wof\u00fcr. Ingibj\u00f6rg w\u00fcrde es ihnen mitteilen und B\u00e4ume f\u00e4llen und Steine schleppen war tusund mal besser als gegen einen rachs\u00fcchtigen b\u00f6sen Geist zu k\u00e4mpfen. Au\u00dferdem sollten sie beginnen bevor der erste Schnee fiel. Kapitel 29 | Kapitel 31<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=847\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 31<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_31_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Nach und nach trafen die anderen Herferder ein. Ihre Laune schien sich gebessert zu haben und selbst Eilif, der alte Sauertopf, lie\u00df sich ein L\u00e4cheln abringen. Nach dem vierten Krug Ahl stimmte Blotgrimm ein Lied an und selbst die, die den Text nicht wirklich kannten, stimmten ein. Schon bald waren die meisten von ihnen v\u00f6llig betrunken und selbst durch seinen nebligen Kopf sp\u00fcrte Faenwulf wie sehr er das vermisst hatte. Sie hatten mit ihrer Anwesenheit das Gasthaus in eine thorwalsche Taverne verwandelt, was die anderen G\u00e4ste nicht zu st\u00f6ren schien. Einige hatten bereits an dem gro\u00dfen Tisch, an dem die Thorwaler sa\u00dfen, Platz genommen. Bryda, die zum Tisch getorkelt kam, einen Krug Ahl in der einen und einen Becher Premer Feuer in der anderen Hand, nahm auf Faenwulfs Scho\u00df Platz. W\u00e4hrend der Zeit auf Aeniko hatte sie sich zur\u00fcck gehalten, doch jetzt, in trunkenem Zustand, schien Karvas giftiger Blick sie nicht zu st\u00f6ren. Sie s\u00e4uselte Faenwulf verf\u00fchrerische Dinge ins Ohr, die aufgrund des L\u00e4rms gl\u00fccklicherweise niemand anderes h\u00f6rte. Faenwulf nahm ihr das Premer Feuer aus der Hand und leerte den Becher in einem Zug, w\u00e4hrend seine andere Hand an Stellen wanderte, f\u00fcr die er bei anderen Konas normalerweise eine Ohrfeige kassiert h\u00e4tte. Bryda schlang ihre Arme um seinen Hals und sie tauschten einen leidenschaftlichen Kuss. Obwohl Faenwulf nicht unerfreut \u00fcber die Situation war, brauchte er doch etwas frische Luft bevor es weiter ging. \u201eIch bin gleich zur\u00fcck\u201c, fl\u00fcsterte er Bryda zu und verlie\u00df die Gastst\u00e4tte. Drau\u00dfen war es wesentlich k\u00fchler und die Luft half ihm, wieder etwas klarer zu werden. Au\u00dferdem merkte er jetzt wie dringend er pinkeln musste. Leicht schwankend in eine Gasse torkelnd, dachte Faenwulf noch dar\u00fcber nach, dass Karva sicher ziemlich w\u00fctend sein w\u00fcrde, wenn das mit Bryda so weiter ging. Sie waren kein Paar, weder er und Bryda, noch er und Karva, und doch verband ihn irgendetwas mit seiner alten Freundin das \u00fcber normale Freundschaft hinaus ging. Nat\u00fcrlich hatten sie schon h\u00e4ufiger das Lager geteilt, doch das war Jahre her. Die Gasse wieder verlassend, h\u00f6rte Faenwulf pl\u00f6tzlich schnelle Schritte hinter sich. Er war betrunken, doch nicht so sehr, dass er nicht trotzdem achtsam war. Er fuhr herum und sah im letzten Moment das Gl\u00e4nzen einer Klinge. Den Dolch mit dem Arm abwehrend, drang die Klinge in seine linke Schulter und nicht, wie geplant, in seinen Hals. Er schlug seinen Angreifer zu Boden und packte den Griff des Dolches. Nicht rausziehen, h\u00f6rte er Ingibj\u00f6rgs Stimme in seinem Kopf. \u201eVerdammte Schei\u00dfe\u201c, fluchte Faenwulf laut und trat einen Schritt auf den am Boden liegenden Angreifer zu. Er sp\u00fcrte das Blut hei\u00df seine Seite herunter rinnen und seinen linken Arm konnte er kaum bewegen. Faenwulf \u00fcberlegte ob er dem Angreifer mit einem gezielten Tritt ein Ende bereiten sollte, als er erneut Schritte hinter sich h\u00f6rte. Es sind zwei, dachte Faenwulf, hoffend, den zweiten Angreifer abwehren zu k\u00f6nnen. Auch dieser attackierte ihn mit einem Dolch und Faenwulf versuchte in seinem trunkenen Zustand den Angriffen auszuweichen. Die Klinge f\u00fcgte ihm zwei weitere tiefe Schnitte zu, als er ein grollendes Knurren h\u00f6rte. Der Angreifer wurde zu Boden gerissen und etwas verbiss sich in seiner Kehle. Die Schreie verstummten schnell und voller Erleichterung sah Faenwulf, dass es Thurbold war, der dem Angreifer die Kehle zerfetzt und ihm somit das Leben gerettet hatte. Der sonst so friedliche Olporter trottete zu ihm und wich ihm auf dem Weg zum Gasthaus nicht von der Seite. Immer noch stark blutend betrat Faenwulf den Raum, woraufhin das Lachen und der Gesang augenblicklich verstummten. Blotgrimm, ungew\u00f6hnlich flink f\u00fcr seine Gr\u00f6\u00dfe, war als erstes bei ihm. \u201eWas zur Tiefe ist passiert?\u201c, rief er und begann seinen Freund zu st\u00fctzen, darauf bedacht den aus Faenwulfs Schulter ragenden Dolchgriff nicht zu ber\u00fchren. \u201eBin angegriffen worden\u201c, knurrte Faenwulf, dem langsam schwarz vor Augen wurde. Karva eilte nach drau\u00dfen, um einen Heilari zu suchen, w\u00e4hrend die drei Jungspunde sich um die Angreifer k\u00fcmmerten. Blotgrimm trug seinen Freund auf ein Strohlager und versuchte die Blutung zu stillen, w\u00e4hrend sie auf einen Heilari warteten. Immer wieder verlor Faenwulf das Bewusstsein, doch er sp\u00fcrte sehr wohl das Bei\u00dfholz, das Blotgrimm ihm zwischen die Z\u00e4hne schob und den brennenden Schmerz, als der Heilari den Dolch aus seiner Schulter entfernte. Die anderen Herferder warteten besorgt vor der T\u00fcr, durch die sie die Schmerzensschreie ihres Anf\u00fchrers h\u00f6rten. Erst als klar war, dass Faenwulf nicht sterben w\u00fcrde, gingen die meisten zu Bett. Faenwulf erwachte am n\u00e4chsten Morgen mit einer verbundenen Schulter und zu allem \u00dcberfluss mit einem ordentlichen Katzenjammer. Auf dem Lager neben ihm lag Bryda, die die ganze Nacht an seiner Seite geblieben war und nicht erwachte als Faenwulf sich erhob. Sein Hals war trocken und er war ersch\u00f6pft. Vor Schmerzen verzog er das Gesicht und schritt nach drau\u00dfen, wo er auf Karva traf. Sie blickte nicht auf, als er zu ihr ging. \u201eDu musst von jetzt an besser auf dich aufpassen\u201c, begann sie und blickte dann Faenwulf an. \u201eUnd wir m\u00fcssen hier weg.\u201c Sie hielt ein St\u00fcck Papier hoch und obwohl Faenwulf nicht lesen konnte, erkannte er, dass es ein Steckbrief war. Sein Steckbrief mit einem Bild, das ihn sogar relativ gut getroffen hatte. \u201eDu wirst gesucht. Bevorzugt tot\u201c, erkl\u00e4rte Karva. \u201eDer Mann dem das Sklavenschiff geh\u00f6rte, hat ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt. Eine sehr hohe Summe.\u201c Faenwulf verzog angewidert das Gesicht. Lie\u00df das St\u00fcck Papier zu Boden fallen und spuckte darauf. \u201eDann machen wir, dass wir hier weg kommen\u201c, sagte er finster. \u201eEs wird Zeit dass wir nach Hause segeln.\u201c Kapitel 30 | Kapitel 32<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=850\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 32<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_32_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Sie kamen langsamer vorw\u00e4rts als geplant. Die Winde waren ihnen nicht wohlgesonnen und mit Matatoa als Ersatz f\u00fcr Tjalf und Faenwulf, der in seinem Zustand kaum rudern konnte, bewegte sich die Vegah\u00f6gg schwerf\u00e4lliger \u00fcber das Wasser als sonst. Faenwulf musste immer wieder Pausen machen in denen er finster dreinblickend am Drachenkopf stand und ins tiefe Blau des Meeres starrte. Es \u00e4rgerte ihn, dass seine Mannschaft wegen ihm einer solchen Gefahr ausgesetzt war. Die meisten Kopfgeldj\u00e4ger waren unbarmherzige Hurens\u00f6hne und je h\u00f6her die Summe war, die auf einen Kopf ausgesetzt war, desto skrupelloser wurden sie. Faenwulf kannte nicht einmal den Namen das Sklaventreibers, der seinen Sch\u00e4del auf einem Speer sehen wollte, doch er verfluchte ihn innerlich. Als sich einer der Winde doch erbarmte und das Segel gesetzt werden konnte, wurden die Ruder eingezogen. Die meisten z\u00e4hlten wieder und wieder ihren Anteil der Beute, immer noch sprachlos, dass diese verr\u00fcckte Herferd tats\u00e4chlich von Erfolg gekr\u00f6nt war. Die Vorfreude wuchs. Zur\u00fcck in Thorwal w\u00fcrden die meisten wohl zu ihren Familien zur\u00fcck kehren oder den Winter in den Tavernen und Hurenh\u00e4usern verbringen. Faenwulf g\u00f6nnte ihnen alles Gute das ihnen widerfahren mochte. Es war die beste Mannschaft die er bisher zusammen gebracht hatte und es stimmte ihn etwas melancholisch zu wissen, dass die Fahrt sehr bald enden w\u00fcrde. Karva trat zu ihm und legte, wie so oft, ihre k\u00fchle Hand in seinen, von der Sonne Aenikos gebr\u00e4unten, Nacken. \u201eDu gr\u00fcbelst schon wieder so viel\u201c, bemerkte sie und l\u00e4chelte ihren alten Freund leicht an. \u201eWir haben es bald geschafft. Freu dich doch ein bisschen.\u201c Faenwulf nickte, seufzte dabei aber tief. Die Melancholie, die sein Volk h\u00e4ufig heimsuchte, hatte ihn erwischt. \u201eDu hast ja recht\u201c, antwortete er und blickte in die Ferne. \u201eMich stimmt es nur traurig, dass die Herferd bald vorbei ist.\u201c Karva seufzte ebenfalls und blickte zur\u00fcck auf die Mannschaft, die sich vom langen Rudern ausruhte, offensichtlich gespannt auf ihre R\u00fcckkehr nach Thorwal. \u201eDu hast mehr vollbracht, als die meisten sich nur ertr\u00e4umen k\u00f6nnen\u201c, bemerkte Karva tr\u00f6stend und blickte Faenwulf in die blauen Augen. \u201eWir haben gen\u00fcgend Abenteuer erlebt um zahllose Skalden und Fiddlari f\u00fcr Jahre zu besch\u00e4ftigen. Diese Herferd wird legend\u00e4r werden. Nat\u00fcrlich mussten wir auch einstecken, aber \u00fcberleg doch was wir erlebt haben. Wie sehr du das Leben der meisten hier ver\u00e4ndert hast. Und es kann ja noch weiter gehen. Wer sagt denn das alles jetzt enden muss?\u201c Faenwulf blickte Karva dankbar an und legte seine raue Hand auf ihre Wange. So viele Gedanken schossen gerade durch seinen Kopf. \u201eWir kriegen Besuch\u201c, rief Eilif und riss die beiden aus ihrem vertraulichen Gespr\u00e4ch. \u201eZiemlich ungebetenen Besuch.\u201c Er verzog das Gesicht und spuckte ins Wasser. Faenwulf eilte zu seinem Steuermann und blickte nach hinten. Seine Augen waren nicht so gut wie die von Eilif, doch auch er sah sie. Zwei Galeeren, schwarz wie die Nacht, mit schwarzen Segeln. Diese verdammten al&#8217;anfanischen Hurens\u00f6hne, fluchte Faenwulf innerlich. Sie hatten sich vom offenen Meer her gen\u00e4hert und folgten ihnen jetzt. \u201eSie jagen uns\u201c, bemerkte Karva, die neben ihn getreten war. Ihr Blick zeigte entsetzen, aber auch die Erwartung, dass er etwas tat. Sie hatten keine Wahl, sie mussten weg. Gegen zwei Galeeren kamen sie nicht an, schon gar nicht mit reduzierter Mannschaft. \u201eAn die Ruder\u201c, br\u00fcllte Faenwulf. \u201eWir verschwinden von hier. Die Bastarde werden uns nicht kriegen.\u201c Die Mannschaft blickte sich besorgt an, doch sofort setzten sie sich auf ihre Ruderkisten und ruderten. Auch Faenwulf begann wieder zu rudern und versuchte die Schmerzen in seiner Schulter so gut es ging zu ignorieren. Sie mussten versuchen einem Kampf so gut es ging aus dem Weg zu gehen. Es war jetzt nicht mehr weit. Ihnen allen lief der Schwei\u00df am K\u00f6rper herab, doch sie Galeeren kamen immer n\u00e4her. Die innerlichen Fl\u00fcche waren mittlerweile zu lauten Fl\u00fcchen geworden, die von der gesamten Mannschaft laut ge\u00e4u\u00dfert wurden. \u201eDa vorne\u201c, rief Matatoa, der aussah als w\u00fcrde er vor Ersch\u00f6pfung gleich das Bewusstsein verlieren. Er konnte nicht \u00e4u\u00dfern was er sah, hatte der zierliche Moha wahrscheinlich noch nie Berge gesehen. Die sichere Heimat war so nah. \u201eEins der Schiffe dreht ab\u201c, rief Eilif. \u201eDie anderen Bastarde h\u00e4ngen uns aber immer noch am Arsch.\u201c Faenwulf warf einen Blick zur\u00fcck. Eilif hatte leicht untertrieben. Die Galeere war nun so nah, dass er die Gesichter der Mannschaft sehen konnte und der Rammsporn f\u00fcr sie in K\u00fcrze eine echte Gefahr darstellen w\u00fcrde. Komm schon altes M\u00e4dchen, fluchte Faenwulf innerlich und warf einen Blick auf seine Orknase. Wenn die Galeere sie einholte, waren sie geliefert. Er konnte das Br\u00fcllen der Mannschaft h\u00f6ren, die ihnen in fremden Zungen Fl\u00fcche entgegen riefen. \u201eSie sind gleich da\u201c, rief Eilif nach hinten und Faenwulf wusste dass sie keine andere Wahl hatten. \u201eEilif\u201c, rief er und zog sein Ruder ein. \u201eDu bleibst am Steuer und h\u00e4ltst den Drakkar von diesem Rammsporn fern. Der Rest r\u00fcstet sich und nimmt seine Waffen. Ladet den Aal.\u201c Sein Blick blieb an Matatoa h\u00e4ngen, der ihn mit Verzweiflung in den Augen anblickte. \u201eDu gehst nicht zur\u00fcck\u201c, versicherte ihm Faenwulf und dr\u00fcckte ihm eine Orknase in die Hand. \u201eWenn, dann gehst du mit uns zu Swafnir.\u201c Matatoa nahm kurz Faenwulfs Hand und l\u00e4chelte. \u201eSwafnir\u201c, sagte er leise. \u201eDie alte Flosse.\u201c Faenwulf nickte. N\u00e4chtelang hatte er mit Matatoa \u00fcber seinen Vater Swafnir gesprochen und der junge Moha hatte ihm gespannt gelauscht. Karva hatte ihm ein Amulett mit dem Antlitz Swafnirs aus einer wei\u00dfen Muschel geschnitzt und Matatoa hatte es seitdem nicht mehr abgelegt. Sein erstes Hautbild war das der Pottwalrune, gestochen mit wei\u00dfer Farbe, die geheimnisvoll in der dunklen Haut des Moha schimmerte. Sie bedeckte nun einen gro\u00dfen Teil der Narben, die er in der Gefangenschaft der Al&#8217;Anfaner erlitten hatte und sollte ein Symbol daf\u00fcr sein, dass er nun f\u00fcr immer frei war. Kapitel 31 | Kapitel 33<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=853\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 33<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_33_unser-ist-das-meer-e1786385986803-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"Eine handgezeichnete Illustration von Thorwaler-Langschiffen (Ottajaskos), die sich vom einer befestigten K\u00fcste entfernen. Das vordere Schiff mit Drachenkopf am Bug ist mit bewaffneten aventurischen Rekkern besetzt. Im Hintergrund hohe Berge, eine Steinfestung und ein Ottaskin-Lager mit Leuchtfeuer.\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Durch das geschickte Man\u00f6ver Eilifs war es nur einigen Al&#8217;Anfanern gelungen an Deck zu kommen. Sie wurden erbarmungslos nieder gemacht. \u201eWerft sie in die Tiefe\u201c, befahl Faenwulf und wischte sich das Blut aus dem Gesicht. \u201eSie greifen wieder an.\u201c Die Galeere war zwar schneller aber nicht ann\u00e4hernd so wendig wie der Drakkar, so dass sie jetzt vor dem Drachenboot segelte. Faenwulf trat an den Aal. Gab man ihm einen Bogen in die Hand, konnte er nicht einmal einen Ochsen treffen, doch am Aal war unschlagbar. Er zielte auf den Steuermann und traf. Der Speer traf den Mann in die Schulter und riss ihn fast entzwei. Ausgleichende Gerechtigkeit, dachte Faenwulf finster und fasste an seine schmerzende Schulter. Er blickte Wulfgrimm und Hjasgar an. \u201eNachladen\u201c, bellte er und die Jungspunde eilten herbei. Faenwulf war mit seiner Verletzung nicht in der Lage das Gesch\u00fctz schnell genug zu laden. Nun ohne Steuermann schafften sie es dem zweiten Angriff der Galeere auszuweichen, doch erneut sprangen einige Angreifer auf den Drakkar. Das wird nie aufh\u00f6ren, dachte Faenwulf und feuerte den Aal erneut ab. Und wieder traf er einen Mann, der von dem Aufprall ins Wasser geschleudert wurde. Er war tot bevor er die Wasseroberfl\u00e4che ber\u00fchrte. Faenwulf fuhr herum, als sich ihm ein Angreifer n\u00e4herte, doch zu seinem Entsetzen schaffte er es nicht den Hieb des S\u00e4bels wirkungsvoll zu parieren. Zu geschw\u00e4cht war er von dem n\u00e4chtlichen Angriff in Brabak. Khemri eilte ihm zur Hilfe und enthauptete den Angreifer mit einem Schlag seiner Axt. Faenwulf rappelte sich auf und trat den Sch\u00e4del des Al&#8217;Anfaner von Bord. Noch einen Angriff des gegnerischen Schiffs w\u00fcrde die sowieso schon angeschlagene Vegah\u00f6gg wahrscheinlich nicht \u00fcberstehen. Zur Tiefe mit euch, fluchte Faenwulf. Pl\u00f6tzlich geriet die Mannschaft der Galeere in Aufruhr. Immer wieder deuteten sie in die Ferne. Faenwulfs letzte Hoffnung hatte sich best\u00e4tigt. Mehrere Drachenschiffe waren zu sehen, die sich ihnen schnell n\u00e4herten. Beleidigungen, Fl\u00fcche und die schlimmsten Verw\u00fcnschungen wurden vom Wind \u00fcber das Meer zu ihnen getragen. Thorwalsche Fl\u00fcche und Verw\u00fcnschungen. Ihre Landsleute kamen ihnen zu Hilfe. Die Mannschaft begann zu jubeln, als sie sahen, dass die Mannschaft der Galeere, hektisch wie Ameisen, begann, das Schiff zu wenden. Sie zogen den Schwanz ein. Und doch war es mutig von ihnen, der Vegah\u00f6gg bis hierher, bis nach Thorwal, zu folgen. Doch f\u00fcr M\u00fcnzen taten einige Menschen wirklich alles. Die ersten Ottas brausten an ihnen vorbei, die \u00c4xte schwingend, mit Wind in den Segeln. Sie waren endlich Zuhause und niemand war verletzt. Also setzten sie sich wieder an die Ruder, noch ersch\u00f6pfter als zuvor, dreckig und blutig, doch sie wollten nach Hause. Olport war nun zu sehen und Eilif leitete sie mit ruhiger Selbstsicherheit durch die Steine. Sie konnten es noch nicht glauben. Sie hatten es wirklich geschafft. Die Herferd war beendet. Flankiert von zwei, nicht ann\u00e4hernd so imposanten Ottas, liefen sie in den Hafen Olports ein. Faenwulf hatte einen Klo\u00df im Hals, als er endlich wieder den Boden seiner Heimat unter den F\u00fc\u00dfen sp\u00fcrte. Nach und nach verlie\u00dfen die Herferder das Schiff. Faenwulf wollte warten, bis alle ihrer Wege gegangen waren, sich verabschieden und sich dann dar\u00fcber klar werden, wie es nun weiter ging. So hatte er es bisher bei jeder Herferd gemacht. Innerlich \u00fcberschlugen sich seine Gef\u00fchle, war diese Herferd doch so anders gewesen, als die bisherigen davor. Einige der Herferder verlie\u00dfen den Drakkar wortlos, andere bedankten sich bei Faenwulf. Blotgrimm und Karva, ihre Ruderkisten in den H\u00e4nden und die Beute geschultert, gesellten sich zu ihm. Das half ein bisschen. \u201eIch bin sprachlos\u201c, begann Blotgrimm und klopfte Faenwulf auf die gesunde Schulter. \u201eWas f\u00fcr ein Abenteuer.\u201c Faenwulf nickte und grinste seinen alten Freund an. \u201eHat sich doch gelohnt\u201c, murmelte er. Matatoa stellte sich zu ihnen und blickte Faenwulf mit seinen unergr\u00fcndlichen Augen an. \u201eEure Heimat ist sch\u00f6n\u201c, bemerkte er und blickte dann vertr\u00e4umt \u00fcber die Stadt. Wie recht er doch hatte. Kapitel 32 | Kapitel 34<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=856\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 34<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_34_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Und schlie\u00dflich war es soweit. Nur noch Faenwulfs Hab und Gut blieb zur\u00fcck. Blotgrimm half ihm die Sachen zu tragen.Ihr erstes Ziel sollte ein Gasthaus sein, in dem sie ihre Beute verstauen konnten. Doch ihr Weg wurde unterbrochen, als Blotgrimm Faenwulfs Aufmerksamkeit auf den Steg lenkte. Ein Teil der Herferder war im Hafen zur\u00fcck geblieben und blickte zu ihnen her\u00fcber. Unter ihnen die Jungspunde. Vorsichtig traten sie an ihren jetzt ehemaligen Anf\u00fchrer heran. \u201eWir&#8230;\u201c, begann Khemri, brachte seinen Satz jedoch nicht zu Ende. \u201eWir wollen nicht gehen\u201c, eilte ihm Wulfgrimm zur Hilfe. \u201eWir wissen nicht wohin. Nach Hause wollen wir nicht.\u201c Auch die anderen Rekker nickten zustimmend. Faenwulf war sprachlos und auch froh, dass nicht nur er so empfand. Die lange Reise hatte sie verbunden. Enger zueinander gebracht, als es f\u00fcr eine angeheuerte Mannschaft \u00fcblich war. Nat\u00fcrlich empfanden nicht alle so. Einige waren schon ihrer Wege gegangen und vielleicht froh, wenn sie nie wieder einen Fu\u00df auf die Vegah\u00f6gg setzen mussten, doch die anderen, die sich jetzt hier versammelt hatten, wollten nicht mehr ohne sie sein. \u201eWir sind einfach keine Mannschaft mehr\u201c, begann Blotgrimm und blickte die Anwesenden an. \u201eVielleicht sind wir schon eine Ottajasko.\u201c Faenwulf blickte seinen alten Freund an, der mittlerweile schon eher wie ein Bruder f\u00fcr ihn war. Was suchst du, Faenwulf?, hallte die Stimme des Alten in seinem Kopf. Du hast keine Ottajasko. Niemand braucht deine Herferd. Faenwulf blickte die M\u00e4nner und Frauen an, die nach so langer Fahrt vor ihm standen. Vielleicht hab ich sie gesucht, dachte er.Wo konnte man besser Entscheidungen treffen als in der Taverne? Ihr Hab und Gut sicher verstaut sa\u00dfen sie nun zusammen, wie vor einem Jahr, und tranken. Eigentlich waren sie sich einig. Sie w\u00fcrden weiterhin zusammen bleiben. Sie w\u00fcrden eine Ottajasko sein. Doch wie gingen sie jetzt weiter vor? Vielleicht brachte das Ahl ihnen die Erleuchtung.Es sprach sich schnell rum, dass ihre Herferd beendet war und welch ein Abenteuer sie erlebt hatten. Die eine H\u00e4lfte der Zuh\u00f6rer feierte sie wie Helden, die andere H\u00e4lfte hie\u00df sie L\u00fcgner und Hochstapler. Faenwulf war das egal. Obwohl die M\u00fcnzen in seinem Geldbeutel klingelten, musste er diesen Abend keine M\u00fcnze f\u00fcr Ahl oder Mj\u00f6t ausgeben. Jeder in der Taverne schien mit ihm trinken zu wollen und die Frauen warfen sich an seinen Hals. Auch Blotgrimm schien die Situation zu gefallen. Eine h\u00fcbsche Kona auf jedem Knie, erz\u00e4hlte er \u00fcberschw\u00e4nglich von den Abenteuern die sie erlebt hatten.Karva, offensichtlich betrunken von der Stimmung und zu viel Mj\u00f6t, setzte sich neben Faenwulf und legte einen Arm um seine H\u00fcfte. \u201eIch hatte eine Idee\u201c, fl\u00fcsterte sie und kam Faenwulf dabei so nah, dass er eine angenehme G\u00e4nsehaut bekam. \u201eWir k\u00f6nnten zum Berg gehen. Ich habe dort mit Vater jahrelang gut gelebt. Es ist ein besonderer Ort und mein Vater wartet auf uns.\u201cWar das eine Option sie alle zum Berg zu holen? Wie konnte es keine Option sein? Er hatte seine Rekker ans Ende der Welt gef\u00fchrt und wieder zur\u00fcck. Sie wollten ihm weiterhin folgen und so musste er eine Entscheidung treffen. Betrunkener Kopf oder nicht. \u201eWir werden zum Berg gehen\u201c, verk\u00fcndete er lauter als gewollt und obwohl sie nicht einmal wussten wo dieser Berg lag stimmten die Anwesenden gr\u00f6hlend zu.Faenwulf erwachte am n\u00e4chsten Morgen mit der Sonne in seinem Gesicht. Er hatte noch lange weiter getrunken, wusste aber nicht mehr wie lange. Zu seiner \u00dcberraschung lag Bryda neben ihm, nackt und tief schlafend. Faenwulf bedauerte es sehr, dass er sich an nichts mehr erinnern konnte, doch so wie er Bryda einsch\u00e4tzte w\u00fcrden dieser Nacht noch einige folgen.Mit schmerzendem Kopf und nackt wie er war ging er zur T\u00fcr und lugte hinaus, als Blotgrimm ohne Kleidung an ihm vorbei schritt. Offensichtlich ebenfalls vom Katzenjammer geplagt schritt er zu einer Bank und sammelte seine Stiefel und seine Bruche ein. Zur Begr\u00fc\u00dfung brummte er Faenwulf einmal kurz zu und verschwand dann wieder in dem Zimmer in dem er die Nacht verbracht hatte. Das Lachen brachte seinen Sch\u00e4del zum Dr\u00f6hnen, doch Faenwulf konnte nicht anders. Nach einer Katzenw\u00e4sche w\u00e4hrend der er Bryda immer wieder Blicke voller Verlangen zuwarf, zog er sich an und ging nach drau\u00dfen. Es f\u00fchlte sich einfach so viel besser an wieder Zuhause zu sein. Wieder hatte er viel geplant und sie hatten einen weiten Weg vor sich, doch in der Heimat zu sein, machte alles einfach so viel besser. Und in Thorwal und vor allem am Berg war sicher vor den Schergen des Sklaventreibers. Kein Al&#8217;Anfaner w\u00fcrde sich nach Thorwal trauen und kein Kopfgeldj\u00e4ger zum Berg. Kapitel 33 | Kapitel 35<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=860\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 35<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_35_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Noch bevor die meisten der anderen wach waren, schlenderte Faenwulf zum Hafen. Er musste nicht lange suchen, um Runolf Holzauge zu finden. Dieser musterte Faenwulf mit der gewohnten Verachtung, aber auch mit unverhohlener Neugier.\u201eIst es wahr?\u201c begann er. \u201eHast du einen Schatz am Ende der Welt gefunden?\u201c Faenwulf nickte stolz, ging jedoch nicht weiter auf ihre Abenteuer ein. Runolf war ein Sauertopf und Schandmaul und es war sicher, dass er sich schon etliche Male \u00fcber Faenwulf das Maul zerrissen hatte. Faenwulf kehrte nur immer wieder zu ihm zur\u00fcck, da er einer der besten Skipsmider Thorwals war.Die Vegah\u00f6gg war arg mitgenommen und es w\u00fcrde einen ordentlichen Batzen Geld kosten, das alte M\u00e4dchen wieder auf Vordermann zu bringen. Doch Geld hatte Faenwulf nun genug und er sagte Runolf offen, dass er alles notwendige veranlassen sollte. Der Drakkar sollte n\u00e4chstes Jahr wieder aussehen wie neu.Runolf murmelte, dass er Skipsmider war und kein Galdmader, doch ein neues Schiff kam f\u00fcr Faenwulf nicht in Frage.Faenwulf erblickte Wulfgrimm, der mit offensichtlich schmerzendem Sch\u00e4del und einem ordentlichen Katzenjammer, seinen Weg in den Hafen gefunden hatte. \u201eSie ist ein besonders sch\u00f6nes Schiff\u201c, bemerkte Wulfgrimm und betrachtete die Vegah\u00f6gg. Faenwulf stimmte ihm zu. \u201eIch habe sie schon viele Winter und sie hat mich nie im Stich gelassen.\u201c \u201eWo hast du sie her?\u201c, fragte Wulfgrimm, erstaunt dar\u00fcber, dass ein Mann ohne Ottajasko in Besitz eines stolzen Drakkars war. \u201eIch habe sie damals&#8230;\u201c Faenwulfs Erz\u00e4hlung wurde von den lauten Fl\u00fcchen Runolfs unterbrochen. \u201eDu verr\u00e4terischer Hund\u201c, br\u00fcllte er und warf ein Holzscheit nach Wulfgrimm. \u201eIch habe dich versorgt und ausgebildet und wie dankst du mir? Du verschwindest ohne ein Wort und ich stehe mit nur einem Lehrling da!\u201c Wulfgrimm ging hinter Faenwulf in Deckung, der sich freundlich aber hektisch von Runolf abwandte. Er dankte ihm erneut, dass er die Vegah\u00f6gg zu reparieren bereit war und verabschiedete sich dann bis zum n\u00e4chsten Faramond. Die lauten Fl\u00fcche folgten ihnen noch durch etliche Stra\u00dfen.So sa\u00dfen sie nun beisammen. Die Sch\u00e4del schmerzten mittlerweile weniger und alle waren bereit f\u00fcr die n\u00e4chsten Schritte.\u201eUnser Ziel ist ein Berg im Norden Waskirs\u201c, begann Faenwulf. \u201eKarva hat dort lange mit ihrem Vater gelebt. Es ist abgelegen, aber sicher und wir bleiben dort auf jeden Fall unter uns. So haben wir die M\u00f6glichkeit ein Ottaskin aufzubauen und ich werde nicht von irgendwelchen gierigen Kopfgeldj\u00e4gern gest\u00f6rt.\u201c Faenwulf verzog das Gesicht und die anderen spuckten w\u00fctend auf den Boden. Faenwulf hoffte, dass er bis n\u00e4chstes Jahr bei den Al&#8217;Anfanern in Vergessenheit geraten war. Er wollte nicht st\u00e4ndig mit einem offenen Auge schlafen, damit ihn niemand im Schlaf erdolchte.\u201eDann ist es entschieden\u201c, dr\u00f6hnte Blotgrimm und erhob sich. \u201eAm besten brechen wir sofort auf. Es ist ein langer Marsch zum Berg.\u201c Einige erhoben sich, doch sie alle blickten Faenwulf an, bis dieser nickte und sich ebenfalls erhob. \u201eGehen wir!\u201cFaenwulf hatte einen Karren und ein Pony besorgt, das diesen zog. Hjasgar hatte vorgeschlagen, dass Blotgrimm und das Pony sich beim Ziehen des Karrens abwechseln konnten, was f\u00fcr einige Lacher gesorgt hatte. Faenwulf fand die Idee gar nicht schlecht.Sie hatten ihre Ruderkisten und einen Gro\u00dfteil der M\u00fcnzen auf den Karren geladen, ihre Sees\u00e4cke und Waffen geschultert.Und so ging ihre Reise weiter. Sie verlie\u00dfen Olport durch ein kleineres Tor und ein letztes Mal blickte Faenwulf zur\u00fcck auf die stolze Stadt Olport und das Meer. Sein Herz schmerzte allerdings nur leicht bei dem Gedanken was alles noch vor ihnen lag.Blotgrimm summte eine leise Melodie, w\u00e4hrend Thurbold ihnen stets ein paar Schritt voraus war und neugierig in jedem zweiten Geb\u00fcsch schn\u00fcffelte. Zornbrecht hatte es sich auf Karvas Schultern gem\u00fctlich gemacht und zierte sie wie ein zerzauster Fellkragen.Die meisten waren schnell au\u00dfer Puste. Sie waren nach der langen Zeit ans Rudern gew\u00f6hnt, aber nicht durch bergiges Hochland zu marschieren. Sie waren nicht in Eile und so machten sie mehr Pausen als eigentlich n\u00f6tig waren. Alle waren guter Stimmung und schwatzten gespannt \u00fcber ihre ungewisse Zukunft. Niemand schien jedoch Angst vor ihrer offenen Zukunft zu haben. Zu sehr vertrauten sie Faenwulf und seinem Urteil. Wenn er sagte, dass ein Ottaskin an so einem fernen Ort eine gute Idee war, so musste es so sein. Faenwulf gr\u00fcbelte. Er selbst war nie Mitglied einer Ottajasko gewesen, doch er nahm sich vor, ihnen mehr eigenes Denken zu \u00fcberlassen. Er war nicht mehr ihr Kapit\u00e4n, sondern nun auch nur einer von ihnen. Die Entscheidungen sollten von nun an von allen getroffen werden.Sie wanderten, bis die Sonne begann unter zu gehen. Ihr Abendessen w\u00fcrde aus Hangikj\u00f6t, Hangifisk, Brot und \u00c4pfeln bestehen. Bis sie am Berg ankamen, w\u00fcrden solche Mahlzeiten h\u00e4ufiger vorkommen, doch sie waren alle viel zu aufgeregt, als dass sie das st\u00f6ren w\u00fcrde.Sie sa\u00dfen nun um ein kleines Feuer, alle in Decken oder Felle gewickelt und ziemlich zufrieden. Nat\u00fcrlich dachten sie alle noch \u00fcber die Abenteuer nach, die sie zusammen erlebt hatten, doch gemeinsam sprachen sie nicht mehr viel dar\u00fcber. Alles was gesagt werden konnte war gesagt. Ihre Wunden waren verheilt und vernarbt. Einige von ihnen trugen noch immer die Spuren der m\u00e4chtigen Saugn\u00e4pfe des Krakenmolchs, andere sp\u00fcrten bei einem Wetterwechsel ihre gebrochenen und wieder verheilten Knochen. Matatoa blickte begeistert in diesen Teil der Welt, der ihm so fremd war.\u201eDu hast nicht zu Ende erz\u00e4hlt woher du die Vegah\u00f6gg hast\u201c, bemerkte Wulfgrimm, der neben Faenwulf sa\u00df, in eine Decke gewickelt und an einem St\u00fcck Trockenfleisch kauend.\u201eDas ist eine gro\u00dfartige Geschichte\u201c, dr\u00f6hnte Blotgrimm. \u201eLass h\u00f6ren!\u201c Faenwulf schmunzelte, nahm einen Schluck Wasser und begann. Kapitel 34 | Kapitel 36<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=865\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 36<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_36_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">&#8222;Blotgrimm und ich waren als Jungspunde ganz sch\u00f6ne Rumtreiber. Kein Lehrmeister und keine Frau konnte uns halten und so zogen wir von Stadt zu Stadt, um dort von einem Tag zum n\u00e4chsten zu leben. Und das klappte besser als gedacht. Mal pr\u00fcgelten wir uns f\u00fcr Geld, mal misteten wir St\u00e4lle aus und mal trugen wir Kisten und S\u00e4cke von Schiffen in Lagerh\u00e4user. Die Bezahlung war immer mies, doch wir brauchten nicht viel und meistens schliefen wir in Scheunen oder in den Betten der Frauen, die wir in den Tavernen kennenlernten.Wir kamen schlie\u00dflich in ein Dorf namens Vidsand, wo es den Ger\u00fcchten nach hervorragenden Waskirer gab. Wir suchten uns also etwas zu tun, hackten Holz, schleppten Kisten und striegelten Pferde und von dem verdienten Geld g\u00f6nnten wir uns eine Menge Waskirer in der kleinen Taverne des Dorfes. Und sie hatten nicht zu viel versprochen. Der Waskirer war ausgezeichnet, der Mj\u00f6t vom Honig fast cremig und die Frauen sch\u00f6n. Eine hatte es mir besonders angetan. Sie hatte Haar wie Gold und unz\u00e4hlige Sommersprossen. Ich denke sie hatte kein zwanzig Winter gesehen, aber ich hatte auch nicht mehr auf dem Buckel. Ich spendierte ihr ein paar Ahl und auch den einen und anderen Waskirer und was soll ich sagen? Wir landeten im Heu und hatten eine Menge Spa\u00df.Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass ich vom Br\u00fcllen ihres w\u00fctenden Vaters geweckt wurde. Dr\u00f6hnend kam er in die Scheune marschiert und verfluchte mich bis in die Tiefe und zur\u00fcck. Seine Tochter w\u00fcrde sich nicht mit Rumtreibern abgeben, wof\u00fcr es schon ein bisschen zu sp\u00e4t war w\u00fcrde ich sagen, und er drohte mich so zu verpr\u00fcgeln, dass mich meine eigene Mutter nicht mehr wieder erkennen w\u00fcrde. Ich war ziemlich eingesch\u00fcchtert, schnappte meine Hose und Stiefel und t\u00fcrmte durch ein Fenster, w\u00e4hrend der w\u00fctende Kerl noch die Leiter zum Heuschober hoch stieg.Blotgrimm w\u00e4re vor lachen fast erstickt und ich nahm es auch mit Humor. Ich hatte schlie\u00dflich nichts ab bekommen und die Nacht mit der sch\u00f6nen Tochter w\u00fcrde mir noch lange im Ged\u00e4chtnis bleiben.So schlenderten wir zum Strand, um den Fischern bei der Arbeit zuzusehen und dort sahen wir die sch\u00f6nsten Drakkar, die wir je gesehen hatten. Denn obwohl Vidsand ein kleines Dorf war, war die Ottajasko, die hier lebte, dank ihres ehrgeizigen Hetmanns, ziemlich reich. Und deswegen hatte diese Ottajasko nicht nur einen Drakkar, sondern zwei. Gerade als wir uns den beiden Drachenschiffen n\u00e4herten, packte mich jemand bei der Schulter und schlug mir so hart ins Gesicht, dass ich Sterne sah. Blotgrimm, der schon damals von der Statur her eher einem Bullen, als einem Mann glich, konnte sich gerade noch zur\u00fcck halten. Nat\u00fcrlich war es der Vater des M\u00e4dchens mit dem ich die Nacht verbracht hatte, und vielleicht hatte ich die Pr\u00fcgel auch ein bisschen verdient, doch nun sollte auch gut sein. Dachte ich zumindest. Ihr Vater war da anderer Meinung. Wie ich nun aber herausfand, war er der Hetmann der in Vidsand lebenden Ottajasko. Ich begl\u00fcckw\u00fcnschte ihn zu den sch\u00f6nen Schiffen und er blickte mich ver\u00e4chtlich an. Ob ich schon mal gesegelt war, fragte er, was ich bejahte. Der Hetmann verzog das Gesicht und musterte mich. Ob ich es genossen hatte, fragte er dann, worauf ich antwortete, dass die Sehnsucht nach dem Meer in jedem Thorwaler schlummerte. Wir waren geboren um aufs Meer zu fahren.Der Hetmann nickte nur und blickte mich verschlagen an. Man sah ihm an, dass er mich am liebsten zu Brei geschlagen h\u00e4tte und es w\u00e4re ihm sicher gelungen. Ich war jung und wesentlich schm\u00e4chtiger als heute. Doch mich zu verpr\u00fcgeln reichte ihm anscheinend nicht.Er deutete auf die beiden Schiffe. \u201eEins soll dir geh\u00f6ren\u201c, knurrte er. \u201eWenn du mich in einem Wettsegeln besiegst. Siehst du den gro\u00dfen Felsen in der Ferne? Wir starten hier, umsegeln den Felsen einmal und kehren wieder in den Hafen zur\u00fcck.\u201c Das klang leicht, dachte ich und betrachtete den Felsen, der aus dem Wasser ragte. \u201eWas ist mein Einsatz?\u201c, fragte ich ihn dann. Irgendwas stimmte hier nicht. Ich hatte nichts von Wert bei mir. \u201eDas ist einfach\u201c, grinste der Hetmann. \u201eWenn du verlierst, schw\u00f6rst du, dass du nie wieder einen Fu\u00df auf ein Schiff setzen wirst. Du wirst f\u00fcr immer an Land bleiben, bis du dein armseliges Leben aushauchst.\u201c Kapitel 35 | Kapitel 37<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=869\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 37<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/vo_37_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Blotgrimm zog entsetzt die Luft ein, doch ohne lange nachzudenken ergriff ich die ausgestreckte Hand des Hetmanns und schlug ein. Die Chance in Besitz eines solchen Schiff zu kommen war einfach zu verf\u00fchrerisch. Als ich Blotgrimm anblickte, dachte ich er w\u00fcrde ihn Ohnmacht fallen. Er verfluchte mich fast genauso wie der Hetmann. Ich wusste, dass das eine bl\u00f6de Idee gewesen war und dass der Hetmann sich seines Sieges mehr als sicher war. Er wollte mich mit dem schlimmsten mir Vorstellbaren bestrafen, weil ich seine Tochter gebumst hatte, und ich war ihm fr\u00f6hlich grinsend in die Falle gegangen.Ich musste mir also was einfallen lassen. Der Hetmann war ein guter Steuermann und obwohl er mir die Mannschaft zur Verf\u00fcgung stellte, die den Drakkar immer lenkte, kannte ich das Schiff jedoch gar nicht. Meine Chancen standen also mehr als schlecht. Blotgrimm und ich gingen also zur\u00fcck in die Taverne und schmiedeten Pl\u00e4ne. Ich w\u00fcrde nicht als Landratte enden und nach einigen Kr\u00fcgen Ahl kam mir doch eine Idee. So warteten Blotgrimm und ich bin zum Einbruch der Dunkelheit und schritten dann zur Tat.Am n\u00e4chsten Morgen waren wir etwas verkatert und sehr m\u00fcde, doch nicht mehr v\u00f6llig hoffnungslos. Der Hetmann stand bereits am Steg, sich seines Sieges mehr als sicher. Er wiederholte die Bedingungen. Wenn mein Schiff vor seinem den Steg erreichte, w\u00fcrde es mir geh\u00f6ren. Wenn er den Steg zuerst erreichte, w\u00fcrde ich nie mehr das Meer befahren. Erneut schlugen wir ein und stiegen auf die Drakkar. Ein Herferder gab das Signal und wir ruderten los. Es war nicht einfach und ich habe in meinem Leben noch nie so geschwitzt wie an diesem Tage. Nat\u00fcrlich war der Felsen, den es zu umsegeln galt, von Untiefen umgeben, die auf dem Hinweg ein schwieriges Hindernis waren, auf dem R\u00fcckweg bei hoher Geschwindigkeit jedoch kaum zu meistern, vor allem wenn man ein unerfahrener St\u00fcmper war, so wie ich. Wir fuhren also langsam, sehr langsam, um nicht in eine Untiefe zu geraten und ich schw\u00f6re euch, ich konnte den Hetmann lachen h\u00f6ren. Diesmal war ich es, der ihn lauthals verfluchte, doch das machte mein Schiff auch nicht schneller. Ich schritt an den Kopf des Drachen und versuchte so gut es geht zu navigieren. Noch bevor wir den Felsen umrundet hatten, flog der zweite Drakkar an uns vorbei. Die Geste, die der Hetmann in meine Richtung machte, will ich hier nicht wiederholen. Gerade als wir wieder Richtung Steg fuhren, h\u00f6rten wir ein ohrenbet\u00e4ubendes Krachen. Der Drakkar des Hetmanns war auf Grund gefahren und das nicht zu knapp. Ein gro\u00dfes Loch klaffte im Rumpf und nur die Untiefe verhinderte, dass das Schiff voll Wasser lief. Als wir nun wiederum an dem Leck geschlagenen Drakkar vorbei fuhren, erwiderte ich die Geste des Hetmanns, was ich hier aber auch nicht wiederholen werde. Er fluchte und schimpfte und im Vorbeifahren sahen wir, dass s\u00e4mtliche Ruderkisten umgest\u00fcrzt und mit schweren Steinen gef\u00fcllt waren. Der Drakkar lag somit tiefer im Wasser und der Hetmann, der sein Schiff eigentlich wie seinen Handr\u00fccken kannte, hatte sein eigenes Schiff versenkt. Oder zumindest zerst\u00f6rt. Und so kamen wir als erstes am Steg an. Der Hetmann tobte, schrie etwas von Betrug und Schummelei, doch die meisten waren sich einig, dass die einzige festgelegte Bedingung war, dass ich als erstes am Steg ankommen musste, um den Drakkar zu gewinnen. Unter welchen Umst\u00e4nden war nie besprochen worden. Somit hatte ich den Wettkampf gewonnen und man durfte mir nicht, wie vom Hetmann gefordert, den Kopf oder etwas ganz anderes abschneiden. Und so kam ich nicht nur in den Besitz des sch\u00f6nsten Drakkars in ganz Thorwal, sondern versenkte auch den zweiten Drakkar dieses Hurensohns.Die Jungspunde blickten Faenwulf voller Ehrfurcht an, w\u00e4hrend Karva ihm ein gutm\u00fctiges L\u00e4cheln schenkte. \u201eGrandiose Geschichte\u201c, lachte Blotgrimm und klatschte seine Hand lachend auf seinen Oberschenkel. \u201eDie kannte ich auch noch nicht.\u201c Faenwulf verdrehte die Augen und lachte dann ebenfalls. Er holte vom Karren ein Flasche Waskirer und reichte sie herum. Vielleicht w\u00fcrde er wirklich irgendwann mal die wahre Geschichte erz\u00e4hlen, wie er und die Vegah\u00f6gg zusammen gefunden hatten. Vielleicht. Kapitel 36<\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><li class=\"cat-post-item\"><a class=\"cat-post-everything-is-link\" href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=672\" title=\"\"><div><span class=\"cat-post-title\">Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 9<\/span>\r\n<span class=\"cat-post-thumbnail cat-post-none\"><span class=\"cat-post-crop cat-post-format cat-post-format-standard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vargberg.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/vo_9_unser-ist-das-meer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" data-cat-posts-width=\"150\" data-cat-posts-height=\"150\" \/><\/span><\/span>\r<\/div><div><\/div><div class=\"cpwp-wrap-text-stage cpwp-wrap-text\"><div>\n<p class=\"cpwp-excerpt-text\">Von einem erstickten Schrei und dem kehligen Knurren von Thurbold geweckt, fuhr Faenwulf aus dem Schlaf hoch. Sofort glitt seine Hand zu seiner Orknase. Er versuchte sich zu orientieren, etwas in der Dunkelheit zu erkennen, doch das Feuer war so weit herunter gebrannt, dass fast v\u00f6llige Dunkelheit herrschte. Dann h\u00f6rte er ein Grunzen, gefolgt von einem R\u00f6cheln und Gestalten, die im Dunkeln beinahe komplett verschwanden. \u201eSchwarzpelze!\u201c, br\u00fcllte Faenwulf und sprang auf, gefolgt von Blotgrimm und Karva, die ebenso schnell auf den Beinen waren. Mit einem Satz war Faenwulf bei Steinar, der zusammengesunken am Boden lag. \u00dcber ihm stand ein Ork, in eine zerfetzte Lederr\u00fcstung geh\u00fcllt und einen langen Dolch in der Hand. Faenwulf holte aus und grub die Klinge seiner Axt tief in den Torso des Orks. Dieser br\u00fcllte auf und brach dann wild um sich schlagend zusammen. Nun waren die anderen auch wach. Sie dr\u00e4ngten sich um den Rest des Feuers, doch alle k\u00e4mpften. Faenwulf fuhr herum und wich im letzten Moment einer gezackten Orkklinge aus. Er lie\u00df seine Axt hervorschnellen und bohrte die Spitze in die Kehle des Orks. Blut schoss aus der Wunde, doch der Ork war noch nicht t\u00f6dlich getroffen. Wieder holte er aus und wieder gelang es Faenwulf, dem diesmal nicht so pr\u00e4zisen Schlag auszuweichen. Diesmal schlug Faenwulf mit der R\u00fcckseite der Orknase zu und traf seinen Gegner an der ungesch\u00fctzten Schl\u00e4fe. Die beiden Dornen seiner Axt bohrten sich tief in den Sch\u00e4del des Orks und dieser brach grunzend und zuckend zusammen. Faenwulf blickte auf. Neben ihm k\u00e4mpfte Karva, die den langen Dorn ihrer Skraja tief im Sch\u00e4del eines Orks versenkt hatte. Gleichzeitig blockte sie mit ihrem Schild einen weiteren Angriff ab und rammte ihrem Gegner dann den Schildrand ins Gesicht. Blitzschnell fuhr sie herum und f\u00e4llte den Ork mit zwei schnellen Hieben ihrer Skraja. Dampfende Eingeweide ergossen sich \u00fcber ihre Stiefel, doch sie blickte sich schon nach dem n\u00e4chsten Gegner um. Blotgrimm br\u00fcllte im Kampfrausch auf und st\u00fcrzte sich auf einen Schwarzpelz, der beinahe so gro\u00df war wie er selbst. Bewaffnet mit Schwert und Schild war der Ork flinker als Blotgrimm mit seiner riesigen Axt, doch Blotgrimm war ein erfahrener K\u00e4mpfer. Er deutete einen m\u00e4chtigen Schlag an, schwang die Axt jedoch in einem Bogen und vergrub die Klinge im Bein des Orks, das durch den Schlag fast ganz abgetrennt wurde. Mit einem weiteren Schwung hakte er die Axt am Schild des Schwarzpelzes ein und zog ihn mit einem kr\u00e4ftigen Hieb zu sich. Der Ork fiel taumelnd vor Blotgrimm zu Boden, doch dieser packte ihn und begann sein Gesicht mit den F\u00e4usten zu bearbeiten, die etlichen Zahnl\u00fccken in einem irren Grinsen entbl\u00f6\u00dft. Nach dem vierten Schlag wandte Faenwulf den Blick ab und sah gerade noch wie Thurbold einen Schwarzpelz zu Fall brachte und ihm die Kehle zerfetzte. Faenwulfs Aufmerksamkeit zog sich auf die beiden J\u00fcngsten und wie sie sich schlugen. Hjasgar wich seinem Gegner leichtf\u00fc\u00dfig aus und ging dann zum Angriff \u00fcber. Mit einem gezielten Schildsto\u00df brachte er den Gegner aus dem Gleichgewicht und f\u00e4llte ihn dann mit einigen kr\u00e4ftigen Axthieben. Khemri rammte seinen Gegner direkt um. Riskant aber wirkungsvoll. Der Kampf war ebenso schnell zu Ende wie er begonnen hatte und Khemri schlug dem Ork die Holzf\u00e4lleraxt mehrmals in den K\u00f6rper. Sein Gegner blieb in seinem eigenen Blut liegen. Die letzten Schwarzpelze waren geflohen und nun mussten sie sehen, ob es Verletzte gab. Karva und Blotgrimm knieten vor Steinar, der r\u00f6chelnd am Boden lag. Blotgrimm hatte seine Hand, die noch immer blutbefleckt war, auf Steinars Brustkorb gelegt und blickte ihn traurig an. Der grimmige Thorwaler lag in seinem eigenen Blut, die Kehle so tief aufgeschlitzt, dass kein Heilari diese Wunde h\u00e4tte n\u00e4hen k\u00f6nnen. Die riesige Blutlache schimmerte schwarz in dem schwachen Licht und allen war klar, dass Steinar sterben w\u00fcrde. \u201eKannst du das Wei\u00df sehen?\u201c, brummte Blotgrimm leise. \u201eDas ist Swafnir.\u201c Er dr\u00fcckte Steinar seine Orknase in die Hand. \u201eKannst du schon das Feuer riechen? Das ist Swafnirs Halla. Du wirst deine Br\u00fcder, V\u00e4ter und M\u00fctter wiedersehen und ihr werdet gemeinsam an Swafnirs Seite streiten.\u201c Steinar blickte Blotgrimm an. Blut floss aus seinem Mund und das gl\u00fcckliche, blutverschmierte L\u00e4cheln, das er Blotgrimm schenkte, brachte Faenwulf eine G\u00e4nsehaut. Auch auf Blotgrimms m\u00e4chtigen Armen breitete sich G\u00e4nsehaut aus, doch er blieb bei dem Thorwaler, bis er seinen letzten Atemzug getan hatte. Alle blickten Faenwulf an. Sie wussten nicht was sie jetzt tun sollten. \u201eWir werden Steinar morgen begraben\u201c, sagte er entschieden. \u201eVersucht zu schlafen. So schwer es auch sein mag. Morgen wird ein anstrengender Tag.\u201c Wortlos zogen sie sich in ihre Lager zur\u00fcck und Faenwulf begann das Feuer neu zu entfachen. Er w\u00fcrde des Rest der Nacht Wache halten. An Schlaf war sowieso nicht zu denken, zu sehr sp\u00fcrte er noch den Wal in sich toben. Karva trat zu ihm und dr\u00fcckte kurz seine Schulter. Ihr Blick sagte mehr als tausend Worte. Du musst weiter machen. Lass dich von einem fr\u00fchen R\u00fcckschlag nicht aufhalten. Faenwulf nickte, als h\u00e4tte er sie verstanden und setzte sich dann ans Feuer. Er stand vor dem Morgengrauen nur einmal auf, um eine Decke \u00fcber Steinars K\u00f6rper zu legen. Die Schwarzpelze griffen kein zweites Mal an. Vermutlich war es ein herum streunendes Rudel gewesen, die sie f\u00fcr reisende H\u00e4ndler gehalten hatten. Dies war schlie\u00dflich ein beliebter Weg f\u00fcr H\u00e4ndler von Olport nach Waskir. Bei Sonnenaufgang begann Faenwulf eine Grube auszuheben. Die, die von den Ger\u00e4uschen geweckt wurden, halfen ihm und bald war das Loch gro\u00df genug, um Steinar darin zu begraben. \u201eWir werden ihn abholen\u201c, versprach Faenwulf. \u201eSobald wir von unserer Herferd zur\u00fcck sind, werden wir seine Gebeine holen und seiner Familie \u00fcbergeben.\u201c Alle nickten zustimmend. Die toten Orks stapelten sie nahe des Wegs. Sollte ihr Clan sie holen kommen und wenn nicht, so dienten sie doch als Warnung f\u00fcr andere unvorsichtige Wanderer. Sie brachen wieder auf. Alle waren sehr schweigsam und Faenwulf konnte nicht aufh\u00f6ren zu denken. Schon in der Nacht hatte er ununterbrochen gegr\u00fcbelt. War dies ein Zeichen? Sollte er sein Vorhaben abbrechen? Karva hatte direkt gesagt, dass er <span class=\"cat-post-excerpt-more\">&#8230;<\/span><\/p><\/div><\/div><\/a><\/li><\/ul>\n<\/li><\/ul><\/div><!-- widgets_on_page -->\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Vargberg-Ottajasko<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-500","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=500"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":570,"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/500\/revisions\/570"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vargberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=500"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}