{"id":781,"date":"2020-08-27T07:28:44","date_gmt":"2020-08-27T07:28:44","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=781"},"modified":"2020-10-03T09:15:06","modified_gmt":"2020-10-03T09:15:06","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=781","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 26"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Bewohner des Dorfes feierten Kasua wie einen Helden. Es schien den Thorwalern suspekt und sie nahmen nur halbherzig an den Feierlichkeiten teil, doch sie respektierten die Br\u00e4uche ihrer Gastgeber. Man sah Takile die Trauer ob des Verlusts seines Sohnes an, doch auch er feierte den Mut und die Heldentat seines Sohnes.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, da das Ungeheuer tot war, hatten sich einige Dorfbewohner in die H\u00f6hle gewagt und den restlichen Schatz, sowie den Kadaver des Monsters ins Dorf gebracht. Sie verstanden nicht, wieso die Thorwaler die M\u00fcnzen und Schmuckst\u00fccke dem schmackhaften Fleisch des Krakenmolches vorzogen, doch Faenwulf erkl\u00e4rte ihnen, dass das erlegte Monster sein Dank f\u00fcr ihre Hilfe war. Die Dorfbewohner bedankten sich \u00fcberschw\u00e4nglich, w\u00e4hrend Faenwulf am Strand platz nahm und in die Ferne blickte. Er wusste nicht wie lange er dort sa\u00df und dem Meer gelauscht hatte, als Matatoa sich neben ihn in den Sand fallen lie\u00df. Faenwulf blickte seinen Freund fragend an, als dieser aufs offene Meer deutete. Der Thorwaler blickte in die Ferne und sah dunkle Wolken, die sich weit in der Ferne \u00fcber dem Meer zusammen brauten. \u201eDer Sturm wird kommen\u201c, sagte der Moha und deutete nun auf das Dorf. \u201eIhr m\u00fcsst helfen.\u201c Noch verwirrter als zuvor betrachtete Faenwulf nun die Dorfbewohner, die begonnen hatten Palmbl\u00e4tter an ihren H\u00fctten zu befestigen und die W\u00e4nde mit dickeren \u00c4sten zu verst\u00e4rken. Nur einige der Herferder halfen ihnen, waren die meisten noch zu schwach um etwas anderes zu tun, als ihre Wunden zu versorgen. \u201eDer Sturm kommt fr\u00fcher als in anderen Jahren\u201c, erkl\u00e4rte Matatoa und zog Faenwulf auf die Beine. Seine Rippen schmerzten immer noch f\u00fcrchterlich von dem Schlag des Krakenmolchs, doch er folgte Matatoa und begann den Dorfbewohnern zu helfen, ihre H\u00fctten bereit zu machen. Die H\u00fctten standen am Rand des Waldes und dies war nicht der erste Sturm den sie \u00fcberstehen w\u00fcrden, doch sein verfr\u00fchtes Auftreten hatte sie anscheinend \u00fcberrascht. Faenwulf war entsetzt \u00fcber die Geschwindigkeit mit der die dunklen Wolken n\u00e4her kamen und wie schnell sie die Insel erreichen w\u00fcrden. Es dauerte nur einige Strophen bis er das Ansteigen des Windes sp\u00fcrte und die Wellen h\u00f6her schlugen. Die Palmen bogen sich im Wind und der beginnende Sturm wirbelte den Sand des Strandes auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bevor sie das Dorf befestigt hatten und auch nur mit der Vorbereitung der Vegah\u00f6gg beginnen konnten, war das Unwetter \u00fcber ihnen. Wasser und Sand wurde ihnen in die Augen geschleudert und die Thorwaler halfen nun so gut sie konnten alles in den Wald oder die H\u00fctten zu schaffen. Dieses kleine Paradies offenbarte immer mehr die Gefahren, die in ihm lauerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde konnten sie nichts tun. Der Drakkar war an den Strand geschafft und zum Festzurren des Rumpfes war keine Zeit. Zum Gl\u00fcck hatten sie schon vor Tagen den Mast umgelegt und den Wadmal sauber gefaltet in eine der H\u00fctten geschafft. Die Herferder hatten sich in die H\u00fctte zur\u00fcck gezogen, die Takile ihnen zur Verf\u00fcgung gestellt hatte. Der gesamte Schatz lag hier, ebenso wie ihr pers\u00f6nliches Hab und Gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir h\u00e4tten direkt fahren sollen, dachte Faenwulf betr\u00fcbt, sagte aber nichts. Seit Tagen machte er sich Gedanken \u00fcber ihre Abreise. Selbst wenn sie jetzt das Segel setzten, war es unwahrscheinlich, dass sie es bis zu Anbruch des Winters zur\u00fcck nach Thorwal schafften. War es eine Option in Nostria oder gar Grangor zu stranden oder sollten sie hier bleiben? Er sp\u00fcrte, dass sich die Herferder nach ihrer Heimat sehnten und selbst die Jungspunde hatten einiges ihres Enthusiasmus verloren. Thorwaler waren bestimmt \u00fcber das Meer zu segeln und doch rief ihre Heimat nach ihnen. Die Berge, die K\u00e4lte, der Schnee. Das alles gab es hier nicht und auch Faenwulf sehnte sich nach Thorwal. Egal wie weit ihn seine Abenteuer geleitet hatten, er war immer ins Land der Freien zur\u00fcck gekehrt. Doch sie hatten auch einen der ihren verloren und zwei weitere hatten die letzten Tage mit gebrochenen Knochen in der H\u00fctte verbracht. Sie w\u00fcrden nicht rudern k\u00f6nnen und auch Faenwulf selbst war sich nicht sicher, ob er gegen einen Sturm w\u00fcrde anrudern k\u00f6nnen. Jeder Atemzug schmerzte schrecklich und er war sich nicht sicher, ob nicht auch er einige gebrochene Rippen davon getragen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er wurde von entsetzten Rufen aus seinen Gedanken gerissen, sprang trotz seiner schmerzenden Rippen auf und rannte hinaus in den Sturm. Sofort sah er den Grund f\u00fcr den L\u00e4rm. Der Sturm trieb riesige Wellen gegen den Strand. Immer und immer wieder zerbarst das Wasser am Ufer und trieb den gestrandeten Drakkar vor sich her. Faenwulfs Herz sank, als sich eine m\u00e4chtige Welle staute und wie ein Raubtier sein Schiff rammte. Die Vegah\u00f6gg prallte gegen einen Felsen, welcher ein gro\u00dfes Loch in die Flanke des Drakkar riss. Faenwulf h\u00e4tte am liebsten geschrien, doch er konnte nichts tun. Er musste mit ansehen, wie das Meer seinen Drakkar auf die Seite warf und schlie\u00dflich liegen lie\u00df, wie ein totes Tier. Bryda, die neben ihn getreten war, hatte Tr\u00e4nen in den Augen. Auch sie schien zu realisieren, was der Schaden an der Vegah\u00f6gg f\u00fcr sie alle bedeutete. Faenwulf wandte sich zu den Herferdern um, bem\u00fcht, sie seine Verzweiflung nicht sehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEfferd hat f\u00fcr uns entschieden\u201c, sagte er mit bitterem Unterton und konnte sich ein verzweifeltes Lachen nicht verkneifen. \u201eWir werden den Winter hier verbringen, heilen und die Vegah\u00f6gg reparieren. Und dann nach Hause zur\u00fcckkehren.\u201c Die Herferder blickten bedr\u00fcckt zu Boden. Man sah ihnen ihre Ersch\u00f6pfung an. Die bisherige Reise hatte ihnen viel abverlangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Blotgrimm knurrte und legte sein schmerzendes Bein auf Thurbolds R\u00fccken. \u201eJetzt muss ich mir zumindest meine F\u00fc\u00dfe \u00fcber den Winter nicht im stinkenden Waskir abfrieren.\u201c Faenwulf und einige der anderen schmunzelten und Faenwulf lie\u00df sich neben Karva in den Sand sinken. Nun hatten sie keine Wahl und die Entscheidung war ihm abgenommen worden. Sie mussten das Beste aus dem machen was sie hatten. Die R\u00fcckschl\u00e4ge waren hart und doch hatten sie ihr eigentliches Ziel erreicht. Der Schatz gl\u00e4nzte im Licht des Feuers und was war schon ein Winter in einem fremden Land, wenn sie als reiche M\u00e4nner und Frauen in ihre Heimat zur\u00fcckkehren konnten, besungen von den ber\u00fchmtesten Skalden? Faenwulf legte seinen Arm um Bryda, die sich neben ihn setzte. Es h\u00e4tte sie alle wirklich schlimmer treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=776\">Kapitel 25<\/a> | <a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=801\" data-type=\"post\" data-id=\"801\">Kapitel 27<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bewohner des Dorfes feierten Kasua wie einen Helden. 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