{"id":869,"date":"2020-12-28T07:09:39","date_gmt":"2020-12-28T07:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/vargberg.de\/?p=869"},"modified":"2020-12-28T07:09:40","modified_gmt":"2020-12-28T07:09:40","slug":"unser-ist-das-meer-kapitel-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vargberg.de\/?p=869","title":{"rendered":"Unser ist das Meer \u2013 Kapitel 37"},"content":{"rendered":"\n<p>Blotgrimm zog entsetzt die Luft ein, doch ohne lange nachzudenken ergriff ich die ausgestreckte Hand des Hetmanns und schlug ein. Die Chance in Besitz eines solchen Schiff zu kommen war einfach zu verf\u00fchrerisch. Als ich Blotgrimm anblickte, dachte ich er w\u00fcrde ihn Ohnmacht fallen. Er verfluchte mich fast genauso wie der Hetmann. Ich wusste, dass das eine bl\u00f6de Idee gewesen war und dass der Hetmann sich seines Sieges mehr als sicher war. Er wollte mich mit dem schlimmsten mir Vorstellbaren bestrafen, weil ich seine Tochter gebumst hatte, und ich war ihm fr\u00f6hlich grinsend in die Falle gegangen.<br>Ich musste mir also was einfallen lassen. Der Hetmann war ein guter Steuermann und obwohl er mir die Mannschaft zur Verf\u00fcgung stellte, die den Drakkar immer lenkte, kannte ich das Schiff jedoch gar nicht. Meine Chancen standen also mehr als schlecht. Blotgrimm und ich gingen also zur\u00fcck in die Taverne und schmiedeten Pl\u00e4ne. Ich w\u00fcrde nicht als Landratte enden und nach einigen Kr\u00fcgen Ahl kam mir doch eine Idee. So warteten Blotgrimm und ich bin zum Einbruch der Dunkelheit und schritten dann zur Tat.<br><br>Am n\u00e4chsten Morgen waren wir etwas verkatert und sehr m\u00fcde, doch nicht mehr v\u00f6llig hoffnungslos. Der Hetmann stand bereits am Steg, sich seines Sieges mehr als sicher. Er wiederholte die Bedingungen. Wenn mein Schiff vor seinem den Steg erreichte, w\u00fcrde es mir geh\u00f6ren. Wenn er den Steg zuerst erreichte, w\u00fcrde ich nie mehr das Meer befahren. Erneut schlugen wir ein und stiegen auf die Drakkar. Ein Herferder gab das Signal und wir ruderten los. Es war nicht einfach und ich habe in meinem Leben noch nie so geschwitzt wie an diesem Tage. Nat\u00fcrlich war der Felsen, den es zu umsegeln galt, von Untiefen umgeben, die auf dem Hinweg ein schwieriges Hindernis waren, auf dem R\u00fcckweg bei hoher Geschwindigkeit jedoch kaum zu meistern, vor allem wenn man ein unerfahrener St\u00fcmper war, so wie ich. Wir fuhren also langsam, sehr langsam, um nicht in eine Untiefe zu geraten und ich schw\u00f6re euch, ich konnte den Hetmann lachen h\u00f6ren. Diesmal war ich es, der ihn lauthals verfluchte, doch das machte mein Schiff auch nicht schneller. Ich schritt an den Kopf des Drachen und versuchte so gut es geht zu navigieren. Noch bevor wir den Felsen umrundet hatten, flog der zweite Drakkar an uns vorbei. Die Geste, die der Hetmann in meine Richtung machte, will ich hier nicht wiederholen. Gerade als wir wieder Richtung Steg fuhren, h\u00f6rten wir ein ohrenbet\u00e4ubendes Krachen. Der Drakkar des Hetmanns war auf Grund gefahren und das nicht zu knapp. Ein gro\u00dfes Loch klaffte im Rumpf und nur die Untiefe verhinderte, dass das Schiff voll Wasser lief. Als wir nun wiederum an dem Leck geschlagenen Drakkar vorbei fuhren, erwiderte ich die Geste des Hetmanns, was ich hier aber auch nicht wiederholen werde. Er fluchte und schimpfte und im Vorbeifahren sahen wir, dass s\u00e4mtliche Ruderkisten umgest\u00fcrzt und mit schweren Steinen gef\u00fcllt waren. Der Drakkar lag somit tiefer im Wasser und der Hetmann, der sein Schiff eigentlich wie seinen Handr\u00fccken kannte, hatte sein eigenes Schiff versenkt. Oder zumindest zerst\u00f6rt. Und so kamen wir als erstes am Steg an. Der Hetmann tobte, schrie etwas von Betrug und Schummelei, doch die meisten waren sich einig, dass die einzige festgelegte Bedingung war, dass ich als erstes am Steg ankommen musste, um den Drakkar zu gewinnen. Unter welchen Umst\u00e4nden war nie besprochen worden. Somit hatte ich den Wettkampf gewonnen und man durfte mir nicht, wie vom Hetmann gefordert, den Kopf oder etwas ganz anderes abschneiden. Und so kam ich nicht nur in den Besitz des sch\u00f6nsten Drakkars in ganz Thorwal, sondern versenkte auch den zweiten Drakkar dieses Hurensohns.<br><br>Die Jungspunde blickten Faenwulf voller Ehrfurcht an, w\u00e4hrend Karva ihm ein gutm\u00fctiges L\u00e4cheln schenkte. \u201eGrandiose Geschichte\u201c, lachte Blotgrimm und klatschte seine Hand lachend auf seinen Oberschenkel. \u201eDie kannte ich auch noch nicht.\u201c Faenwulf verdrehte die Augen und lachte dann ebenfalls. Er holte vom Karren ein Flasche Waskirer und reichte sie herum. Vielleicht w\u00fcrde er wirklich irgendwann mal die wahre Geschichte erz\u00e4hlen, wie er und die Vegah\u00f6gg zusammen gefunden hatten. Vielleicht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/vargberg.de\/?p=865\" data-type=\"post\" data-id=\"865\">Kapitel 36<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blotgrimm zog entsetzt die Luft ein, doch ohne lange nachzudenken ergriff ich die ausgestreckte Hand des Hetmanns und schlug ein. 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