{"id":847,"date":"2020-12-28T06:58:10","date_gmt":"2020-12-28T06:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=847"},"modified":"2020-12-30T09:17:34","modified_gmt":"2020-12-30T09:17:34","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=847","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 31"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach und nach trafen die anderen Herferder ein. Ihre Laune schien sich gebessert zu haben und selbst Eilif, der alte Sauertopf, lie\u00df sich ein L\u00e4cheln abringen. Nach dem vierten Krug Ahl stimmte Blotgrimm ein Lied an und selbst die, die den Text nicht wirklich kannten, stimmten ein. Schon bald waren die meisten von ihnen v\u00f6llig betrunken und selbst durch seinen nebligen Kopf sp\u00fcrte Faenwulf wie sehr er das vermisst hatte. Sie hatten mit ihrer Anwesenheit das Gasthaus in eine thorwalsche Taverne verwandelt, was die anderen G\u00e4ste nicht zu st\u00f6ren schien. Einige hatten bereits an dem gro\u00dfen Tisch, an dem die Thorwaler sa\u00dfen, Platz genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bryda, die zum Tisch getorkelt kam, einen Krug Ahl in der einen und einen Becher Premer Feuer in der anderen Hand, nahm auf Faenwulfs Scho\u00df Platz. W\u00e4hrend der Zeit auf Aeniko hatte sie sich zur\u00fcck gehalten, doch jetzt, in trunkenem Zustand, schien Karvas giftiger Blick sie nicht zu st\u00f6ren. Sie s\u00e4uselte Faenwulf verf\u00fchrerische Dinge ins Ohr, die aufgrund des L\u00e4rms gl\u00fccklicherweise niemand anderes h\u00f6rte. Faenwulf nahm ihr das Premer Feuer aus der Hand und leerte den Becher in einem Zug, w\u00e4hrend seine andere Hand an Stellen wanderte, f\u00fcr die er bei anderen Konas normalerweise eine Ohrfeige kassiert h\u00e4tte. Bryda schlang ihre Arme um seinen Hals und sie tauschten einen leidenschaftlichen Kuss. Obwohl Faenwulf nicht unerfreut \u00fcber die Situation war, brauchte er doch etwas frische Luft bevor es weiter ging. \u201eIch bin gleich zur\u00fcck\u201c, fl\u00fcsterte er Bryda zu und verlie\u00df die Gastst\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Drau\u00dfen war es wesentlich k\u00fchler und die Luft half ihm, wieder etwas klarer zu werden. Au\u00dferdem merkte er jetzt wie dringend er pinkeln musste. Leicht schwankend in eine Gasse torkelnd, dachte Faenwulf noch dar\u00fcber nach, dass Karva sicher ziemlich w\u00fctend sein w\u00fcrde, wenn das mit Bryda so weiter ging. Sie waren kein Paar, weder er und Bryda, noch er und Karva, und doch verband ihn irgendetwas mit seiner alten Freundin das \u00fcber normale Freundschaft hinaus ging. Nat\u00fcrlich hatten sie schon h\u00e4ufiger das Lager geteilt, doch das war Jahre her.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gasse wieder verlassend, h\u00f6rte Faenwulf pl\u00f6tzlich schnelle Schritte hinter sich. Er war betrunken, doch nicht so sehr, dass er nicht trotzdem achtsam war. Er fuhr herum und sah im letzten Moment das Gl\u00e4nzen einer Klinge. Den Dolch mit dem Arm abwehrend, drang die Klinge in seine linke Schulter und nicht, wie geplant, in seinen Hals. Er schlug seinen Angreifer zu Boden und packte den Griff des Dolches. <em>Nicht rausziehen<\/em>, h\u00f6rte er Ingibj\u00f6rgs Stimme in seinem Kopf. \u201eVerdammte Schei\u00dfe\u201c, fluchte Faenwulf laut und trat einen Schritt auf den am Boden liegenden Angreifer zu. Er sp\u00fcrte das Blut hei\u00df seine Seite herunter rinnen und seinen linken Arm konnte er kaum bewegen. Faenwulf \u00fcberlegte ob er dem Angreifer mit einem gezielten Tritt ein Ende bereiten sollte, als er erneut Schritte hinter sich h\u00f6rte. <em>Es sind zwei<\/em>, dachte Faenwulf, hoffend, den zweiten Angreifer abwehren zu k\u00f6nnen. Auch dieser attackierte ihn mit einem Dolch und Faenwulf versuchte in seinem trunkenen Zustand den Angriffen auszuweichen. Die Klinge f\u00fcgte ihm zwei weitere tiefe Schnitte zu, als er ein grollendes Knurren h\u00f6rte. Der Angreifer wurde zu Boden gerissen und etwas verbiss sich in seiner Kehle. Die Schreie verstummten schnell und voller Erleichterung sah Faenwulf, dass es Thurbold war, der dem Angreifer die Kehle zerfetzt und ihm somit das Leben gerettet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der sonst so friedliche Olporter trottete zu ihm und wich ihm auf dem Weg zum Gasthaus nicht von der Seite. Immer noch stark blutend betrat Faenwulf den Raum, woraufhin das Lachen und der Gesang augenblicklich verstummten. Blotgrimm, ungew\u00f6hnlich flink f\u00fcr seine Gr\u00f6\u00dfe, war als erstes bei ihm. \u201eWas zur Tiefe ist passiert?\u201c, rief er und begann seinen Freund zu st\u00fctzen, darauf bedacht den aus Faenwulfs Schulter ragenden Dolchgriff nicht zu ber\u00fchren. \u201eBin angegriffen worden\u201c, knurrte Faenwulf, dem langsam schwarz vor Augen wurde. Karva eilte nach drau\u00dfen, um einen Heilari zu suchen, w\u00e4hrend die drei Jungspunde sich um die Angreifer k\u00fcmmerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Blotgrimm trug seinen Freund auf ein Strohlager und versuchte die Blutung zu stillen, w\u00e4hrend sie auf einen Heilari warteten. Immer wieder verlor Faenwulf das Bewusstsein, doch er sp\u00fcrte sehr wohl das Bei\u00dfholz, das Blotgrimm ihm zwischen die Z\u00e4hne schob und den brennenden Schmerz, als der Heilari den Dolch aus seiner Schulter entfernte. Die anderen Herferder warteten besorgt vor der T\u00fcr, durch die sie die Schmerzensschreie ihres Anf\u00fchrers h\u00f6rten. Erst als klar war, dass Faenwulf nicht sterben w\u00fcrde, gingen die meisten zu Bett.<\/p>\n\n\n\n<p>Faenwulf erwachte am n\u00e4chsten Morgen mit einer verbundenen Schulter und zu allem \u00dcberfluss mit einem ordentlichen Katzenjammer. Auf dem Lager neben ihm lag Bryda, die die ganze Nacht an seiner Seite geblieben war und nicht erwachte als Faenwulf sich erhob. Sein Hals war trocken und er war ersch\u00f6pft. Vor Schmerzen verzog er das Gesicht und schritt nach drau\u00dfen, wo er auf Karva traf. Sie blickte nicht auf, als er zu ihr ging. \u201eDu musst von jetzt an besser auf dich aufpassen\u201c, begann sie und blickte dann Faenwulf an. \u201eUnd wir m\u00fcssen hier weg.\u201c Sie hielt ein St\u00fcck Papier hoch und obwohl Faenwulf nicht lesen konnte, erkannte er, dass es ein Steckbrief war. Sein Steckbrief mit einem Bild, das ihn sogar relativ gut getroffen hatte. \u201eDu wirst gesucht. Bevorzugt tot\u201c, erkl\u00e4rte Karva. \u201eDer Mann dem das Sklavenschiff geh\u00f6rte, hat ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt. Eine sehr hohe Summe.\u201c Faenwulf verzog angewidert das Gesicht. Lie\u00df das St\u00fcck Papier zu Boden fallen und spuckte darauf. \u201eDann machen wir, dass wir hier weg kommen\u201c, sagte er finster. \u201eEs wird Zeit dass wir nach Hause segeln.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=814\" data-type=\"post\" data-id=\"814\">Kapitel 30<\/a> | <a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=850\" data-type=\"post\" data-id=\"850\">Kapitel 32<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach und nach trafen die anderen Herferder ein. Ihre Laune schien sich gebessert zu haben und selbst Eilif, der alte Sauertopf, lie\u00df sich ein L\u00e4cheln abringen. 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