{"id":856,"date":"2020-12-28T07:03:33","date_gmt":"2020-12-28T07:03:33","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=856"},"modified":"2020-12-28T07:06:25","modified_gmt":"2020-12-28T07:06:25","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=856","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 34"},"content":{"rendered":"\n<p>Und schlie\u00dflich war es soweit. Nur noch Faenwulfs Hab und Gut blieb zur\u00fcck. Blotgrimm half ihm die Sachen zu tragen.<br>Ihr erstes Ziel sollte ein Gasthaus sein, in dem sie ihre Beute verstauen konnten. Doch ihr Weg wurde unterbrochen, als Blotgrimm Faenwulfs Aufmerksamkeit auf den Steg lenkte. Ein Teil der Herferder war im Hafen zur\u00fcck geblieben und blickte zu ihnen her\u00fcber. Unter ihnen die Jungspunde. Vorsichtig traten sie an ihren jetzt ehemaligen Anf\u00fchrer heran. \u201eWir&#8230;\u201c, begann Khemri, brachte seinen Satz jedoch nicht zu Ende. \u201eWir wollen nicht gehen\u201c, eilte ihm Wulfgrimm zur Hilfe. \u201eWir wissen nicht wohin. Nach Hause wollen wir nicht.\u201c Auch die anderen Rekker nickten zustimmend. Faenwulf war sprachlos und auch froh, dass nicht nur er so empfand. Die lange Reise hatte sie verbunden. Enger zueinander gebracht, als es f\u00fcr eine angeheuerte Mannschaft \u00fcblich war. Nat\u00fcrlich empfanden nicht alle so. Einige waren schon ihrer Wege gegangen und vielleicht froh, wenn sie nie wieder einen Fu\u00df auf die Vegah\u00f6gg setzen mussten, doch die anderen, die sich jetzt hier versammelt hatten, wollten nicht mehr ohne sie sein. \u201eWir sind einfach keine Mannschaft mehr\u201c, begann Blotgrimm und blickte die Anwesenden an. \u201eVielleicht sind wir schon eine Ottajasko.\u201c Faenwulf blickte seinen alten Freund an, der mittlerweile schon eher wie ein Bruder f\u00fcr ihn war. Was suchst du, Faenwulf?, hallte die Stimme des Alten in seinem Kopf. Du hast keine Ottajasko. Niemand braucht deine Herferd. Faenwulf blickte die M\u00e4nner und Frauen an, die nach so langer Fahrt vor ihm standen. Vielleicht hab ich sie gesucht, dachte er.<br><br>Wo konnte man besser Entscheidungen treffen als in der Taverne? Ihr Hab und Gut sicher verstaut sa\u00dfen sie nun zusammen, wie vor einem Jahr, und tranken. Eigentlich waren sie sich einig. Sie w\u00fcrden weiterhin zusammen bleiben. Sie w\u00fcrden eine Ottajasko sein. Doch wie gingen sie jetzt weiter vor? Vielleicht brachte das Ahl ihnen die Erleuchtung.<br>Es sprach sich schnell rum, dass ihre Herferd beendet war und welch ein Abenteuer sie erlebt hatten. Die eine H\u00e4lfte der Zuh\u00f6rer feierte sie wie Helden, die andere H\u00e4lfte hie\u00df sie L\u00fcgner und Hochstapler. Faenwulf war das egal. Obwohl die M\u00fcnzen in seinem Geldbeutel klingelten, musste er diesen Abend keine M\u00fcnze f\u00fcr Ahl oder Mj\u00f6t ausgeben. Jeder in der Taverne schien mit ihm trinken zu wollen und die Frauen warfen sich an seinen Hals. Auch Blotgrimm schien die Situation zu gefallen. Eine h\u00fcbsche Kona auf jedem Knie, erz\u00e4hlte er \u00fcberschw\u00e4nglich von den Abenteuern die sie erlebt hatten.<br>Karva, offensichtlich betrunken von der Stimmung und zu viel Mj\u00f6t, setzte sich neben Faenwulf und legte einen Arm um seine H\u00fcfte. \u201eIch hatte eine Idee\u201c, fl\u00fcsterte sie und kam Faenwulf dabei so nah, dass er eine angenehme G\u00e4nsehaut bekam. \u201eWir k\u00f6nnten zum Berg gehen. Ich habe dort mit Vater jahrelang gut gelebt. Es ist ein besonderer Ort und mein Vater wartet auf uns.\u201c<br>War das eine Option sie alle zum Berg zu holen? Wie konnte es keine Option sein? Er hatte seine Rekker ans Ende der Welt gef\u00fchrt und wieder zur\u00fcck. Sie wollten ihm weiterhin folgen und so musste er eine Entscheidung treffen. Betrunkener Kopf oder nicht. \u201eWir werden zum Berg gehen\u201c, verk\u00fcndete er lauter als gewollt und obwohl sie nicht einmal wussten wo dieser Berg lag stimmten die Anwesenden gr\u00f6hlend zu.<br><br>Faenwulf erwachte am n\u00e4chsten Morgen mit der Sonne in seinem Gesicht. Er hatte noch lange weiter getrunken, wusste aber nicht mehr wie lange. Zu seiner \u00dcberraschung lag Bryda neben ihm, nackt und tief schlafend. Faenwulf bedauerte es sehr, dass er sich an nichts mehr erinnern konnte, doch so wie er Bryda einsch\u00e4tzte w\u00fcrden dieser Nacht noch einige folgen.<br>Mit schmerzendem Kopf und nackt wie er war ging er zur T\u00fcr und lugte hinaus, als Blotgrimm ohne Kleidung an ihm vorbei schritt. Offensichtlich ebenfalls vom Katzenjammer geplagt schritt er zu einer Bank und sammelte seine Stiefel und seine Bruche ein. Zur Begr\u00fc\u00dfung brummte er Faenwulf einmal kurz zu und verschwand dann wieder in dem Zimmer in dem er die Nacht verbracht hatte. Das Lachen brachte seinen Sch\u00e4del zum Dr\u00f6hnen, doch Faenwulf konnte nicht anders. Nach einer Katzenw\u00e4sche w\u00e4hrend der er Bryda immer wieder Blicke voller Verlangen zuwarf, zog er sich an und ging nach drau\u00dfen. Es f\u00fchlte sich einfach so viel besser an wieder Zuhause zu sein. Wieder hatte er viel geplant und sie hatten einen weiten Weg vor sich, doch in der Heimat zu sein, machte alles einfach so viel besser. Und in Thorwal und vor allem am Berg war sicher vor den Schergen des Sklaventreibers. Kein Al&#8217;Anfaner w\u00fcrde sich nach Thorwal trauen und kein Kopfgeldj\u00e4ger zum Berg.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=853\" data-type=\"post\" data-id=\"853\">Kapitel 33<\/a> | <a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=860\" data-type=\"post\" data-id=\"860\">Kapitel 35<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und schlie\u00dflich war es soweit. Nur noch Faenwulfs Hab und Gut blieb zur\u00fcck. 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