{"id":697,"date":"2020-08-16T08:33:31","date_gmt":"2020-08-16T08:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=697"},"modified":"2020-08-16T08:35:35","modified_gmt":"2020-08-16T08:35:35","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=697","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 19"},"content":{"rendered":"\n<p>Brabak war eine riesige Stadt, einsch\u00fcchternd und voller Halsabschneider, doch nirgendwo konnte man Pl\u00fcndergut so einfach los werden wie hier. Faenwulf gebot seinen Leuten vorsichtig zu sein. Die meisten hatten vorher ihre Heimatstadt nie verlassen und vieles hier war neu f\u00fcr sie. Doch sie waren auch neugierig und die meisten verlie\u00dfen das Schiff und machten sich auf den Weg zu den Tavernen und Hurenh\u00e4usern. Faenwulf blieb alleine zur\u00fcck und begann mit den H\u00e4ndlern zu sprechen. Die meisten hier hatten Erfahrung mit thorwalschem Pl\u00fcndergut und versuchten die Preise zu dr\u00fccken, doch Faenwulf hatte ebenfalls schon etliche Male verhandelt und lie\u00df sich nicht \u00fcbers Ohr hauen. Niemand hier wollte zu viel bezahlen, und niemand wollte sich unter Preis verkaufen. Eine Einigung war jedoch immer m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>So lie\u00df der gl\u00fcckliche neue Besitzer von Faenwulfs Waren diese abtransportieren und Faenwulf lie\u00df zwei gro\u00dfe Beutel voller M\u00fcnzen in seinen G\u00fcrteltaschen verschwinden. Er war auf der Hut, Beutelschneider gab es hier wie Sand am Meer, doch ihre Ziele waren eher die Betrunken, die aus den Tavernen torkelten und kein thorwalscher Kapit\u00e4n, der sie zur Unkenntlichkeit pr\u00fcgeln konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vegah\u00f6gg blieb im Hafen zur\u00fcck und Faenwulf machte sich auf den Weg zu der Taverne aus der der gr\u00f6\u00dfte L\u00e4rm drang. Und tats\u00e4chlich traf er hier die meisten seiner Mannschaft an. Einige hatten das Ahl ignoriert und waren direkt zu Schnaps und Premer Feuer \u00fcbergegangen. Blotgrimm leerte einen Krug Ahl nach dem anderen und k\u00fchlte seine rechte Gesichtsh\u00e4lfte mit einem dicken St\u00fcck Fleisch. Er hatte ordentlich was abbekommen bei seiner Swafskari, doch wie immer war er guter Stimmung. Offensichtlich hatte er Matatoa schon in sein Herz geschlossen und dieser schien Blotgrimm ebenso zu m\u00f6gen. Das Ahl zeigte schon Wirkung bei dem schm\u00e4chtigen Moha und Blotgrimm bestellte ihm einen Eintopf damit er nicht sofort von der Bank kippte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bryda nahm einen gro\u00dfen Schluck aus ihrem Krug und stimmte ein Lied an. Ein Lied \u00fcber das Meer und die Freiheit und alle stimmten ein. Faenwulf sang jede zweite Zeile mit und bedankte sich herzlich als der Wirt ihm ein unbestelltes Premer Feuer hinstellte. Matatoa kam torkelnd zu ihm her\u00fcber und nahm neben ihm Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch muss dir danken\u201c, begann er und Faenwulf bemerkte schmunzelnd das Lallen in seiner Stimme. \u201eIhr habt mich gerettet und ich muss euch danken.\u201c Er strahlte Faenwulf. \u201eDu und deine M\u00e4nner und Frauen seid gute Leute. Ihr verdient meinen Dank.\u201c Faenwulf wollte gerade abwinken, als Matatoa ihn mit einer Geste zum Schweigen brachte. \u201eDu sprichst jetzt nicht\u201c, fuhr er fort. \u201eIch wei\u00df du und deine Leute sucht immer nach M\u00fcnzen. Eure Familien warten auf euch. Ich wei\u00df wo viele M\u00fcnzen sind, aber ihr m\u00fcsst stark und tapfer sein, um sie zu holen.\u201c Faenwulf blickte den Moha \u00fcberrascht an. \u201eEin Schatz?\u201c, fragte er leise und Matatoa nickte. \u201eAuf einer Insel. Er wurde dort versteckt, doch nie mehr geholt und jetzt besch\u00fctzt ihn etwas, damit das auch so bleibt. Doch ihr k\u00f6nnt ihn holen wenn ihr stark und tapfer seid.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Faenwulf dachte nach. War es eine gute Idee zu den Waldinseln zu segeln? Doch warum sollten sie es nicht tun? Nat\u00fcrlich bestand immer noch die M\u00f6glichkeit, dass dieser Schatz nicht existierte oder nichts wert war, doch das mussten sie erst heraus finden. Sie wollten doch ins Abenteuer segeln und jetzt tat sich eine Gelegenheit auf. Vielleicht war dies ihre Belohnung daf\u00fcr, dass sie nicht nur Leben genommen, sondern auch gerettet hatten. Es war eine Gelegenheit, die sie ergreifen mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann zeig uns den Weg\u201c, grinste Faenwulf und Matatoa grinste zur\u00fcck. Der Moha schien so gl\u00fccklich und erleichtert bei den Thorwalern zu sein. Die G\u00f6tter hatten manchmal einen seltsamen Humor.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war abgesprochen, dass sie sich am morgigen Tag wieder an der Vegah\u00f6gg treffen w\u00fcrden. Was sie alle den Rest des Abends und der Nacht trieben war ihre eigene Sache. Einige waren sofort verschwunden nachdem sie Brabak erreicht hatten, andere schienen in der Taverne \u00fcbernachten zu wollen. Faenwulf \u00fcberlegte, ob er ebenfalls eins der Freudenh\u00e4user aufsuchen sollte, doch nachdem er sich ein ordentliches St\u00fcck Fleisch geg\u00f6nnt hatte, war ihm mehr der Sinn nach Ahl und Mj\u00f6t.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung in der Taverne war ausgelassen und laut. Einige sangen, andere unterhielten sich mit anderen Reisenden und Blotgrimm lachte laut, eine h\u00fcbsche Frau auf jedem seiner Knie. Karva war nirgends zu sehen, doch Faenwulf war sicher, dass sie ihren eigenen Gesch\u00e4ften nachging.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sp\u00fcrte wie seine Zunge schwer wurde und sein Geist benebelt von dem Bier und dem Schnaps, den Blotgrimm bestellte, sobald der Krug leer war. Faenwulf mahnte sich vern\u00fcnftig zu sein. Er war der Kapit\u00e4n des Schiffs. Wenn er mit Katzenjammer und halb betrunken eine Mannschaft anf\u00fchrte, w\u00fcrden sie nie bei den Waldinseln ankommen. Also raffte er sich auf, zahlte beim Wirt f\u00fcr ein Zimmer und machte sich auf den Weg nach oben. Der Kampf heute war hart gewesen und er f\u00fchlte sich etwas zerschlagen. Ein gem\u00fctliches Strohlager war genau das was er brauchte. Auch wenn seine trockene Kehle sich nach mehr Ahl und Gesang sehnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er das Ende der Treppe erreicht hatte, h\u00f6rte er schnelle Schritte hinter sich. Zu seiner \u00dcberraschung war es Bryda, die ihm mit vielsagendem L\u00e4cheln gefolgt war. Auch sie hatte dem Ahl gefr\u00f6nt und blickte Faenwulf erwartungsvoll an. \u201eIch dachte mir, dass man eine Nacht nach so einem Sieg nicht alleine verbringen sollte\u201c, sagte sie mit zuckers\u00fc\u00dfer Stimme. Faenwulf z\u00f6gerte kurz und seine Gedanken glitten zu seiner \u00dcberraschung sofort zu Karva, der es sicher gar nicht gefallen w\u00fcrde, was sich hier anbahnte. Doch Karva war nicht hier und Bryda war jung und sch\u00f6n. Faenwulf deutete ihr, ihm zu folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bevor er die T\u00fcr zu seinem Zimmer abgeschlossen hatte, begann Bryda sich zu entkleiden. Ihr K\u00f6rper war gest\u00e4hlt und zeigte noch nicht viele Hautbilder. Ihr dunkles Haar war lang und sie trug es offen, so dass es \u00fcber ihren R\u00fccken und ihre Schultern fiel. So ohne Kr\u00f6tenhaut, Streifenhose und Stiefel sah sie nicht wie eine Kriegerin aus. Sie h\u00e4tte genauso gut eine Bauerntochter sein k\u00f6nnen, nach der sich die jungen M\u00e4nner ihm Dorf verzehrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Faenwulf legte Kr\u00f6tenhaut und Tunika ab und er konnte das Verlangen in Brydas Augen sehen. Er war mindestens f\u00fcnfzehn Winter \u00e4lter als sie, doch das schien sie nicht zu st\u00f6ren. Nackt wie sie war schritt sie zu Faenwulf her\u00fcber und lie\u00df ihre H\u00e4nde \u00fcber seine vernarbte Brust gleiten. Sie betrachtete die Hautbilder, die ihr vorher verborgen geblieben waren, w\u00e4hrend ihre H\u00e4nde nun hektisch an der Kordel seiner Hose spielten. \u201eDu hast es wirklich eilig\u201c, bemerkte Faenwulf am\u00fcsiert und zog die junge Frau an sich. Sie tauschten z\u00f6gernd einen Kuss, dann legte Bryda sich auf das Strohlager, Faenwulf mit sich ziehend. Faenwulf entledigte sich des Rests seiner Kleidung. Er war froh, dass der L\u00e4rm in der Taverne noch bis tief in die Nacht reichte.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=688\">Kapitel 18<\/a> | <a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=701\">Kapitel 20<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brabak war eine riesige Stadt, einsch\u00fcchternd und voller Halsabschneider, doch nirgendwo konnte man Pl\u00fcndergut so einfach los werden wie hier. 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