{"id":663,"date":"2020-05-14T14:53:00","date_gmt":"2020-05-14T14:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=663"},"modified":"2020-08-16T10:45:57","modified_gmt":"2020-08-16T10:45:57","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=663","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 15"},"content":{"rendered":"\n<p>Unter lautem Knirschen traf der Drakkar auf den Strand. \u201eStrandh\u00f6gg\u201c, br\u00fcllte Faenwulf und schwang sich \u00fcber die Reling. Wasser spritzte hoch, als er mit seinen hohen Stiefeln in der Brandung landete, seine Orknase fest umklammert. Dann rannte er los. Dicht gefolgt h\u00f6rte er hinter sich die anderen Thorwaler, die br\u00fcllend und gr\u00f6lend auf das Dorf zu preschten. Durch ihre leichte R\u00fcstung waren sie wendig und hatten den kurzen Strandabschnitt schnell \u00fcberquert. Die ersten Menschen kamen aus ihren H\u00e4usern, hektische Rufe drangen zu ihnen, die immer lauter und panischer wurden. Einige M\u00e4nner traten ihnen mit Harpunen entgegen, andere mit kurzen Schwertern, H\u00e4mmern oder Messern, doch die Thorwaler rammten sie, wie ein Pottwal ein Walfangschiff rammt. Die ersten wurden nach hinten geschleudert, w\u00e4hrend Faenwulf dem n\u00e4chsten schon seine Axt in die Seite rammte. Frauen begannen zu kreischen und weitere M\u00e4nner traten nach drau\u00dfen. Hinter sich h\u00f6rte Faenwulf das Klingen von Metall und das Knirschen von Holz. Das Blut rauschte in seinem Kopf und er betrat das erste Haus. Schnell flogen seine Augen \u00fcber den kleinen Raum in dessen Ecke eine v\u00f6llig ver\u00e4ngstigte Frau hockte. Ohne sich weiter um sie zu k\u00fcmmern griff Faenwulf nach einer silbernen Schale und lie\u00df sie in seinen Seesack gleiten. Mehr war hier leider nicht zu holen. Mit einer schnellen Bewegung riss er der Frau, die panisch in einer Sprache sprach, die Faenwulf nicht verstand, eine Bernsteinkette vom Hals und verlie\u00df das Haus. Drau\u00dfen stellte sich ihm ein junger Mann entgegen, der eindeutig nicht von hier war. Er trug eine leichte R\u00fcstung, die er sich offensichtlich schnell \u00fcbergeworfen hatte und hielt ein schlankes Schwert in der Hand. Sein Atem ging schnell und sein Schwertarm zitterte leicht. Faenwulf hatte fast Mitleid mit ihm. Er \u00fcberragte den J\u00fcngling um einen halben Schritt, doch Faenwulf wusste auch, dass diese kleinen zierlichen Kerle h\u00e4ufig schnell waren wie Wiesel. Der Thorwaler schlug mit seinem Schild nach dem jungen Mann und dieser wich beh\u00e4nde, fast t\u00e4nzelnd, aus. Faenwulf seufzte innerlich und lockerte den Schneidzahn an seinem G\u00fcrtel. Diesmal griff der junge Mann zuerst an und stie\u00df das Schwert in Richtung Faenwulfs Gesicht, um sich blitzschnell wieder aus der Reichweite des Thorwalers zu entfernen. Faenwulf blockte den Angriff ab, doch sofort folgte der n\u00e4chste und der n\u00e4chste. Mit dem gro\u00dfen Rundschild war es schwierig an Faenwulf heran zu kommen, doch so ein Schild wurde schwer. Trotzdem schaffte der Thorwaler es dem jungen Mann einen Schlag mit der Axt zu versetzen, verletzte ihn jedoch nicht so schwer wie gewollt. Auch Faenwulf musste einen Streich des Schwertes einstecken und er wurde langsam ungeduldig. Vorsichtig zog er den Schneidzahn aus seinem G\u00fcrtel, wobei der Schild seine Handlung verdeckte. Jetzt musste nur noch die richtige Gelegenheit kommen und er w\u00fcrde der kleinen Plage die Wurfaxt in die Brust rammen. Doch dazu kam es nicht. Gerade als Faenwulf einen Angriff andeuten wollte und der junge Mann sich darauf vorbereitete, wurde dieser zu Boden gerissen. Hjasgar hatte sich ihm unbemerkt gen\u00e4hert und ihn dann mit einem beherzten Schildsto\u00df von den F\u00fc\u00dfen geholt. Faenwulf grinste erleichtert und vergrub dann das Blatt seiner Orknase im R\u00fccken des Mannes, der kurz zuckte und dann liegen blieb. Die Frau, deren Haus Faenwulf gerade gepl\u00fcndert hatte, kam heraus gest\u00fcrmt, warf sich auf den toten J\u00fcngling und stie\u00df lautes Wehklagen aus. Faenwulf lie\u00df sie mit ihrer Trauer allein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten D\u00e4cher des Dorfes brannten und einige der Mannschaft hatten sch\u00f6ne Schmuckst\u00fccke erbeutet. Karva steckte einen mit Edelsteinen besetzten Dolch in ihren G\u00fcrtel, w\u00e4hrend Wulfgrimm einen bronzenen Kerzenst\u00e4nder in einem Beutel verschwinden lie\u00df. Blotgrimm zerrte eine schreiende Frau in ein Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>Faenwulf durchsuchte zwei weitere H\u00e4user und erbeutete einige Ketten und Ringe. Die Gegenwehr der Dorfbewohner lie\u00df immer mehr nach. Einige lagen tot in den Stra\u00dfen, andere hatten sich in ihren H\u00e4usern verschanzt oder waren geflohen. Ein paar der H\u00e4user standen nun komplett in Flammen und Faenwulf gab den Befehl zum R\u00fcckzug. Er wusste, dass seine Stimme und seine Sprache f\u00fcr die Bewohner fremdartig und bedrohlich klang. Es w\u00fcrde dauern, bis sie sich von diesem Angriff erholt hatten, doch Faenwulf wusste, dass dies nicht der erste thorwalsche Angriff auf dieses Dorf gewesen war. Mit schnellen Schritten zogen sie sich zur Vegah\u00f6gg zur\u00fcck, hievten ihre Beutest\u00fccke an Bord und schoben den Drakkar vom Strand. Nun hie\u00df es wieder rudern, bis der Wind sie weiter trug und als Faenwulf das Kommando gab, holten sie die Ruder ein. Der Wind war kr\u00e4ftig und schob sie schnell \u00fcber das blaue Meer. Mit breitem Grinsen leerte Faenwulf seinen Seesack und betrachtete mit seiner Mannschaft die Beutest\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=666\">Kapitel 14<\/a> | <a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=676\">Kapitel 16<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter lautem Knirschen traf der Drakkar auf den Strand. \u201eStrandh\u00f6gg\u201c, br\u00fcllte Faenwulf und schwang sich \u00fcber die Reling. 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